„Bewerbungsgespräche sind das schlechteste Instrument, um gute Mitarbeiter zu finden“

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„Bewerbungsgespräche sind das schlechteste Instrument, um gute Mitarbeiter zu finden“

– Lies hier Ausschnitte eines Interviews mit Iris Bohnet, das ursprünglich auf EDITION F erschienen ist – 

 

Wie schaffen wir gerechte Verhältnisse am Arbeitsmarkt? Iris Bohnet ist Professorin an der Harvard Universität und forscht zu der Frage, wie die Gleichstellung in Unternehmen gelingt.

Ein Vorhang für mehr Gerechtigkeit

Für viele Jahre lag der Frauenanteil bei den fünf besten Orchestern Amerikas insgesamt bei etwa fünf Prozent. Um zu überprüfen, ob Frauen wirklich die schlechteren Musikerinnen seien, ließ eine Jury die Bewerberinnen und Bewerber hinter einem Vorhang vorspielen. Und siehe da – der Frauenanteil ging steil nach oben.

Iris Bohnet mag Vorhänge. Die Verhaltensökonomin und Harvard-Professorin forscht zu der Frage, wie man es ohne Quote schafft, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Außerdem berät sie internationale Unternehmen bezüglich fairer Bewerbungsverfahren. Die Ergebnisse ihrer Forschung hat sie in ihrem Buch „What works. Wie Verhaltensdesign die Gleichstellung revolutionieren kann“ veröffentlicht. Wir haben mit ihr über das optimale Bewerbungsverfahren, den Abbau von Rollenbildern und ihre Abneigung gegen Bewerbungsgespräche gesprochen.

Warum ist die Art, wie Unternehmen aktuell neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auswählen, nicht optimal?

„Das größte Problem besteht darin, dass immer noch viele Unternehmen Menschen aus ihren Netzwerken einstellen. Also bekommen Freunde von Freunden von Freunden die Jobs. Außerdem beobachten wir, dass die Menschen, die neue Stellen besetzen, sich gerne selbst reproduzieren. Man stellt jemanden ein, der einem ähnlich ist. Dadurch wirft man das Netz nicht weit genug und schließt Menschen aus dem Pool der Bewerberinnen und Bewerbern aus. Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es aber Unternehmen die aktiv gegen unbewusste Vorurteile angehen. Sie setzten ihre Stellenanzeigen sehr viel bewusster auf und analysieren diese darauf, ob geschlechtsneutrale Sprache verwendet wird. Aktuell gibt es die ganze Bandbreite dazwischen.“

Sie sprechen von geschlechtsneutralen Stellenausschreibungen. Was genau bedeutet das?

„Am einfachsten lässt sich das an der Wortwahl erklären. Es gibt inzwischen Algorithmen, die analysieren können, wie wahrscheinlich es ist, dass sich eine Frau oder ein Mann auf eine bestimmte Stelle bewirbt. Wenn wir das Verhältnis in dieser Gruppe konstant halten wollen, müssen wir unsere Wortwahl überprüfen. Studien zeigen, dass mehr Frauen auf eine Stellenausschreibung reagieren, wenn in dieser Wörter wie ‚kooperativ‘ oder ‚Teamarbeit‘ verwendet werden. Männer werden eher von Begriffen wie ‚Führungswillen‘ oder ‚wettbewerbsorientiert‘ angesprochen. Ein interessantes Beispiel, dass das verdeutlicht, ist eine Grundschule in Amerika, die mehr Männer anstellen wollte. In ihrer Anzeige verwendeten sie Worte wie ‚kollaborativ‘ und ‚warmherzig‘, was die sowieso schon unterrepräsentierten Männer noch weniger anzog. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass diese Eigenschaften Männern fremd sind. Aber in unseren Köpfen sind solche Stereotypen fest verhaftet. Darum assoziieren die meisten Menschen bestimmte Begriffe eher mit Männern oder eben eher mit Frauen. Schon in unseren Stellenaussschreibungen begrenzen wir also unseren Talentpool.“

Bei vielen Firmen folgt auf die Ausschreibung die Evaluation des Lebenslaufs. Wenn man  in diesem Schritt wieder überdurchschnittlich viele Frauen verliert, muss man sich fragen, ob das daran liegt, dass die Namen auf den Lebensläufen ersichtlich waren. Forschung zeigt, dass Frauen bessere Chancen haben, eine Runde weiter zu kommen, wenn die Bewerbungen anonymisiert sind.

