Die wichtigsten Informationen zum Kollektivvertrag
27 Mrz 2018

Die wichtigsten Informationen zum Kollektivvertrag

Ein Kollektivvertrag ist eine Vereinbarung zwischen dem

27 Mrz 2018

Ein Kollektivvertrag ist eine Vereinbarung zwischen dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) oder einem freiwilligen Arbeitgeberverband. Der ÖGB vertritt dabei die Arbeitnehmer bestimmter Branchen, während die WKO auf Seiten der Arbeitgeber verhandelt. Kollektivverträge gelten in Österreich für alle Arbeitnehmer – unabhängig davon, ob diese Mitglied einer Gewerkschaft sind. Kollektivverträge werden meist jährlich neu verhandelt und abgeschlossen.

Das sind die wichtigsten Dinge, die ein Kollektivvertrag regelt:
  • Mindestlöhne und –gehälter, meist auf Basis konkreter tätigkeitsbezogener Einstufungen
  • Sonderzahlungen, weil Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration sind nicht gesetzlich geregelt! (mehr zu diesem Thema erfährt ihr in unserem nächsten Artikel „13. und 14. Monatsgehalt“)
  • Arbeitszeitbestimmungen (z. B. Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden, Festlegung von 100 %-igen Überstundenzuschlägen für Arbeiten in der Nacht oder am Wochenende)
  • Zulagen, Zuschläge für Erschwernis, Gefahren etc.
  • Dienstreiseregelungen mit Diäten und Kilometergeldern
  • Konkretisierung von bezahlten Freistellungen bei persönlichen Dienstverhinderungen
  • (jährliche) Lohnerhöhungen

Die jeweilige Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kollektivvertrag richtet sich nach der Gewerbeordnung des Arbeitgebers. Im Dienstzettel bzw. im Arbeitsvertrag, den jeder Arbeitnehmer im Zuge der Einstellung erhalten muss, ist der anzuwendende Kollektivvertrag anzugeben. Zudem muss jeder Betrieb den Kollektivvertrag zur Einsicht aufliegen haben. Der Grund, warum man in ähnlichen Positionen oft unterschiedliche Gehälter/Löhne angeboten bekommt ist also die Branche, da zwischen den Kollektivverträgen mitunter große Unterschiede bestehen. Hintergrund dafür ist, dass mitgliederstarke Gewerkschaften eine wesentlich bessere Verhandlungsposition haben und daher günstigere Kollektivverträge aushandeln können. In der Praxis sind deshalb die Kollektivverträge in der Industrie – insbesondere der Metallindustrie – vielfach besser als jene im Gewerbe, etwa im Gastgewerbe.

Ihr wollt mehr zum Thema Arbeitsrecht lesen? Schaut euch gerne diesen Artikel an und erfährt mehr über die Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern.

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