Aktives vs. Passives Recruiting

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Aktives vs. Passives Recruiting

Im Recruiting hört man immer wieder von aktiven oder von passiven Kandidaten. Ziel eines Unternehmens ist es immer, den oder die beste Mitarbeiterin zu finden. Je nachdem, ob es sich dabei um aktive oder passive Kandidaten handelt, muss auch die Recruiting-Strategie angepasst werden.

Aktive Kandidaten

Diese Gruppe von Bewerbern ist aktiv auf der Suche nach einem Job. Neben Arbeitslosigkeit können z.B. auch der Wunsch nach mehr Verantwortung oder die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz Auslöser für die aktive Jobsuche sein. Diese Gruppe ist offen für neue Möglichkeiten und arbeitet proaktiv daran, eine neue Position zu finden. Etwa 25% aller Arbeitskräfte fallen in diese Kategorie. Stelleninserate sind der übliche Weg, um diese Gruppe von Bewerbern anzusprechen. Wichtig dabei ist, das Inserat so optimal wie möglich zu gestalten, inklusiver wichtiger Schlagwörter und dieses auch auf diversen Kanälen zu teilen.

Eine Untergruppe bzw. eine Mischung aus aktiven und passiven Kandidaten sind jene, die zwar nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job sind, aber bereit sind für Angebote und sich gerne mal im eigenen Netzwerk umhören. Diese Gruppe macht ca. 15% der Beschäftigten aus. Für sie sollte der Bewerbungsprozess so einfach wie möglich gemacht werden, z.B. über Online-Profile oder über Mitarbeiter-Empfehlungs-Programme. Grund ist ganz einfach, dass diese Kandidaten oft keinen aktuellen Lebenslauf parat haben, was bei langwierigen Bewerbungsprozessen eine Hürde sein könnte.

Passive Kandidaten

Passive Kantidaten stehen in einem aufrechten Dienstverhältnis und sind auf der Suche nach einem neuen Job. Rechnet man die oben erwähnten 15% dazu, kommt diese Gruppe auf beachtliche 75% aller Arbeitskräfte. Der Vorteil für Unternehmen bei dieser Gruppe ist, dass die Konkurrenz-Angebote wahrscheinlich ausbleiben, da sie nicht aktiv suchen. Umso wichtiger ist es, diese Kandidaten richtig anzusprechen. Proaktive Methoden seitens des Unternehmens sind dabei das wichtigste Instrument. Die Person muss überzeugt werden, warum er oder sie der richtige Kandidat für den Job und das Unternehmen ist. Auch wenn der Kandidat momentan gar nicht an einem Unternehmenswechsel interessiert ist (und das sind ca. 15%), macht es Sinn zu kommunizieren – sei es um für einen späteren Zeitpunkt positiv in Erinnerung zu bleiben oder um zu networken.

passive and active candidatesQuelle: LinkedIn Talent Blog

 

Den gesamten Artikel gibt es auf LinkedIn zum Nachlesen: Recruiting Active va. Passive Candidates.

Mehr zum Thema findet ihr außerdem hier: Bewerber profitieren von Active Sourcing.

DSGVO: Auswirkungen auf Bewerber und Recruiter

Am 25.5.2018 ist die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Sie regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten und ist EU-weit gültig. Zweck ist es, einen strengeren und transparenteren Umgang mit Daten zu erreichen. Jeder soll das Recht haben zu bestimmen, ob und was mit seinen Daten passiert. Was sich seitdem für Recruiter und Bewerber verändert hat, haben wir für Euch zusammengefasst.

 

Keine Langzeit-Speicherung von Daten

Wenn man sich in einem Unternehmen bewirbt aber zu dem Zeitpunkt keine passende Stelle verfügbar ist, halten Personaler nach Zustimmung Bewerbungsdaten oft zur Wiedervorlage bereit (in Österreich sprechen Personaler  auch davon, Bewerbungen „in Evidenz“ zu halten). Sprich: Sollte wieder mal eine ähnliche Position frei werden, könntet Ihr kontaktiert werden. Seit der Umsetzung der DSGVO am 25.5.2018 ist das Geschichte. Wenn man als Bewerber nicht explizit der Speicherung seiner Daten in einer Bewerberdatenbank zustimmt, drohen saftige Strafen für Unternehmen, die diese Daten nicht löschen.

 

Recruiting via Social Media

Die klassichen Bewerbungsmethoden reichen in der heutigen Zeit oftmals nicht aus, um geeignete Kandidaten zu finden. Recruiter greifen im Rahmen von Active Sourcing oft und gerne auf Social Media Plattformen zurück um die besten Mitarbeiter zu gewinnen. Auch das soll mit der DSGVO nun Geschichte sein. Abgesehen von Business-Netzwerken wie LinkedIn oder XING dürfen Unternehmen eure Daten auf privaten sozialen Netzwerken nicht mehr in einem beruflichen Kontext verarbeitet werden.