Und danach?

„Meistens folgt dann leider noch immer ein Bewerbungsgespräch. Man muss sagen: Unstrukturierte Bewerbungsgespräche sind das schlechteste Prognose-Instrument überhaupt. Es ist nicht so, dass nichts Sinnvolles passiert in so einem persönlichen Gespräch, allerdings spielen uns unsere unbewussten Vorurteile und Sympathien einen Streich und beeinflussen unsere Meinung über unser Gegenüber, ohne dass wir etwas dagegen tun können. Das ist der sogenannte Halo-Effekt: Dinge, die eigentlich irrelevant sind, spielen eine Rolle in der Evaluation von Menschen.“

„Das beste Prognose-Instrument ist – und das sollte niemanden überraschen – eine Arbeitsprobe der Person.“

„Für uns ist es schwierig, dieses ‚Rauschen‘ von den ‚sauberen‘ Informationen zu trennen. Nun ist die Frage, wie können Unternehmen das besser lösen? Am effektivsten ginge das, wenn wir uns nur auf die empirische Evidenz bezüglich Effektivität verlassen, mit der Abschaffung der Interviews, allerdings weiß ich selbst, dass das nicht besonders realistisch ist. Aber was man zumindest tun sollte, ist der Übergang von einem unstrukturierten zu einem strukturierten Interview. Das heißt, dass wir feste Fragen haben und allen Bewerbern und Bewerberinnen die selben Fragen stellen. Im Nachhinein stellt man die Antworten der jeweiligen Fragen dann tabellarisch nebeneinander und vergleicht die Antworten.“

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Das ganze Interview könnt ihr hier nachlesen: Harvard-Professorin: „Bewerbungsgespräche sind das schlechteste Instrument, um gute Mitarbeiter*innen zu finden“

7 Sünden im Vorstellungsgespräch

Aus der Sicht eines Bewerbers – ein Gastbeitrag unseres tollen Praktikanten Niklas!

 

Endlich meldet sich die Firma des Begehrens und der Traumjob winkt einem zu. Das kann einen schon auf ganz neue Hochs befördern, wenn nach unzähligen Bewerbungen endlich eine Früchte trägt.

Doch sicher ist man noch lange nicht, denn die endgültige Entscheidung wird erst nach dem Audit gefällt. Um nicht in eine der unzähligen Fallen zu tappen, haben wir hier sieben Sünden aufgelistet, auf die ihr jedenfalls achten müsst.

 

„Meine Schwäche ist, dass ich eigentlich perfekt bin‘

Wer kennt sie nicht, die lästige Frage nach den eigentlichen Schwächen und die unendlichen Konsequenzen einer falschen Antwort. Die klassischen Sünden sind Statements wie ‚ich bin zu genau‘ oder ‚ich bin zu motiviert‘. Etwas Positives als negative Eigenschaft zu verkaufen ist ein uralter Trick, der Bewerbern seit Jahrzehnten nicht mehr abgenommen wird.

Tipp: Sucht Euch eine menschliche Schwäche heraus, an der Ihr bereits arbeitet. Etwas Dezentes aber doch Nachvollziehbares, beispielsweise die eigene Ungeduld. In dieser Harvard-Studie kam raus, dass das Zugeben von „echten Schwächen“ bei Bewerbungsgesprächen viel besser ankommt.

