Moderne Arbeitswelt? Freier Dienstvertrag & co.

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Moderne Arbeitswelt? Freier Dienstvertrag & co.

Unsere Arbeitswelt wird moderner und flexibler, und damit ändern sich auch die typischen und altbekannten Formen der Beschäftigung. Wo früher ein Leben lang der Vollzeitvertrag üblich war, sind heute Teilzeitbeschäftigung, Nebenjobs und Praktika am Vormarsch.

Wir erklären, was es mit dem freien Dienstvertrag auf sich hat, was man bei mehreren Beschäftigungen gleichzeitig beachten muss und vieles mehr.

DER FREIE DIENSTVERTRAG

Der freie Dienstvertrag unterscheidet sich vom „normalen“ Arbeitsvertrag dadurch, dass die persönliche Abhängigkeit nicht gegeben ist. Das bedeutet, der Arbeitnehmer ist nicht an die Weisungen oder an bestimmte Arbeitszeiten gebunden und es fehlt die Einordnung in die betriebliche Ablauforganisation.

BEISPIEL: ein Rechtsanwalt hält neben seiner Angestelltentätigkeit Fachvorträge an einer Fachhochschule. Seine Arbeitszeiten sind individuell vereinbar und im Falle eines Verhinderungsgrundes kann er einen passenden Ersatz schicken.

Für freie Dienstnehmer gilt die Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70 monatlich). Verdient der freie Dienstnehmer unter dieser Grenze, entsteht nur eine Teilversicherung in der Unfallversicherung, für die der Arbeitgeber Beiträge leisten muss. Verdient man als freier Dienstnehmer über dieser Grenze, entsteht hingegen Vollversicherungspflicht. Das bedeutet, man ist kranken-, unfall- und pensionsversichert und muss Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

HINWEIS: Verdient man als freier Dienstnehmer über längere Zeit hinweg unter der Geringfügigkeitsgrenze (z.B. als Student neben der Ausbildung), so kann man eine freiwillige Selbstversicherung bei der Gebietskrankenkasse abschließen. Diese führt zu einer Versicherung in der Pensions- und Krankenversicherung. Der Vorteil dabei ist, dass hierbei keine Versicherungszeiten für die spätere Pension „verloren“ gehen. Diese nachzukaufen kann nämlich sehr teuer werden!

SOZIALVERSICHERUNGSBEITRÄGE

Wenn die Einnahmen aus einem freien Dienstverhältnis über der Geringfügigkeitsgrenze liegen, zieht der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge ab. Angenommen, Sie sind angestellt und arbeiten zusätzlich als freier Dienstnehmer: In diesem Fall ist die Summe aller Einnahmen entscheidend. Wenn das Entgelt aus dem freien Dienstverhältnis unter der Geringfügigkeitsgrenze liegt, die Summe Ihrer Einnahmen aber darüber, werden die Sozialversicherungsbeiträge erst nachträglich von der Gebietskrankenkasse vorgeschrieben. Sie müssen sich also nicht bei der Gebietskrankenkasse melden.

BEISPIEL: Der Rechtsanwalt erhält für die Fachvorträge an der FH im Monat 365 Euro. Für diesen Zuverdienst bekommt er nachträglich von der Sozialversicherung Beiträge in Höhe von 14,12 % der jährlichen Beitragsgrundlage der geringfügigen Beschäftigung vorgeschrieben.

MEHRERE BESCHÄFTIGUNGEN

Mit dem Konkurrenzverbot ist geregelt, ob eine Nebenbeschäftigung erlaubt ist oder nicht. Dieses Verbot gilt während des aufrechten Dienstverhältnis; im Gegensatz zur Konkurrenzklausel, welche erst NACH Beendigung des Dienstverhältnisses wirkt. Das gesetzliche Konkurrenzverbot untersagt gewisse Nebentätigkeiten. Zusätzlich können vertragliche Nebenbeschäftigungsverbote vereinbart werden. Diese sind im Einzelfall zu überprüfen.
In jedem Fall ist es für Angestellt untersagt, im selben Geschäftszweig des Arbeitgebers auf eigene oder fremde Rechnung Handelsgeschäfte abzuschließen. Darüber hinaus ist es verboten, zusätzlich ein selbstständiges kaufmännisches Unternehmen zu betreiben, auch wenn es sich dabei um einen anderen Geschäftszweig handelt.

AUSNAHME: der Arbeitgeber stimmt ausdrücklich zu. In dem Fall empfiehlt es sich, diese Zustimmung schriftlich einzuholen, um späteren Missverständnissen oder Streitigkeiten vorzubeugen. Hat man kein Einverständnis und der Arbeitgeber erfährt von dem unzulässigen Nebenjob ist das Grund für eine Entlassung. (Am Rande erwähnt: Die sogenannte „Schwarzarbeit“ ist natürlich auch verboten. Man spricht von einem „abträglichen Nebengeschäft“.)