 

Private Empfehlungen

Viele Personaler netzwerken untereinander und gelangen so über persönliche Kontakte und Empfehlungen zu möglichen Kandidaten. Das birgt aber ein großes datenschutzrechtliches Risiko, da die empfohlenen Kandidaten keine explizite Zustimmung zur weiteren Verarbeitung der Daten gegeben haben. Um auch in Zukunft noch datenschutzkonform Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter erhalten und verarbeiten zu können, muss in jedem Fall eine idealerweise elektronisch nachweisbare Zustimmung durch die empfohlenen Kandidaten erfolgen.

 

Endlose Bewerungsformulare

Viele kennen es: man möchte sich bei einem Unternehmen online bewerben und scheitert oft schon an den schier endlosen Bewerbungsformularen und -fragen. So etwas soll aber nun vermeidbar sein. Mit der neuen DSVGO dürfen generell nur solche Daten erhoben werden, die für den weiteren Zweck unbedingt notwendig sind. Dazu kommt auch, dass das Anfordern eines Fotos für den Bewerbungsprozess nicht mehr legitim ist, da dieses nichts über die Qualifikation eines Bewerbers aussagt.

 

Weiterleitung der Bewerbungsunterlagen durch Personaldienstleister

Personalvermittler dürfen nun geeignete Kandidatenprofile erst nach ausdrücklicher Zustimmung an andere Unternehmen weiterleiten. Somit besteht keine Gefahr mehr, dass Bewerbungen mehr oder weniger wahllos verstreut werden. Ihr bestimmt darüber, wo eure Daten landen.

Viele Personaldienstleister senden jedoch schon seit langer Zeit ausschließlich anonymisierte Bewerberprofile zu Unternehmen.

 

Trotz der vielen negativen Stimmen zur DSGVO bieten gewisse Regelungen mehr Schutz, vor allem für Bewerberinnen und Bewerber. Denn Facebook ist sicher nicht das ideale soziale Netzwerk, um für einen Job rekrutiert zu werden.

Weitere Infos zum neuen DSGVO findet Ihr hier und einen brandneuen Kurs zum Thema Active Sourcing gibt’s hier auf LinkedIn Learning.

 

 

 

Nach dem Jobinterview gut in Erinnerung bleiben

Beim Jobinterview geht es in erster Linie darum, den geeigneten Kandidaten für das Unternehmen zu finden. Doch auch für das Unternehmen selbst ist es die ideale Gelegenheit, sich als Top-Arbeitgeber zu präsentieren. Denn auch Bewerber wollen sich ein Bild vom Unternehmen machen und herausfinden, ob sie überhaupt hierhin passen.

Fühlt man sich als Kandidat von Vornherein nicht wohl, wird man auch ein eventuelles Jobangebot nicht annehmen. Vergewissern Sie sich, dass Bewerber schon vor dem Gespräch alle notwendigen Informationen bekommen (Minimalinfos: Ort, Zeit und Dauer des Gespräches sowie Name des bzw. der Gesprächspartner). Bewerber sollen sich immer gut betreut und informiert fühlen. Für das Jobinterview selbst planen Sie genug Zeit ein, finden einen geeigneten Raum und bereiten diesen auch vor. Ist der Bewerber vor Ort, lassen Sie ihn nicht zu lange warten. Sollte es dennoch zu Verzögerungen kommen – was ja im Arbeitsalltag durchaus passieren kann – informieren sie den Kandidaten darüber.

Nichts ist schlimmer, als eine gefühlte Ewigkeit an der Rezeption auf ein Vorstellungsgespräch zu warten und nicht zu wissen, wann der Gesprächspartner endlich erscheint . Als Kandidat ist man immerhin nervös! Solche Verzögerungen lassen sich gut mit dem Angebot auf ein Getränk überbrücken.

Wenn das Gespräch dann endlich losgeht, vergessen Sie nicht, sich selbst und eventuelle Gesprächspartner vorzustellen und dem Gegenüber einen kurzen Überblick über den Verlauf des Gespräches zu geben. Ungefähr genauso wichtig wie der Start des Gespräches ist auch der Abschluss. Manche Recruiter bevorzugen es, direkt im Anschluss an das Jobinterview Feedback zu geben. Soll heißen, wenn man schon während dem Gespräch merkt, dass der Kandidat nicht zum Unternehmen passt wird dies gleich mitgeteilt. Natürlich höflich und mit ausführlicher Begründung sowie eventuell Tipps oder Vorschlägen für geeignetere Positionen. Möchten Sie mit Ihrem Feedback aber warten bzw. verlief das Gespräch erfolgsversprechend, sprechen Sie auf jeden Fall die weitere Vorgehensweise an. Der Bewerber soll Bescheid wissen, wie lange es bis zur Rückmeldung dauern wird.