 

Immer Anzug und Krawatte

Die Regel kennt man: Bewerbung ist Bewerbung, da hat man sich passend zu kleiden und der erste Eindruck ist wichtig, doch man wird sich in einem jungen Modegeschäft einige besorgte Blicke einfangen, wenn man sich kleidet als würde man Mitglied der Men In Black sein.

Tipp: Seht euch die Firma im Vorhinein an, achtet auf die Kleidung der Mitarbeiter im Dienst und orientiert euch daran. Es soll Mühe dahinter sein, aber das Outfit muss der Situation angepasst werden. Seht Euch hierzu unseren Blogbeitrag Nicht nur Fähigkeiten zählen: Richtiges Verhalten beim Jobinterview an!

 

Pünktlichkeit ist ein Zeichen von Respekt!

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Man kann noch so rechtzeitig von zuhause weggehen und den kürzesten Bus nehmen, den Verkehr kann niemand kontrollieren und welcher Chef möchte schon einen Mitarbeiter, der nicht einmal zum Aufnahmegespräch rechtzeitig erscheinen kann?

Überpünktlichkeit ist jedoch auch keine Tugend, so wird sich euer zukünftiger Chef kaum freuen, wenn ihr statt um 10:30, bereits um 9:00 in seinem Büro antanzt.

Tipp: Nehmt einen oder zwei Busse vorher und wartet gediegen in der Nähe der Firma.

 

Der Firmeneingang führt nicht direkt ins Büro vom Chef

Um beim Zeitmanagement zu bleiben ist zu sagen, dass euer zukünftiger Chef bei einem Gespräch um 9:00 Uhr erwartet, dass ihr um 9:00 in seinem Büro seid.

Gerade große Firmen sind so aufgebaut, dass es teilweise recht verwirrend sein kann, beziehungsweise man am Lift oder an der Rezeption etwas Zeit braucht. Zudem kann der Weg über größere Firmengelände oft Extrazeit in Anspruch nehmen.

Tipp: Seid, je nach Größe der Firma, zirka 15 Minuten vor dem Gesprächsbeginn am Firmengelände um sich locker zurecht zu finden.

 

„Also, Zigaretten sollte ich mir schon leisten können“

Gehaltsfragen sind wichtig. Natürlich tut jeder so, als würde er sich wegen der tollen Stelle bewerben und natürlich ist es wichtig einer Tätigkeit nach zu gehen die einem Spaß macht, doch aus Jux und Tollerei gehen die wenigsten von uns Arbeiten.

In der Regel weiß das auch der Chef und stellt die Frage nach den Gehaltsvorstellungen.

Tipp: Sich vorher ein Gehalt überlegen, das im Bereich des Möglichen liegt. In der Regel steht die Verhandlungsbasis des Gehalts in der Stellenbeschreibung. Es ist okay diese mit seiner Vorstellung zu überschreiten, solange man dies im Gespräch auch selbstbewusst begründen kann.

Wem die Gehaltsfrage immer noch Bauchweh bereitet, der sollte sich diesen Blogbeitrag oder folgende Präsentation für weitere hilfreiche Tipps zu Gemüte führen. 

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind…“

Ein Bewerbungsgespräch ist keine Dichterlesung. Der zukünftige Chef will sich ein Bild über einen machen und keine Biographie anhören, immerhin soll man in der Firma arbeiten und nicht als Muse die anderen mit seinen Lebensgeschichten inspirieren. Kurz fassen ist beim Vorstellungstermin angesagt.

Tipp: Sich im Vorhinein über die wichtigsten Punkte seines Lebenslaufs Gedanken machen um dem Chef kurz und bündig einen kleinen Überblick über die eigene Person zu gewähren. Für seine Fähigkeiten gibt man am besten konkrete Beispiele aus dem Leben, die nicht schon im Lebenslauf stehen.