STEUERLICHE AUSWIRKUNGEN

Hat man mehr als nur ein Arbeitsverhältnis, gibt es einige Dinge hinsichtlich Steuer und Sozialversicherung zu beachten. Wenn alle Arbeitsverhältnisse unter Geringfügigkeitsgrenze liegen, wird die Sozialversicherung gleich von den laufenden Bezügen abgezogen. Wenn nicht kommt es zu einer Nachverrechnung.

GUT ZU WISSEN: Die geringfügige Beschäftigung ist ein Begriff, den es nur im Sozialversicherungsrecht, nicht aber im Steuerrecht gibt. Für die Berechnung der Steuer ist deshalb auch nur wichtig, ob es sich bei einer geringfügigen Beschäftigung um ein Arbeitsverhältnis oder um einen freien Dienstvertrag handelt.
Arbeitnehmer mit mehr als einem Arbeitsverhältnis und einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von insgesamt über 12.000 € sind verpflichtet, bis zum 30.9. des folgenden Jahres eine ArbeitnehmerInnenveranlagung beim Finanzamt einzureichen (=Pflichtveranlagung).

ACHTUNG: Sie bekommen Pension und möchten etwas dazuverdienen? Je nachdem, welche Pension Sie beziehen (Witwenpension, Berufsunfähigkeitspension etc.) gibt es unterschiedliche steuerliche Auswirkungen. Informieren Sie sich daher vorab ausreichend, um spätere teure Nachzahlungen zu vermeiden!

 

Informationen dazu und weitere Beispiele können Sie hier und auf der Seite der österreichischen Arbeiterkammer nachlesen.

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Eine der verrücktesten Bewerbungen der Welt

Bei der Recherche unser beiden Artikel zum Thema Guerilla-Bewerbung (genial oder übertrieben? und So kann sie aussehen) sind wir auf ein weiteres tolles Beispiel einer außergewöhnlichen Bewerbung gestoßen.

Der US-Amerikaner Andrew Horner hat nach unzähligen Absagen einfach beschlossen, den Spieß umzudrehen. Aus Frust und dank guter Programmierkenntnisse baute er sich die Website reversejobapplication.com, wo er potenzielle Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen wollte. Das Besondere an der Website war, dass sich die Unternehmen nun bei Andrew bewerben konnten, nicht umgekehrt.

Andrew Horner

Was man auf seiner Seite vergeblich sucht, ist ein Lebenslauf. Andrew legt nach eigener Aussage mehr Wert darauf, seinen Charakter vorzustellen und weniger seine Kenntnisse. Ganz nach dem Motto, dass man schließlich einen Menschen einstellt und nicht eine Maschine. Mit lustigen Illustrationen und einer ordentlichen Portion Humor und Selbstironie präsentiert sich Andrew auf seiner Seite. Und das mit Erfolg! Neben vielen Angeboten und Jobinterviews arbeitet er nun bei einem Start Up Unternehmen. Die Website lässt er trotzdem noch online, „für die Nachwelt“ wie er selbst sagt.

Du bist auch auf der Suche nach einem Job, vertraust aber lieber auf die klassische Variante? Für gute Lebenslaufvorlagen schau am besten HIER rein. Außerdem kannst du dir Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen ansehen, oder unseren Service von Jobweiser nutzen.

Du kannst dir alle Tipps zum Thema Jobsuche in einem Videotraining auf LinkedIn Learning ansehen!

Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch bekommst du hier oder hier!

 

Assessment Center: Tipps und richtige Vorbereitung

Keine Frage, ein Großteil der Unternehmen schwört bei der Mitarbeitersuche nach wie vor auf das klassische Vorstellungsgespräch. Doch auch das Assessment Center ist nach wie vor beliebt – immerhin können sich Personaler und Führungskräfte gleichzeitig einen Überblick über mehrere Kandidaten schaffen und haben einen direkten Vergleich. Doch wenn man als Bewerber zum ersten Mal zu einem Assessment Center eingeladen wird, kann man schon mal nervös sein.

 

Assessment Center (kurz: AC) dauern meist mehrere Stunden oder auch den ganzen Tag. Den Kandidaten wird viel abverlangt, vor allem vollste Konzentration und Aufmerksamkeit in verschiedenen Einzel- und Gruppenübungen. Anhand von Intelligenz- und Persönlichkeitstests sowie Rollenspielen wird beobachtet, wie fokussiert der Bewerber ist, wie er oder sie sich in bestimmten Situation verhält oder welche Rolle er im Team übernimmt, z. B. während einer Gruppenarbeit. Dadurch ist es leichter möglich – vor allem im Vergleich zum klassischen Vorstellungsgespräch – direkte Rückschlüsse auf das Arbeitsverhalten der Bewerber zu schließen. Diese Verfahren verlaufen meist auch sehr standardisiert und kontrolliert ab, d.h. die Beobachter, so genannte Assessoren, werden vom Personaler genau geschult und angewiesen worauf es zu achten gilt.

Was erwartet mich bei einem Assessment Center?

