Das bedingungslose Grundeinkommen
05 Jun 2018

Das bedingungslose Grundeinkommen

Kaum ein Thema ist so umstritten wie

05 Jun 2018

Kaum ein Thema ist so umstritten wie jenes um das bedingungslose Grundeinkommen. Schon öfters wurde es über einen begrenzten Zeitraum – durchaus erfolgreich – getestet, dennoch wirft dieses System große Fragen auf.

Die wichtigste Frage in dem Zusammenhang ist mit Sicherheit, was die Menschen tun würden, wenn sie monatlich ein fixes Einkommen hätten, egal ob sie arbeiten oder nicht. Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens befürchten, dass die Menschheit faul wird. Das ist aber nicht der Fall, was bereits in mehreren Studien bewiesen wurde. In einer aktuellen Studie etwa beobachten US-Ökonomen  wie sich eine allgemeine Geldleistung auf den Arbeitsmarkt in Alaska auswirkt. Seit 1982 zahlt der erdölreiche US-Bundesstaat eine jährliche Dividende von circa 2.000 Dollar an jeden Einwohner aus, und zwar ohne Bedingungen. Seit der Auszahlung hat sich der Anteil der arbeitenden Bevölkerung in Alaska insgesamt jedoch nicht verändert, fanden die Ökonomen heraus. In einigen Sektoren habe es mehr Menschen, die Teilzeit arbeiten. Die Beschäftigungseffekte in anderen Sektoren blieben gleich. Ähnliche Ergebnisse zeigen auch andere Langzeitstudien.

Aufgrund der vorschreitenden Automatisierung werden künftig viele Arbeitsplätze wegfallen, da diese durch Maschinen ersetzt werden können. Da stellt sich ohnehin die Frage, wie eine Gesellschaft und vor allem der „Otto-Normal-Verbraucher“ langfristig überhaupt ohne ein Grundeinkommen überleben kann. Genau gesagt haben 50% der derzeitigen Arbeitsabläufe das Potenzial, bis 2030 durch Maschinen ersetzt zu werden. In einer neuen Studie von McKinsey wurde ermittelt, dass im Durchschnitt 15% aller Jobs global wegfallen könnten. Dem steht dagegen, dass sich bis 2030 zwischen 75 Millionen bis 375 Millionen Menschen (3-14% der globalen Arbeitskraft) eine neue Qualifikation aneignen müssen. Gäbe es ein bedingungsloses Grundeinkommen, könnten die Menschen ihre Zeit vielmehr in Bildung investieren, um sich genau jene Qualifikationen anzueignen, die für die künftige Arbeitswelt immer mehr benötigt werden. Die Menschen wären kreativer und hätten auch mehr Zeit, sich sozial zu engagieren. Zeit könnte generell viel sinnvoller genutzt werden.

Doch wie würde so ein System in der Realität aussehen? Die uns jetzt bekannten Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe, Mindestsicherung und Pension gibt es dann nicht mehr. All diese Leistungen werden durch das Grundeinkommen ersetzt. Tatsache ist also, dass das bedingungslose Grundeinkommen nicht von heute auf morgen eingeführt werden kann. Der erste Schritt in Richtung bedingungsloses Grundeinkommen ist vielleicht schon gesetzt wenn wir uns die Frage stellen „Was würde ich tun, wenn ich nicht mehr arbeiten müsste?“

Wenn Sie sich für das Thema interessieren, empfehlen wir folgendes Buch:
Utopien für Realisten: Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen.

Einen Artikel zum Thema „Zukunft der Arbeit“ können Sie hier nachlesen. Übrigens, vernetzen Sie sich doch mit uns auf LinkedIn!

 

Leave a comment
More Posts
Comments

Comments are closed.