 

Active Sourcing ist kein Ruhekissen

Auch wenn Active Sourcing immer gängiger wird, so kann man sich nicht darauf verlassen, überhaupt gefunden zu werden. Sollte man zu den Glücklichen gehören, die tatsächlich von einer Firma für ihre Stelle angeworben werden, darf man sich auf keinen Fall auf die Social Media Präsenz alleine verlassen, da man auch bei einem guten Bewerbungsschreiben das Gespräch nicht als gewonnene Schlacht sehen darf.

Tipp: Regelmäßige Updates auf der eigenen Seite. Hinter den angeführten Eigenschaften sollte auch wirklich die Wahrheit stehen, also nicht flunkern! Weniger ist oft mehr und mit einem plötzlichen Zusatzskill aufwarten zu können gefällt jedem Chef.

 

Und, schon eingestellt?

Ich hoffe euch konnten diese sieben Job-Sünden vor einem Leben im Fegefeuer der Jobsucher bewahren, oder habt ihr vielleicht ein Bewerbungsgebot für uns?

Schreibt uns doch auf LinkedIn oder Facebook und helft auch anderen auf dem Weg ins Licht – also natürlich bei der Beleuchtung des Arbeitsplatzes 🙂

 

Wenn du Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen benötigst, findet du diese hier, oder nutze unseren Service von Jobweiser!

Du kannst dir alle Tipps zum Thema Jobsuche in einem Videotraining auf video2brain oder LinkedIn Learning ansehen!

Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch bekommst du hier oder hier!

 

Nicht nur Fähigkeiten zählen: Richtiges Verhalten beim Jobinterview

Aus der Sicht einer Bewerberin – ein weiterer Gastbeitrag unserer tollen Praktikantin Kristina

Es ist ratsam, in einem langersehnten Vorstellungsgespräch zu seinem Traumjob nicht nur bewusst seine besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten herauszuheben, sondern auch bestimmten Benimm-Regeln zu folgen. Neben den klassischen Knigge-Regeln zu Business Etikette gibt es einfache Dinge, die jeder Bewerber beachten sollte.

Kleider machen Leute

Bevor Ihr überhaupt mit dem Personalchef ins Gespräch kommt, hat sich dieser bereits einen ersten Eindruck verschafft.

Dieser Eindruck entsteht durch Eure Mimik, Gestik und Körpersprache. Doch das sind nicht die einzigen Faktoren, auch Euer Aussehen im Sinne von Kleidung, Frisur oder gepflegte Hände ist entscheidend,

Denkt daran, dass Ihr Euch von Eurer besten Seite zeigen wollt; deshalb heißt es: besser overdressed als underdressed.

Die Wahl der Kleidung ist auch abhängig von der Branche, in welcher Ihr arbeiten wollt.

Meist reichen für die Herren ein einfarbiges Hemd oder Polo-Shirt, eine Jeans (jedoch ohne Risse, Löcher und mit langen Beinen) und schlichte Schuhe. Dasselbe gilt auch für Frauen: Schlichte Jeans, Rock oder Kleid mit einer einfachen Bluse sind oft passend. Die Schuhe sollten keinen Absatz über 3 cm aufweisen geschlossen sein. Vermeide zudem zu viel Make-Up und zu viel Schmuck.

Tipp: Die Kleidung solltet Ihr auf alle Fälle schon öfters getragen haben, um nicht die böse Überraschung zu erleben, dass die Bluse oder die Hose auf einmal zwickt.

Solltet Ihr bei Eurem Bewerbungsgespräch erfolgreich sein und Euren ersten Tag in der neuen Firma beschreiten, ist es wichtig, dass Ihr Euch gleich formell anzieht wie bei Eurem Bewerbungsgespräch.

Jetzt geht es ans Eingemachte: Das Aufeinandertreffen

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was man alles falsch machen kann, wenn es um die Kommunikation in einem Bewerbungsgespräch geht!