Neben den Aktionen, auf die wir gleich genauer eingehen, können auch auf den Job angepasste Übungen eingesetzt werden. Diese sind von einem zum anderen Assessment Center unterschiedlich, sollten sich aber im Rahmen dieser Elemente bewegen:

Hearings

Ähnlich einem Vorstellungsgespräch werden Bewerber von den Assessoren befragt. Die Fragen können auf ein vorangegangenes Bewerbungsgespräch aufbauen oder etwas konkreter gestellt werden. Ein Klassiker ist die Darstellung einer Problemsituation und die anschließende Fragen: „Wie würden Sie das Problem lösen?“ und nach der Antwort. „Warum haben Sie das Problem auf diese Weise gelöst?“ Dabei zielt die erste Frage auf Ihre fachlichen und methodischen Kompetenzen sowie Ihre Kombinationsfähigkeit und Lösungsorientierung ab. Die Antwort auf die zweite Frage sollte Ihre persönlichen und sozialen Stärken untermauern.

Gruppenübungen

Hier müssen Sie in einer Gruppe mit den anderen Kandidaten eine Problemstellung bearbeiten, ein Rätsel lösen, zu einer Einigung kommen oder Ähnliches. Praktizieren Sie dabei aktives Zuhören, bringen Sie sich mit konstruktiven Vorschlägen ein und versuchen Sie, mit Fakten und diplomatisch Ihre gewünschte Lösung durchzusetzen.

Rollenspiele

Meist als Paarübung durchgeführt, stellen Sie mit einem anderen Kandidaten eine Diskussionssituation nach. Das könnten Verhandlungen, Verkaufsgespräche oder sonstige Konflikte sein, bei der Sie zu einer Einigung kommen sollten.

Tests

Während des Assessment Centers kann es sein, dass Ihnen schriftliche Tests vorgelegt werden, in denen Ihre Persönlichkeitsmerkmale, Kombinatorik, analytische Fähigkeiten, mathematische Kenntnisse oder Ähnliches abgefragt werden. Auch der klassische Intelligenztest kommt oft zum Einsatz. Keine Sorge: es ist üblich, dass Sie wahrscheinlich mit der Beantwortung nicht fertig werden. Meist wird weniger Bearbeitungszeit vorgegeben, als Sie tatsächlich brauchen würden.

Wie bereite ich mich auf ein Assessment Center vor?

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Beispiele von Tests und Übungen, die im AC zum Einsatz kommen könnten. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Assessment Center haben, empfehlen wir Ihnen, sich vorab einige dieser Übungen anzusehen, z.B. hier. Auch wenn nicht exakt dieselben Fragen kommen, wissen Sie so zumindest was dahintersteckt und haben einen ungefähren Plan wohin die Reise gehen soll.

Ansonsten – seien Sie Sie selbst! Geben Sie nicht vor, eine andere Persönlichkeit zu haben und verstellen Sie sich nicht. Die Assessoren werden Ihre Persönlichkeit erkennen und Sie passend bewerten. Wenn Sie den Job nach einem Assessment Center nicht erhalten, war’s wahrscheinlich nicht das Richtige für Sie!

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Optimale Vorbereitung: Fragen im Vorstellungsgespräch

Der Originalartikel erschien am 24.3.2017 und wurde hier überarbeitet und mit Informationen ergänzt.

10 Tipps: Social Media Marketing für Unternehmen

Mittlerweile ist es klar, dass Social Media Unternehmen nachhaltig dabei helfen kann, eine eigene Community aufzubauen. In Portalen wie Facebook, Instagram, Pinterest oder LinkedIn kann die öffentliche Wahrnehmung (Brand Awareness, Company Awareness) gestärkt werden, die Reichweite der eigenen Internet-Präsenz zu erhöht und vermehrt Verkaufserlöse erzielt werden.

Ganz so einfach ist Social Networking aber leider nicht, denn vielerorts lauern Fehlerquellen. Für Recruiter ist Social Media ein wichtiges Tool, um Kandidaten zu finden. Dies ist ein Teil des Active Sourcings, der proaktiven Bewerbersuche. Hierbei ist wichtig, die DSGVO (EU-weite Datenschutzgrundverordnung) zu beachten, die seit 25.5.2018 inkraft getreten ist. Um sowohl beim Active Sourcing als auch zur allgemeinen Stärkung der Marke erfolgreich zu sein, ist eine umfassende Internetpräsenz nötig. Wir erläutern 10 Tipps, um die häufigsten Fehler beim Social Media Auftritt von Unternehmen zu vermeiden:

1. Vorbereitung des Social Media Auftritts

Mal eben schnell den Praktikant beauftragen, ein Facebook-Profil einzurichten und schon geht es mit der regen Interaktion mit potenziellen Kunden los – das funktioniert leider nicht. Unternehmen sollten sich stattdessen schon im Vorhinein mit der Plattform auseinandersetzen und eine inhaltliche Strategie entwickeln. Das kann ein Redaktionsplan sein bzw. ein Monats- oder Jahresplan, um Inhalte zu bestimmen und die Ausbreitung auf den diversen Plattformen zu steuern. Ganz wichtig: kein Personenprofil anlegen, sondern eine so genannte Fanpage. Diese ermöglichen den Zugang zu Statistiken über Interaktionen oder beispielsweise Zugriffe.