Wenn Sie dem Bewerber dann eine Woche später eine Zusage machen und auch er oder sie interessiert ist: Glückwunsch! Sollte dem nicht so sein und Sie müssen eine Absage erteilen, tun Sie dies möglichst zeitnah nach dem Gespräch und seien Sie dabei so ehrlich wie möglich. Benutzen Sie keine Standardfloskeln bei der schriftlichen Absage, sondern versuchen Sie einen individuellen Text zu verfassen. Die noch persönlichere – wenn auch sicher nicht ganz angenehme – Variante ist die telefonische Absage. Vorteil ist, dass Sie dem Kandidaten hier gleich Feedback und Ihr Bedauern über die negative Auskunft geben können und nochmal betonen, wie sehr es sie gefreut hat, ihn persönlich kennen zu lernen. Dies kann zwar unangenehm sein, allerdings haben Sie so die Möglichkeit, sich von Ihren Mitbewerbern abzuheben und – trotz der negativen Nachricht – einen positiven Eindruck beim Bewerber zu hinterlassen.

Das Wichtigste ist, dass sich Bewerber trotz Absage wertgeschätzt fühlen. Man weiß ja nie ob man die Kandidaten zu einem späteren Zeitpunkt nochmal wiedersieht und vor allem wem die Erfahrungen weitererzählt werden!

 

Auch interessant in dem Zusammenhang: No-Go Fragen im Bewerbungsgespräch

Die eierlegende Wollmilchsau

Bei der eierlegenden Wollmilchsau handelt es sich um eine umgangssprachliche Redewendung. Damit wird oft eine Sache oder Person beschrieben, die „nur Vorteile hat, alle Bedürfnisse befriedigt, allen Ansprüchen genügt“. Kurzum: etwas, das es schlichtweg nicht gibt. Diese Idealvorstellung eines imaginären Nutztieres taucht immer mal wieder in verschiedenen Lebensbereichen auf.

So hat man als Bewerber bei der Jobsuche oft das Gefühl, dass Unternehmen heutzutage genau diese eierlegende Wollmilchsau suchen. In Stelleninserat finden sich oft Anforderungen, die eher an einen Wunschzettel als ein realistisches Jobprofil erinnern. Masterabschluss, drei Jahre einschlägige Berufserfahrung, fließendes Englisch. Außerdem kommunikativ, teamfähig und stets motiviert – diese Anforderungen sind oft obligatorisch. Die Liste ist meistens sogar noch länger. Abschrecken lassen sollten Sie sich davon allerdings nicht.

Als Faustregel gilt, dass Sie ca. 75% der Anforderungen aus dem Stelleninserat erfüllen sollten, um bei der Bewerbung Erfolgschancen zu haben. Allerdings bewerben sich viele Jobsuchende nicht treffsicher: Männer bewerben sich, wenn sie nur 10% der Anforderungen erfüllen, Frauen nicht einmal, wenn sie 90% erfüllen. Im Zweifelsfall sollten Sie in der Personalabteilungen anrufen und nachfragen. Denn sinnfreie Bewerbungen sind für für beiden Seiten viel Arbeit und somit leider oft Zeitverschwendung.

Doch genauso wie sich als Bewerber Gedanken zu den Anforderungen machen sollten, sollte dies auch das Unternehmen schon im Vorhinein machen. Es macht Sinn, zwischen „Must-haves“ (z.B. fließendes Englisch) und „Nice-to-haves“ (z.B. weitere Fremdsprachenkenntnisse) zu unterscheiden. In Stelleninseraten sind diese „Nice-to-haves“ durch die Floskeln „wünschenswert“, „von Vorteil“ oder „idealerweise“ erkennbar. Diese Unterscheidung macht es für beide Seiten einfacher. Ansonsten bleibt Ihnen nur, zwischen den Zeilen zu lesen und sich mit Hausverstand zu bewerben. Ein Senior-Job mit fünf Jahren Berufserfahrung ist zum Beispiel nichts für Absolventen.

Wenn Sie Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen benötigen, finden Sie diese hierLebenslaufvorlagen finden Sie hier oder nutzen Sie unser Service von Jobweiser!

Hier können Sie sich alle Tipps zum Thema Jobsuche in einem Videotraining auf video2brain oder LinkedIn Learning ansehen!