Dabei ist sowohl die direkte als auch die indirekte Kommunikation wichtig.

Stellt Euch folgende Situation vor:

Ihr habt ein Bewerbungsgespräch und kommt eine halbe Stunde zu früh. Ihr denkt Euch „Na, bevor ich warte ist sicher besser, wenn ich gleich reingehe und es hinter mich bringe.“

So, Ihr schreitet also zielstrebig auf die Tür zu, klopft an und zieht sie auf. Im Büro sitzt der Personalchef, vertieft in ein Dokument auf seinem Computer. Ihr räuspert Euch, weil er Euch anscheinend nicht bemerkt hat, und sagt höflich: „Entschuldigen Sie, ich hätte um 9 ein Gespräch bei Ihnen…“

Der Zuständige blickt auf und es dauert einen Moment, bis er versteht, was hier passiert. „Natürlich“, antwortet er. „Kommen Sie bitte herein.“

Ihr folgt seiner Anweisung, kommt herein, setzt Euch auf den freien Stuhl vor seinem Tisch und legt Eure Jacke über die Stuhllehne.

Als er aufsteht und Euch fragt, ob Ihr was zu trinken möchtet und ob Ihr gut zur Firma gefunden habt, antwortet Ihr mit einem Lächeln: „Nein danke und ja, es war echt schlimm hierher zu finden – der Parkplatz ist schon sehr versteckt…“

 

Na, lief doch ganz gut, oder? Ihr wart höflich, Ihr habt brav gelächelt und man hat nichts von Eurer Nervosität mitbekommen.

Und trotzdem gibt es viele Fehler, die Ihr allein schon in den ersten 5 Minuten des Vorstellungsgespräches gemacht habt.

Es fängt bei der Zeit an, in der Ihr ankommt: kommt niemals früher als 10 Minuten vor dem Termin, optimal sind 5 Minuten. Wenn Ihr zu früh da seid, heißt es also warten.

Klopft ruhig an die Bürotür, wartet aber, bis eine Antwort kommt. Es ist selten, dass der Personalchef Euch nur hereinbittet. Viel öfter kommt es vor, dass er zur Tür geht und sie Euch aufhält – schließlich erwartet er Euch schon.

Mit aufrechter Haltung und einem ehrlichen Lächeln (Selbstbewusstsein ist gefragt!) solltet Ihr ihm dann die Hand geben, wenn er sie Euch zum Gruß hinhält – nie umgekehrt. Dabei solltet Ihr Euch nicht anfühlen wie ein Fisch, der gerade aus der See aufs Land geworfen wurde: er sollte fest, aber nicht zu fest sein, und nicht zu lang anhalten. Haltet Augenkontakt.

Als nächstes wird er Euch wahrscheinlich ein Getränk, sowie einen Ablageort für Eure Jacke anbieten. Niemals solltet Ihr ein Getränk verneinen. Wenn Ihr kein Kaffeetrinker seid oder keinen Durst habt, solltet Ihr trotz allem ein Glas Wasser annehmen – Ihr müsst auch nicht alles austrinken; ein oder zwei Mal nippen ist vollkommen okay. Ich muss hoffentlich nicht extra erwähnen, dass Alkohol ein No-Go ist.

Wenn Euch der Personalchef einen Stuhl anbietet, wartet trotzdem ab, bis er sich ebenfalls hingesetzt hat.

Und auch wenn keinen Parkplatz gibt und man das Unternehmen nicht einmal Mithilfe von Google Maps findet: wenn er mit Euch Smalltalk betreibt und fragt, ob Ihr gut hingefunden habt, sagt Ihr mit einem Lächeln, dass es absolut kein Problem war, das Unternehmen zu finden.

Lügen haben kurze Beine

Klar, wer tut es nicht: wenn man eine Position unbedingt haben möchte, wird der Lebenslauf schnell mal optimiert.