2. Schaffen Sie Alleinstellungsmerkmale

Mit dem Auftritt in den sozialen Medien sollten Alleinstellungsmerkmale, der sog. USP (Unique Selling Proposition) geschaffen und herausgehoben werden. Auch persönliche Inhalte sollten präsentiert werden, die zum Unternehmen passen und die Herzen und Köpfe der Zielgruppe erreichen. Wichtig dabei: immer authentisch bleiben!

3. Social Media ist (k)ein PR-Instrument

Pressemitteilungen und Berichte über die eigenen Erfolge können auch über soziale Netzwerke verbreitet werden, aber auf keinen Fall ständig. Auf Social Media sind Dialoge und Austausch gefragt. Fragen Sie doch nach der Meinung und Kommentaren von Usern zu den jeweiligen Themen.

4. Posts mit negativen Kommentaren löschen (?)

Die absolute Todsünde! Durch die Interaktion kann es oftmals auch zu Kritik und negative Äußerungen der User kommen. Sofern es sich bei diesen Kommentaren weitgehend um sachliche Kritik als um persönliche oder ungerechtfertigte Angriffe handelt, sollten sie diese keinesfalls löschen. Immerhin ist auf Social Media Toleranz, Ehrlichkeit und Transparenz angesagt, an die sich beiden Seiten halten sollten. Sollten Sie einem sog. „Shitstorm“ entgegensehen, vermeiden Sie emotionale Antworten. Berufen Sie sich auf Fakten und versuchen Sie, die Konversation bereits im Keim zu ersticken, indem Sie dem Kritiker vorschlagen, ihn in Form einer privaten Kommunikation Rede und Antwort zu stehen.

5. Pflege der Social Media Profile

Die Kontinuität auf Social Media Profilen ist wichtig. Es bringt nichts, zu Monatsbeginn 3 oder 4 Postings zu platzieren um danach wochenlange Funkstille walten zu lassen. Die Taktung der Postings muss stimmen, z.B. mithilfe eines Redaktionsplans, der bei Konzeption, Publikation und Promotion unterstützt.

6. Anzahl der Wörter in den Postings

Lange Artikel machen nur auf Blogs wirklich Sinn, die dann durch Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken Besuchern zugeführt werden. Ansonsten sollten aber keinesfalls ellenlange Artikel verfasst werden, sondern kurze, knackige Infos die auf den Punkt kommen. Manche Portale lassen auch nur eine gewisse Anzahl von Wörtern zu, bringen Sie Ihre Informationen auf den Punkt.

7. Qualität vor Quantität

Im privat-beruflichen Bereich (z. B. auf LinkedIn oder XING) mag zwar „je mehr Kontakte desto besser“ gelten, Unternehmen sollten aber die Qualität von Kontakten als Maßstab begreifen. Steht lediglich die Anzahl der Follower im Vordergrund, verliert man schnell die Zielgruppenspezifikation aus den Augen und potenzielle Kunden werden nicht mehr angesprochen. Vermeiden Sie immer, sich Likes oder Follower zu kaufen! Es kann zwar dauern, sich eine große Basis an Interessenten in den Netzwerken aufzubauen, jedoch können Sie sich sicher sein, das „echte Menschen“ Ihre Follower darstellen und diese Ihre Inhalte auch interessieren. Sollten Ihre der Anzahl der Follower stagnieren, ziehen Sie doch mal bezahlte Werbung in den Portalen in Betracht.

8. Zielgruppe ist entscheidend

Auch im Social Media Bereich werden die entsprechenden Kanäle von teilweise unterschiedlich agierenden Nutzern besucht. Es macht also wenig Sinn, auf allen Kanälen die gleiche Strategie zu fahren. Daher sollten Unternehmen für jeden einzelnen Social Media Kanal individuelle bzw. einzigartige Inhalte bereit stellen. Identifizieren Sie Ihre Zielgruppe und passen Sie die Inhalte auf dem jeweiligen Kanal an:

  • Soziale Netzwerke ohne spezifische Themenvorlieben – posten Sie dort auch Ihre Blogartikel: Facebook, Google+, Tumblr
  • Microblog ohne Themenvorlieben aber auch mit Nachrichtencharakter: Twitter
  • Karriereorientierte bzw. Business-Netzwerke: LinkedIn, XING
  • Netzwerke mit visuellem, bildlastigen Fokus: Pinterest, Instagram, Flickr
  • Videoportale: Youtube, Vimeo
  • Informationsportale, auf denen Sie Dokumente und Präsentationen hochladen können: Slideshare, Issuu
  • Blog- und Medien-Netzwerke: Tumblr, Medium, Torial

9. Kein Monitoring

Mit E-Mail-Marketing oder auch mithilfe von Newslettern ist es einfacher denn je, den Erfolg von Aktionen und Postings nachzuvollziehen. Im Bereich gibt es meist in den Portalen eigene Social Media Monitoring Tools, die die eigenen Social Media Aktivitäten und die der Konkurrenz überwachen. Für einen professionellen digitalen Auftritt werden solche Tools unverzichtbar! Zum Monitoring Ihrer Website können Sie kostenlos Google Analytics nutzen.

