Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (2)
03 Aug 2017

Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (2)

Nach dem ersten Artikel zum Thema Schwangerschaft

03 Aug 2017

Nach dem ersten Artikel zum Thema Schwangerschaft und Kündigungsschutz widmet sich dieser Teil nun den gesetzlichen Grundlagen bezüglich Mutterschutz und Karenz.

 

MUTTERSCHUTZ

Der Mutterschutz gilt für jede Arbeitnehmerin, unabhängig von der Staatsbürgerschaft, der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Art der Beschäftigung. Also auch wenn Sie erst seit wenigen Wochen im Unternehmen arbeiten, sind die Regelungen im Mutterschutzgesetz (MSchG) zwingend einzuhalten. Als werdende Mutter dürfen Sie in den letzten 8 Wochen VOR dem Entbindungstermin und 8 Wochen NACH der Entbindung nicht arbeiten. Für diesen Zeitraum gilt ein absolutes Beschäftigungsverbot. Wenn Sie ihr Kind vor oder nach dem errechneten Geburtstermin bekommen, verkürzt bzw. verlängert das die Schutzfrist vor der Geburt entsprechend. Bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Kaiserschnitt beträgt die Schutzfrist nach der Entbindung mindestens 12 Wochen. Während des Mutterschutzes erhalten Sie von der Krankenkasse Wochengeld. Ihr Arbeitgeber zahlt in diesem Zeitraum kein Gehalt.

KARENZ

Nach Ende des Mutterschutzes beginnt die Elternkarenz. In dieser Zeit erhalten Sie kein Gehalt vom Arbeitgeber, sondern Kinderbetreuungsgeld. Die Karenz kann max. zweimal zwischen den Eltern geteilt werden und muss jeweils mindestens 2 Monate dauern. Die Karenzdauer muss dem Arbeitgeber schriftlich bekannt gegeben werden. Die arbeitsrechtlich durch Kündigungs- und Entlassungsschutz abgesicherte Karenz dauert maximal bis zum Tag vor dem 2. Geburtstag des Kindes (§10 MSchG). Wollen Sie darüber hinaus in Karenz gehen, ist eine schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber unbedingt erforderlich. Bei Geburten am dem 1. März 2017 können Sie zwischen dem einkommensabhängigen und dem neuen Kinderbetreuungsgeldkonto wählen. Beim neuen Modell können die Eltern selbst bestimmen, wie lange sie das Kinderbetreuungsgeld innerhalb eines Zeitrahmens beziehen möchten. Zum Beispiel können Sie die Bezugsdauer an die arbeitsrechtliche Karenzdauer anpassen. Wird die Karenz zum Beispiel bis zum vollendeten 2. Lebensjahr in Anspruch genommen, wären dies 730 Tage ab dem Tag der Geburt.

PRAXISTIPP: Welches Modell am besten für Sie und Ihre Familie passt, können Sie hier selbst errechnen.

NEU: „PAPAMONAT“

Bei Geburten ab dem 1. März 2017 gibt es für Väter die Möglichkeit, sich direkt nach der Geburt der Familie zu widmen. Dieser Familienzeitbonus, auch Papamonat genannt, muss beantragt und vom Arbeitgeber bewilligt werden (kein gesetzlicher Anspruch!). Ist der Arbeitgeber einverstanden, kann der Vater für 28, 29, 30 oder 31 Tage innerhalb von 91 Tagen nach der Geburt den Familienzeitbonus in Anspruch nehmen. Dieser beträgt ca. 700 Euro für den gewählten Zeitraum.

ACHTUNG: Wenn der Vater später Kinderbetreuungsgeld bezieht, wird dieser Familienzeitbonus darauf angerechnet, d.h. dass sich dann das Kinderbetreuungsgeld entsprechend reduziert. Unser Tipp daher: Überlegen Sie mit Ihrem Partner schon früh genug, ob Sie sich die Karenz aufteilen möchten. In dem Fall sollten Sie auf den „Papamonat“ verzichten.

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