Dabei wird das Praktikum auf einmal zur ersten Arbeitserfahrung oder aus den mäßigen Kenntnissen in Excel werden sehr gute Kenntnisse.

Es ist natürlich erlaubt, den Lebenslauf auf eine Stelle anzupassen und gewisse Tätigkeiten hervorzuheben, aber hütet Euch vor falschen Angaben im Lebenslauf und Eurem Bewerbungsgespräch.

Verwandelt beispielsweise nie die zwei Ferialjobs im Sommer zu einer durchgehenden zweijährigen Berufstätigkeit, wenn das nicht stimmt!

Personalchefs sind nicht umsonst Personalchefs. Sie haben eine sehr gute Menschenkenntnis und sind zuverlässig wie die Spürhunde der Polizei. Zudem können Unternehmen in Österreich einen Auszug der Sozialversicherung von Euch fordern, der genau auflistet, wann Ihr wo gearbeitet hast.

Wenn Ihr lügt, drückt Ihr Eurer Bewerbung praktisch einen Absagestempel auf.

Das Parkticket läuft ab

Auch wenn es sich absurd anhört, kommt es öfters vor als man sich vorstellen kann: das fiese Parkticket läuft ab und Ihr riskiert eine Strafe.

Bezahlt vorsorglich das Parkticket eine Stunde länger als geplant, bittet einen Freund, dass er Euch hinfährt oder fährt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln.
Nichts ist schlimmer, wenn Ihr während des Gesprächs immer wieder nervös auf die Uhr seht oder gar abgelenkt seid und gar nichts mehr mitbekommt.

Wer dann auch noch aufsteht mit der Begründung, dass er schnell ein neues Parkticket kaufen müsste, kann gleich nach Hause fahren.

Es hört sich vielleicht nach vielen Regeln an, bei welchem man schnell den Überblick verlieren kann. Es ist allerdings alles ein Ding der Übung und mit diesen Regeln könnt Ihr Euch sicher sein, dass Ihr den richtigen Start bei Eurem Vorstellungsgespräch hinlegt.

Eure Chancen stehen dadurch besser als die derer, die sich danebenbenommen haben!

 

Hie gibt’s weitere Artikel von Kristina:

Bewerbungslust statt Bewerbungsfrust – Teil 1

Bewerbungslust statt Bewerbungsfrust – Teil 2

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Tipps zur erfolgreichen Gehaltsverhandlung

Ist das Vorstellungsgespräch bereits gut gelaufen, gilt es, nur noch die letzte Hürde zu meistern: die Gehaltsverhandlung. Bei guter Vorbereitung und mit den richtigen Argumenten können Sie Ihr Wunschgehalt durchsetzen.

Es ist ganz natürlich, wenn man vor einer Gehaltsverhandlung nervös ist, trägt das Gehalt doch zur allgemeinen Zufriedenheit mit dem neuen Job bei. So wie Sie sich auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten, sollten Sie sich auch auf die Gehaltsverhandlung einstimmen.

Die Hauptargumentation können Sie auf Ihre Stärken und den Mehrwert, den Sie dem Unternehmen bringen werden, aufbauen. Wichtig dabei ist Ihr Wissen über Ihre finanzielle Situation, sprich wie viel Sie zum überleben, zum „gut leben“ und idealer Weise benötigen. Sehen Sie sich diese Slideshare Präsentation an, um bei Ihrem nächsten Jobinterview zu punkten.

Und noch ein kleiner Tipp: Wenn Sie während des Vorstellungsgesprächs merken, dass der Job für Sie nicht in Frage kommt, gehen Sie bewusst in die Gehaltsverhandlung und üben Sie diese!

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Fit für den Berufseinstieg – was passiert nach dem Studium?

Vielen Studenten steht das letzte Semester auf der Uni bevor. So ist es an der Zeit, sich über „die Zeit danach“ Gedanken zu machen.Einige Bachelor-Absolventen werden sich vielleicht für ein anschließendes Master-Studium entscheiden, andere wiederum wagen den Start in die Arbeitswelt.