10. Der soziale Gedanke fehlt

Soziale Medien, oder: „nomen est omen“. Ein Unternehmen muss immer darauf bedacht sein, die unternehmenseigene Ziele mit einem hohen Anteil an sozialer Kompetenz in den sozialen Netzwerken zu präsentieren. Die so bezeichneten Soft Skills stehen gerade im Social Media Bereich verstärkt im Fokus. Persönliche Inhalte und Menschlichkeit zu zeigen, verstärkt Ihre Glaubwürdigkeit und erhöht die Interaktion mit Ihren Nutzern.

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Bewerber profitieren von Active Sourcing

 

Die Originalartikel erschienen am 24.5.2018 und 1.6.2018 und wurden zu diesem Posting  zusammengefasst und überarbeitet.

 

 

Bewerber profitieren von Active Sourcing

Active Sourcing, auch Talent Sourcing oder Talent Mining, beschreibt die proaktive Suche nach passenden Kandidaten für eine offene Position. Das Aufgabengebiet eines Active Sourcers umfasst die Suche nach Personen, die sich mit relevanten Keywords im Internet präsentieren. Diese Personen werden dann aktiv auf eine Stellenausschreibung hingewiesen und zur Bewerbung eingeladen.

Wie werden potenzielle Kandidaten gefunden?

Mit Hilfe von Suchmaschinen und speziellen Suchstrings, oft unter Verwendung der Boole’schen Operatoren, werden Ergebnisse punktgenau dargestellt, Ergebnisse gefiltert und somit für den Suchenden genauer dargestellt.

Es gibt auch zu kostenfreie (z. B. hier) und kostenpflichtige Services, die diese Suche unterstützen.

Wo werden Kandidaten gefunden?

Wenn Personen Informationen online zur Verfügung stellen, können Plattformen wie LinkedIn, XING, Google+ etc. durchforstet werden. Je nachdem, wie die Datenschutzeinstellungen von den Usern in diesen Anwendungen getroffen wurden, werden Ergebnisse mehr oder weniger ausführlich angezeigt.

Was ist beim Active Sourcing erlaubt?

Aufgrund diverser Datenschutzbestimmungen ist es lediglich erlaubt, einer Person entsprechende Informationen zukommen zu lassen, die Jobbeschreibung vorzustellen und nach dem Interesse dieser Person zu fragen. Sollte sich diese Person in einem aufrechten Dienstverhältnis befinden und der Active Sourcer über Firmenkontaktdaten zu dem Gespräch gekommen ist, darf man nach einer Kontaktadresse oder Telefonnummer ausserhalb des Unternehmens fragen.

Zudem sollten solche persönliche Ansprachen auch persönlich bleiben. Es ist in Österreich per Gesetz verboten, Menschen ungefragt Direktwerbung zu senden oder mehr als 50 Personen zeitgleich zu kontaktieren (Telekommunikationsgesetz TKG § 107)

Was muss ich als Bewerber machen, dass Recruiter auf mich aufmerksam werden?

Pflegen Sie Ihre Social Media Profile auf PLattformen wie LinkedIn oder XING. Aktualisieren Sie die Daten und  benutzen Sie Keywords (Schlüsselbegriffe) in Ihren Profilen. Zudem können Sie (bei LinkedIn) einstellen, welche Daten öffentlich sichtbar sein sollen, welche Daten ausschließlich von LinkedIn-Mitgliedern oder auch nur von Ihrem Netzwerk gesehen werden dürfen.

Generell sollten Sie vor der Benutzung eines sozialen Netzwerks immer die Datenschutzbestimmungen durchlesen und einstellen, welche Daten Sie öffentlich sichtbar haben wollen und welche Daten nur Ihrem Netzwerk vorbehalten sein sollen.

 

Tipps für die LinkedIn Profil-Optimierung finden Sie hier.

 

Wenn Sie Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen benötigen, finden Sie diese hier, Lebenslaufvorlagen finden Sie hier oder nutzen Sie unser Service von Jobweiser!

Hier können Sie sich alle Tipps zum Thema Jobsuche in einem Videotraining auf LinkedIn Learning ansehen, Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch bekommen Sie hier.

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Social Media Check andersrum: Personaler im Netz

Als Bewerber liest und hört man immer wieder, wie wichtig es bei der Jobsuche ist, seine Social Media Profile auf Vordermann zu bringen. Zudem sollte man darauf zu achten, was man alles über sich im Netz postet und preisgibt. Doch haben Sie schon mal daran gedacht, den Spieß umzudrehen?

