Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (1)
31 Jul 2017

Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (1)

Der österreichische Paragraphendschungel macht es einem oft

31 Jul 2017

Der österreichische Paragraphendschungel macht es einem oft schwer, die passenden Informationen zu finden. Besonders das Arbeitsrecht ist ein sehr komplexes Rechtsgebiet, gleichzeitig für jeden Arbeitnehmer aber relevant.

Wir haben diesmal alle arbeitsrechtlich relevanten Aspekte zu den Themen Karenz, Mutterschutz und Elternteilzeit zusammengefasst. Im ersten Teil erklären wir Ihnen was Sie tun, wenn Sie in einem aufrechten Dienstverhältnis stehen und schwanger werden. In zwei weiteren Artikel folgen dann alle Informationen bezüglich Mutterschutz und Karenz sowie der Elternteilzeit.

An dieser Stelle weisen wir auch gerne darauf hin, dass so manche Informationen nicht nur für Frauen und Mütter, sondern auf für (werdende) Papas interessant sein können 😊

SCHWANGERSCHAFT

Wenn Sie in einem aufrechten Dienstverhältnis stehen – unabhängig davon in welchem Stundenausmaß – und erfahren, dass Sie schwanger sind, müssen Sie ihren Arbeitgeber darüber informieren. Diese Informationspflicht dient vor allem Ihrem Schutz, denn ab Bekanntgabe Ihrer Schwangerschaft hat der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass die gesetzlichen Mutterschutzbestimmungen eingehalten werden. Diese sind im Mutterschutzgesetz (MSchG) geregelt. So besagt §8 des MSchG beispielsweise, dass werdende und stillende Mütter keine Überstunden leisten dürfen. Die tägliche Arbeitszeit darf 9 Stunden und die wöchentliche Arbeitszeit 40 Stunden keinesfalls überschreiten. Ab einem gewissen Zeitpunkt der Schwangerschaft sind gewisse Tätigkeiten (vor allem schwere körperliche Arbeiten) nur mehr beschränkt erlaubt oder sogar verboten. Deshalb müssen Sie Ihren Arbeitgeber auch über den voraussichtlichen Geburtstermin informieren.

Unser Praxistipp: sobald Ihre Schwangerschaft durch einen Arzt bestätigt wurde, informieren Sie Ihren Arbeitgeber darüber. Halten Sie ihn danach über den errechneten Geburtstermin und die geplante Dauer der Karenz am Laufenden.

BESONDERER KÜNDIGUNGSSCHUTZ

Für werdende Mütter gilt ein besonderer Kündigungsschutz, welcher in §10 des MSchG geregelt ist. Dieser besagt, dass Arbeitnehmerinnen während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung nicht rechtswirksam gekündigt werden können. Ausnahme: Der Arbeitgeber wusste nichts von der Schwangerschaft. Ist dies der Fall, so können Sie innerhalb einer 5-Tages-Frist die Bekanntgabe der Schwangerschaft nachholen, um die Unwirksamkeit der Kündigung zu erreichen. Wie schon erwähnt, empfiehlt es sich daher also immer, dem Arbeitgeber die Schwangerschaft so früh wie möglich mitzuteilen.

ACHTUNG: Werdende Papas genießen während der Schwangerschaft ihrer Partnerin keinen besonderen Kündigungsschutz. Allerdings können private Umstände dieser Art im Falle einer Kündigungsanfechtung vom Arbeits- und Sozialgericht besonders berücksichtigt werden (Kündigungsanfechtung wegen Sozialwidrigkeit; §105 Arbeitsverfassungsgesetz).

 

Den nächste Beitrag zu diesem Thema können Sie in wenigen Tagen auf unserer Seite nachlesen. Weitere Themen zum Arbeitsrecht finden Sie hier und hier.

Leave a comment
More Posts
Comments

Comments are closed.