Die Erwartungen sind groß: erster Job, tolle Firma, neue Kollegen und endlich das eigene Gehalt. So toll diese Vorstellung natürlich ist darf man nicht vergessen, realistisch zu bleiben! Der Arbeitsmarkt ist heutzutage hart umkämpft und ein akademischer Abschluss garantiert längst nicht mehr einen schnellen Berufseinstieg und sicheren Job. Deshalb machen Sie sich früh genug Gedanken, wohin Sie wollen und was Sie sich von Ihrem ersten Job erwarten.

Unternehmen und Recruiter wissen das nämlich ganz genau: Praktika, vielleicht Auslandserfahrung, Flexibilität und Einsatz. Viele Unternehmen wollen zudem auf Nummer sicher gehen und vergeben im ersten Schritt nur befristete Arbeitsverträge oder Praktika mit der Aussicht auf eine fixe Anstellung.

Sehen Sie das als Chance!

Immerhin können Sie hier Ihre Qualifikationen unter Beweis stellen und sich behaupten. Außerdem ist es auch eine gute Gelegenheit auszutesten, ob das Unternehmen überhaupt zu Ihnen passt. Denn nicht immer deckt sich der vermeintliche Traumjob in der eigenen Vorstellung mit der Realität. Wenn das der Fall ist, haben Sie zumindest wertvolle Berufserfahrung gesammelt. Zudem gewinnt man dadurch neue Erkenntnisse über die eigene Person und kann sich noch gezielter bewerben. Apropos Bewerbung: Tipps dazu könnt ihr regelmäßig auf unserer Website Jobweiser.at und in unseren Artikeln nachlesen!

 

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11 verdammt ehrliche Antworten im Jobinterview

Frage: „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“

Antwort: „Ich weiß nicht mal wo ich mich in 5 Minuten sehe… „

 

Das ist nur ein Beispiel der typischsten Bewerbungsfragen, die uns laut kununu im Jobinterview gestellt werden. Ok, zugegeben: ganz so ernst sollten Sie diese Antwortmöglichkeiten nicht nehmen, aber zum Schmunzeln haben sie uns auf alle Fälle gebracht 😉

 

Alle Antworten sind hier nachzulesen:
http://news.kununu.com/bewerbungsgespraech-11-verdammt-ehrliche-antworten

 

Passendere Antworten können Sie hier nachlesen:

Optimale Vorbereitung: Fragen im Vorstellungsgespräch – Teil 1

Optimale Vorbereitung: Fragen im Vorstellungsgespräch – Teil 2

 

Wie bitte?! Verbotene Fragen im Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräche erfordern immer Vorbereitung, und zwar auf beiden Seiten. Als Recruiter dürfen Sie den Bewerbern keine verbotenen Fragen stellen! Welche das sind und wie die Gesetzesgrundlage geregelt ist, lesen Sie hier.

Von Bewerbern wird erwartet, sich ein ausreichend über das Unternehmen zu informieren und klar darzustellen, warum die Person der geeignete Kandidat für das den Job ist. Doch auch als Recruiter gibt es Einiges zu beachten. So gibt es zum Beispiel Fragen, die im Zuge eines Jobinterviews nicht gestellt werden dürfen, da dies sonst rechtliche Folgen aufgrund des Diskriminierungsgesetztes (GlBG, österreichisches Recht) nach sich ziehen kann. Insbesondere handelt es sich dabei u.a. um Fragen zum Beziehungsstatus, zur sexuellen Orientierung oder zur politischen Einstellung.