Heutzutage findet man die meisten Personen auf Facebook, LinkedIn, XING etc. Insbesondere Personaler sind häufig auf diversen Social Media Kanälen vertreten. Es kann also nicht schaden, sich auch als Bewerber über sein Gegenüber zu informieren, natürlich alles unter der Einhaltung der DSGVO (EU weite Datenschutzgrundverordnung). Wir haben ein paar Tipps dazu:

  • Werden Sie zu einem Jobinterview eingeladen, notieren Sie sich immer den Namen Ihres Gesprächspartners. Haben Sie den Namen am Telefon nicht verstanden, fragen Sie einfach nochmal nach oder lassen sich eine Bestätigungs-Mail schicken.
  • Beginnen bei Ihrer Online-Suche mit den beruflichen Netzwerken à la XING und LinkedIn. Suchen Sie nach den Namen und mit ein bisschen Glück werden Sie auch fündig! Bedenken Sie aber: auf diesen Kanälen werden dem Nutzer die Profilbesuche angezeigt. Gehen Sie daher nur einmal auf das Profil und senden Sie einfach eine Anfrage zur Vernetzung. Übertreiben es nicht, einen Stalker möchte immerhin niemand einstellen 😉
  • Die Suche nach Ihren Gesprächspartnern hat jedenfalls Vorteile: Ihr Gegenüber hat bereits ein Bild von Ihnen, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bei der Bewerbung haben Sie sicher ein Foto von sich mitgeschickt. Mit der Suche auf sozialen Netzwerken können Sie sich auch ein Bild vom Gegenüber machen und sich somit besser auf das Gespräch einstellen.
  • Außerdem finden Sie unter der Rubrik Ausbildung, Kontakte oder sonstige Interessen vielleicht Gemeinsamkeiten, die Sie bei passender Gelegenheit im Laufe des Jobinterviews ansprechen können. Aber auch wenn Sie nichts Nützliches für das Gespräch finden können: Sieht der Personaler, dass Sie das Profil besucht haben, zeugt das zumindest von Interesse und dass Sie sich vorab informiert habt.

 

Sie möchten vor Ihrer Bewerbung auch noch Ihren Social Media Auftritt auf Vordermann bringen? Hier finden Sie die passenden Artikel:

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Today it’s „English Language Day“

Der English Language Day wird von den Vereinten Nationen jährlich am 23. April gefeiert. Er findet am Geburtstag von William Shakespeare und dem „World Book and Copyright Day“ statt. Dieser Tag hat das Ziel, die Menschen über die Geschichte, Kultur und Errungenschaften die mit der Sprache in Verbindung stehen, zu informieren. An diesem Tag werden oft Leseveranstaltungen, Englisch-Quiz, Literatur Börsen und viele andere Aktivitäten angeboten, um die englische Sprache zu fördern.

Englisch wird oft als „Weltsprache“, oder als so genannte „lingua franca“ (=Brückensprache oder gemeinsame Sprache von Sprechern verschiedener Sprachen) bezeichnet, da sie in vielen Ländern weltweit sehr verbreitet ist. 2010 wurde zum ersten Mal der English Language Day von der UNO gefeiert.

Nutzen Sie diesen Tag, um Ihre Englischkenntnisse aufzubessern. Sehen Sie sich bewusst einen Film in englischer Sprache an, lesen Sie einen spannenden Artikel oder hören Sie eine englische Radiosendung live oder als Podcast an. BBC Radio 4 ist für Lernzwecke äußerst empfehlenswert!

Arbeitsverhältnis auf Probe

In der Praxis ist es üblich und auch per Gesetz vorgeschrieben, beim Abschluss von Dienstverträgen ein Probemonat zu vereinbaren. Dies soll einerseits dem Arbeitgeber dienen, Sie als neuen Mitarbeiter kennenzulernen. So werden Ihre Leistungen, Ihre Kompetenzen, Ihre Interaktion mit Kolleg*innen etc. geprüft bevor sich das Unternehmen endgültig entscheidet, Sie fix in das Dienstverhältnis aufzunehmen. Andererseits soll natürlich auch Ihnen als Arbeitnehmer*in die Möglichkeit gegeben werden, die Verhältnisse im Unternehmen, Ihre Aufgaben etc. kennen zu lernen.

Dieses von höchstens einem Monat zulässige Probearbeitsverhältnis, also das sog. Probemonat, kann nach §1158 Abs. 2 ABGB (Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch Österreich) von beiden Vertragsparteien ohne Einhaltung von Fristen und Terminen sowie ohne Vorliegen von Gründen jederzeit durch einseitige Erklärung gelöst werden.

In Deutschland wird die Probezeit  im § 622 Abs. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Demnach beträgt die Kündigungsfrist bei einer vereinbarten Probezeit von maximal sechs Monaten zwei Wochen. Eine längere Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit ist ebenfalls möglich und kann einzelvertraglich oder durch Tarifvertrag vereinbart werden. Das ergibt sich aus dem § 622 Abs. 4 Satz 1 und Abs 5 Satz 2 des BGB.