 

Gute Bewerber springen vorzeitig ab? Teil 2

In Teil 1 dieser Serie konnten Sie die Gründe für ein vorzeitiges Abspringen von Bewerbern bereits nachlesen. Ein optimaler Bewerbungsprozess macht also durchaus Sinn. Hier finden Sie Tipps, wie Sie zu lange Verzögerungen künftig vermeiden können:

 

  • Vorbereitung ist alles: Vorab sollten Sie immer klären, wen man eigentlich sucht bzw. braucht. Voll- oder Teilzeitstelle? Unbefristeter Vertrag oder eine Arbeitsstelle auf Zeit? Diese Fragen sollten Sie schon vor Ausschreibung der offenen Position klären. Zudem sollten alle Personen, die am Bewerbungsprozess beteiligt sind (z.B. künftige Führungskraft und Kollegen, HR Manager, Kollegen) informiert und „ins Boot geholt“ werden. Somit können offene Fragen und Unklarheiten schon im Vorfeld geklärt werden, z.B. in welchem Rahmen das Gehalt liegt, wo man Kompromisse eingehen kann oder welche Benefits Sie dem Bewerber zusätzlich anbieten können.
  • Stellen Sie sicher, dass beim Vorstellungsgespräch alle beteiligten Personen und Entscheidungsträger dabei sind. Unmittelbar nach dem Gespräch gilt es dann, gleich Feedback einzuholen. So können unmittelbar nach dem letzten Jobinterview Ihre jeweiligen Präferenzen schnell abgesteckt werden. Dabei sollten Sie natürlich auch nicht vergessen, Feedback vom Bewerber einzuholen. Meist reicht schon ein kurzer Anruf um zu abzuklären, ob auf beiden Seiten weiterhin Interesse vorhanden ist.
  • Den Bewerber immer am Laufenden halten. Informieren Sie den Kandidaten bei jedem Gespräch, wie viel Zeit bis zur nächsten Rückmeldung vergehen wird. Auch bei Zwischenergebnissen oder kurzfristigen Verzögerungen immer Bescheid geben. Oft reicht schon eine kurze E-Mail, damit sich der Bewerber nicht vergessen fühlt und vorzeitig abspringt.
  • Wenn es eine Entscheidung gibt, dann sagen Sie dem Bewerber so schnell wie möglich telefonisch zu und vereinbaren einen Termin zur Vertragsunterzeichnung. Noch offenen Fragen oder Verhandlungsbedarf sollten so bald als möglich abgeklärt werden.

 

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Gute Bewerber springen vorzeitig ab? Teil 1: Die Gründe

Auf der Suche nach einem Job werden Kandidaten wieder aufs Neue auf eine Geduldsprobe gestellt, denn bewerben heißt auch immer warten. Aber nicht nur Bewerber sollten sich in Geduld üben, sondern auch Unternehmen, die auf der Suche nach den passenden Kandidat*innen sind. Denn nicht selten springen diese noch während des Bewerbungsprozesses ab und die Suche beginnt von vorne. Grund dafür ist häufig, dass der Bewerbungsprozess zu lange dauert.

Mehr als die Hälfte der österreichischen Personalverantwortlichen gibt an, dass das Einstellungsverfahren in ihrem Unternehmen von Jahr zu Jahr länger dauert. Die Gründe sind vielfältig: Nicht selten gibt es bei offenen Positionen zu wenig qualifizierte Bewerber. Die Suche nach dem Wunschmitarbeiter verzögert sich. Hat man diesen dann doch gefunden, spring er oder sie oftmals noch vor Vertragsunterzeichnung ab und nimmt ein anderes Angebot an. Grund dafür wiederum ist, dass Bewerber heutzutage viel anspruchsvoller gegenüber potenziellen Arbeitgebern sind als noch vor einigen Jahren. Und wenn man weiß, wie viel man auf dem Arbeitsmarkt wert ist, kann man sich oft das beste Angebot aussuchen. Viele Unternehmen führen zudem mehrere Gesprächsrunden durch, die den Bewerbungsprozess weiter verzögern.

Folgende Grafik zeigt die Ergebnisse einer Online-Umfrage von über 700 Arbeitnehmern. Demnach klagen knapp 70% der Befragten über sehr späte oder gar keine Reaktion auf ihre Bewerbungen:

Quelle: karriere.at

 

In Teil 2 erfahren Sie, wie Sie zu lange Verzögerungen vermeiden können, damit qualifizierte Bewerber künftig nicht mehr abspringen.

Und falls Sie den richtigen Kandidaten bereits gefunden und eingestellt haben, könnte Sie das auch interessieren: Mitarbeiter motivieren und binden