Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern
21 Aug 2017

Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern

Im österreichischen Arbeitsrecht wird traditionell zwischen Angestellten

21 Aug 2017

Im österreichischen Arbeitsrecht wird traditionell zwischen Angestellten und Arbeitern unterschieden. In Deutschland zum Beispiel gibt es diese Unterscheidung nicht.

Laut Gesetz gilt der Angestelltenbegriff für Personen, die vorwiegend zur Leistung kaufmännischer, höherer nicht kaufmännischer Dienste oder zu Kanzleiarbeiten angestellt sind. All jene Arbeitnehmer die von diesem Tatbestand nicht erfasst sind, bilden die Arbeiter. Auf Arbeiter ist nicht das Angestelltengesetz (AngG), sondern die Gewerbeordnung (GewO) anzuwenden. Daneben sind auf Arbeiter auch Regelungen des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) unterstützend anwendbar.

Die Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern ist im Individualarbeitsrecht, insbesondere in den Bereichen der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, den Kündigungsfristen und –terminen sowie im Entlassungsrecht von Bedeutung. Zum Beispiel sind die Kündigungsfristen für Angestellte im AngG geregelt. Für den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist mindestens 6 Wochen, für den Angestellten einen Monat. Die Kündigungsfrist für Arbeiter ist in der GewO angeführt und beträgt – sofern nichts anderes vereinbart wird – 14 Tage. Eine abweichende Vereinbarung über diese Kündigungsfrist könnte zum Beispiel in einem Kollektivvertrag getroffen werden.

Eine gesetzliche Regelung die festlegt, wer Arbeiter ist, existiert nicht. Ein Arbeitnehmer gilt dann als Arbeiter, wenn Arbeitertätigkeiten im Vordergrund stehen. Die konkrete genaue Definition lautet wie folgt:

„Arbeitertätigkeiten sind sowohl einfache manuelle Hilfstätigkeiten als auch hochqualifizierte manuelle Tätigkeiten, die eine mehrjährige Ausbildung (Facharbeiter) voraussetzen.“

Beispiele für Arbeiter sind Ladner im Bäcker- und Fleischergewerbe, Buffetkräfte, Kellner, Chauffeure, Portiere, Monteure, Lagerarbeiter und Professionisten im Handwerk. Auch Wettbüromitarbeiter, die nach kurzer Einschulung Wettscheine entgegennehmen und die vom Computer errechneten Gewinnsummen auszahlen, gelten als Arbeiter. Als Angestellte gelten u.a. alle Bürokräfte, Sachbearbeiter, Ein- und Verkäufer, Buchhalter, Programmierer, Lohnverrechner, Ordinationshilfen aber auch Rezeptionisten in Hotels.

 

Weitere Artikel zum Thema Arbeitsrecht: Der Probemonat und Was es bei All-In-Vereinbarungen zu beachten gilt.

Leave a comment
More Posts
Comments

Comments are closed.