Während der Probezeit fallen Mitarbeiter nicht unter den allgemeinen Kündigungsschutz

Konkret geht es hier um § 1 KSchG. Das bedeutet, dass die zwei Wochen Kündigungsfrist in den ersten sechs Monaten des Beschäftigungsverhälnisses für beide Seiten, also Unternehmen und Mitarbeiter*in, gelten.

Das bedeutet: ist der Arbeitgeber mit Ihrer Leistung nicht zufrieden oder hat er das Gefühl, dass Sie sich nicht ins Team eingliedern können, kann er das Dienstverhältnis ohne Grund und Einhaltung von Fristen lösen. Den gleichen Vorteil haben aber auch Sie: Wenn Sie in der ersten Zeit merken, dass sich Ihr vermeintlicher Traumjob etwas anders zeigt, können auch Sie ohne Angabe von Gründen das Dienstverhältnis wieder lösen.

Aber Achtung: Klauseln in österreichischen Dienstverträgen, die eine längere Probezeit als einen Monat beinhalten sind gesetzlich unzulässig! Denn dann spricht man nicht mehr vom Probemonat, sondern vom einem befristeten Dienstverhältnis. Wenn Sie sich also vor dem Unterschreiben Ihres neuen Dienstvertrages nicht sicher sind, was genau vereinbart wird dann fragen Sie lieber nochmal in der Personalabteilung nach und lassen Sie sich alles genau erklären.

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Studie: Moderne Jobsuche via Social Media

Lange sind die Zeiten vorbei, in denen man am Samstagvormittag die Stellenanzeigen in der Zeitung durchschaut und interessante Inserate mit dem bunten Textmarker einkreist. Heute wird vor allem das Internet für die Jobsuche genutzt, wo man sich schnell und einfach über das jeweilige Unternehmen informieren und sich nur mit ein paar Klicks bewerben kann.

Doch nicht nur Bewerber*innen nutzen das Internet und diverse Social-Media-Kanäle für die Jobsuche, auch immer mehr Unternehmen nutzen die Vorteile von sozialen Netzwerken.

Laut der „Social Media Personalmarketing Studie 2016“ sind die von Unternehmen präferierten Netzwerke in Sachen Bewerberkontakte eindeutig:

XING (90%),

LinkedIn (60 %) und

Facebook (68 %).

Die befragten Bewerber – vor allem Studierende – nutzen XING (35 %) und LinkedIn (18 %) deutlich weniger als Unternehmen. Das bedeutet, dass viel Potenzial noch ungenutzt bleibt. Also: scheuen Sie sich nicht, XING, LinkedIn & Co. bei Ihrer Jobsuche zu nutzen!

Klicken Sie hier für das Videotraining zum Thema Jobsuche auf Linkedin Learning.

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Feierabend-Drink mit Chef und Kollegen? Why not!

Endlich Freitag, die Arbeitswoche ist geschafft und das Wochenende steht vor der Tür. Aber wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Vorgesetzter Sie nach der Arbeit noch auf ein Feierabendbier einlädt? Auch wenn es im ersten Moment etwas seltsam wirken mag, gibt es durchaus Gründe weshalb Sie das Angebot annehmen sollten.

Der erste Grund wirkt ganz logisch und ist legitim: ein kühles Getränk in entspannter Atmosphäre nach einem anstrengenden Arbeitstag baut Stress ab und macht den Kopf wieder frei. Wenn der oder die Chefin das ganze Team einlädt, macht es auch Sinn das Angebot nicht auszuschlagen. Eine fadenscheinige Ausrede wirkt, als hätten Sie kein Interesse und als wären Sie kein Teamplayer der an seinen KollegInnen interessiert ist. Eine Ausnahme ist natürlich, wenn Sie einen nachvollziehbaren und triftigen Grund haben, nicht mitzukommen.

Ein gemeinsames Feierabendbier bietet eine gute Gelegenheit, um sich in gemütlicher Runde mit den KollegenInnen und auch dem Vorgesetzten zu unterhalten und diese besser – vielleicht auch auf privater Ebene – kennenzulernen. Das wirkt sich auch positiv auf die Arbeitsatmosphäre aus. Arbeit in einem Team, das sich gut versteht, macht gleich doppelt so viel Spaß. Zudem hat man bei informellen Treffen, also weg vom Arbeitsalltag und in lockerer Unterhaltung mit anderen, oft die besten Ideen.

Wie bei jeder betrieblichen Feier gilt auch hier, den Alkoholkonsum nicht zu übertreiben. Der nächste Arbeitstag könnte sonst etwas peinlich werden…

 

Stellenanzeige: Wie Sie die besten Bewerber*innen ansprechen

Die Stellenanzeige ist neben der Website das Aushängeschild eines Unternehmens und für Bewerber oft der entscheidende Grund zur ersten Kontaktaufnahme. Personalmanager wollen mit dem Inserat die besten Mitarbeiter für das Unternehmen finden, daher ist und wird es auch künftig umso wichtiger, mit einem überzeugenden Jobinserat als attraktiver Arbeitgeber zu punkten.