Auszug aus dem Gleichbehandlungsgesetz:

§3 Z 1 GlBG: „Auf Grund des Geschlechtes, insbesondere unter Bezugnahme auf den Familienstand oder den Umstand, ob jemand Kinder hat, darf im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis niemand unmittelbar oder mittelbar diskriminiert werden, insbesondere nicht bei der Begründung eines Arbeitsverhältnisses.“

§17 Z 1 GlBG: „Auf Grund der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung darf im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis niemand unmittelbar oder mittelbar diskriminiert werden, insbesondere nicht bei der Begründung des Arbeitsverhältnisses.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen:

§20 Z 1 GlBG: „Bei Ungleichbehandlung wegen eines Merkmals, das im Zusammenhang mit einem der in §17 genannten Diskriminierungsgründe steht, liegt keine Diskriminierung vor, wenn das betreffende Merkmal auf Grund der Art einer bestimmten beruflichen Tätigkeit oder der Rahmenbedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Voraussetzung darstellt und sofern es sich um einen rechtmäßigen Zweck und eine angemessene Anforderung handelt.

Hier könnte z.B. die Körpergröße eine Rolle spielen, wenn man hauptsächlich über Kopf arbeiten muss.

§20 Z 2 GlBG: „Eine Diskriminierung auf Grund der Religion oder Weltanschauung liegt in Bezug auf berufliche Tätigkeiten innerhalb von Kirchen oder anderen öffentlichen oder privaten Organisationen, deren Ethos auf religiösen Grundsätzen oder Weltanschauungen beruht, nicht vor, wenn die Religion oder die Weltanschauung dieser Person nach der Art dieser Tätigkeiten oder der Umstände ihrer Ausübung eine wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung angesichts des Ethos der Organisation darstellt.

Das bedeutet, dass z. B. eine kirchliche Vereinigung nach dem Religionsbekenntnis fragen darf, da dies einen erheblichen Teil der Unternehmenskultur darstellen kann.

Diese Ausnahmen sind sehr strikt geregelt, also vermeiden Sie unbedingt, Ihrem Gegenüber – unabhängig ob Frau oder Mann – folgende verbotene Fragen zu stellen:

  • „Sind Sie verheiratet? Geschieden?“
  • „Wie sieht es mit Ihrer Familienplanung aus? Leben Sie alleine oder teilen Sie sich Ihren Haushalt mit jemanden?“
  • „Sind Sie derzeit schwanger? Haben Sie einen Kinderwunsch?“

Oft werden stattdessen die erlaubten Fragen nach den 3- oder 5-Jahreszielen gefragt oder auch, welche persönlichen Erfolge oder Highlights bis jetzt im Leben passiert sind. Als Recruiter sollte man mit diesen Fragen ausweichen, als Bewerber diese Fragen mit beruflichen Informationen beantworten.

  • Welche Krankheiten haben Sie?

Auch Fragen nach der körperlichen Verfassung sind verboten. Stattdessen sollte man als Recruiter den Job beschreiben und nachfragen, ob diese Tätigkeiten für den Bewerber möglich sind. Eine Ausnahme, wo man nach gewissen Krankheiten stellen darf, sind Jobs im Gesundheits- oder Essensbereich.

  • Welcher Partei haben Sie bei den letzten Wahlen Ihre Stimme gegeben?
  • Welche Religionszugehörigkeit haben Sie?
  • Haben Sie Schulden?

Hier stellt sich die Frage, welche Relevanz die Antworten auf eine Anstellung haben. Daher ist weder die Beantwortung noch das Stellen dieser Fragen sinnvoll. Eine Ausnahme stellen lediglich Organisationen dar, die eine gewisse politische oder Glaubensrichtung vertreten und sicherstellen wollen, dass ein Bewerber auch in die Organisationskultur passt.

Grundsätzlich gilt: Während eines Bewerbungsgespräches geht es darum herauszufinden, wie qualifiziert und motiviert der Bewerber für den zu vergebenden Job ist. Als Bewerber darf man bei Fragen, aufgrund derer man diskriminiert werden könnte, bei jeder Antwort ohne Angst vor Konsequenzen lügen.

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