In erster Linie sollten die „Hard facts“ mit dem Inserat beantwortet werden, also der

  • Name des Unternehmens (Ausnahme: Chiffre-Anzeigen!)
  • Kurzbeschreibung des Unternehmens
  • Bezeichnung der offenen Position
  • Aufgabengebiete, Anforderungen, Angebot an Bewerberinnen und Bewerber
  • Arbeitsort, Gehalt und das Eintrittsdatum

Außerdem gut zu wissen: kurze Aufzählungen (z.B. der Anforderungen) wirken besser und sind angenehmer zu lesen als lange und viele Textabsätze. Und auch Bilder haben neben dem Text eine große Wirkung, denn sie lockern auf und sorgen dafür, dass ein Inserat hervorsticht und Aufmerksamkeit erweckt.

Grundsätzlich gilt: das Stelleninserat sollte alle nötigen Informationen für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber enthalten und so gestaltet sein, dass man auch Lust auf eine Zusammenarbeit bekommt. Gleichzeitig soll das Inserat aber keinem Roman gleichen, sondern es muss schnell erkennbar sein, worum es in der Anzeige geht. Unternehmen dürfen auch nicht vergessen: Ein Stelleninserat ist die ideale Gelegenheit, sich als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren, Werbung für das Unternehmen zu machen und potenzielle Mitarbeiter zu überzeugen.

Sehen Sie hier ein Beispiel für ein Stelleninserat:

 

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Wie bitte?! Verbotene Fragen im Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräche erfordern immer Vorbereitung, und zwar auf beiden Seiten. Als Recruiter dürfen Sie den Bewerbern keine verbotenen Fragen stellen! Welche das sind und wie die Gesetzesgrundlage geregelt ist, lesen Sie hier.

Von Bewerbern wird erwartet, sich ein ausreichend über das Unternehmen zu informieren und klar darzustellen, warum die Person der geeignete Kandidat für das den Job ist. Doch auch als Recruiter gibt es Einiges zu beachten. So gibt es zum Beispiel Fragen, die im Zuge eines Jobinterviews nicht gestellt werden dürfen, da dies sonst rechtliche Folgen aufgrund des Diskriminierungsgesetztes (GlBG, österreichisches Recht) nach sich ziehen kann. Insbesondere handelt es sich dabei u.a. um Fragen zum Beziehungsstatus, zur sexuellen Orientierung oder zur politischen Einstellung.

Auszug aus dem Gleichbehandlungsgesetz:

§3 Z 1 GlBG: „Auf Grund des Geschlechtes, insbesondere unter Bezugnahme auf den Familienstand oder den Umstand, ob jemand Kinder hat, darf im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis niemand unmittelbar oder mittelbar diskriminiert werden, insbesondere nicht bei der Begründung eines Arbeitsverhältnisses.“

§17 Z 1 GlBG: „Auf Grund der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung darf im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis niemand unmittelbar oder mittelbar diskriminiert werden, insbesondere nicht bei der Begründung des Arbeitsverhältnisses.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen:

§20 Z 1 GlBG: „Bei Ungleichbehandlung wegen eines Merkmals, das im Zusammenhang mit einem der in §17 genannten Diskriminierungsgründe steht, liegt keine Diskriminierung vor, wenn das betreffende Merkmal auf Grund der Art einer bestimmten beruflichen Tätigkeit oder der Rahmenbedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Voraussetzung darstellt und sofern es sich um einen rechtmäßigen Zweck und eine angemessene Anforderung handelt.

Hier könnte z.B. die Körpergröße eine Rolle spielen, wenn man hauptsächlich über Kopf arbeiten muss.

§20 Z 2 GlBG: „Eine Diskriminierung auf Grund der Religion oder Weltanschauung liegt in Bezug auf berufliche Tätigkeiten innerhalb von Kirchen oder anderen öffentlichen oder privaten Organisationen, deren Ethos auf religiösen Grundsätzen oder Weltanschauungen beruht, nicht vor, wenn die Religion oder die Weltanschauung dieser Person nach der Art dieser Tätigkeiten oder der Umstände ihrer Ausübung eine wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung angesichts des Ethos der Organisation darstellt.

Das bedeutet, dass z. B. eine kirchliche Vereinigung nach dem Religionsbekenntnis fragen darf, da dies einen erheblichen Teil der Unternehmenskultur darstellen kann.

Diese Ausnahmen sind sehr strikt geregelt, also vermeiden Sie unbedingt, Ihrem Gegenüber – unabhängig ob Frau oder Mann – folgende verbotene Fragen zu stellen:

  • „Sind Sie verheiratet? Geschieden?“
  • „Wie sieht es mit Ihrer Familienplanung aus? Leben Sie alleine oder teilen Sie sich Ihren Haushalt mit jemanden?“
  • „Sind Sie derzeit schwanger? Haben Sie einen Kinderwunsch?“

Oft werden stattdessen die erlaubten Fragen nach den 3- oder 5-Jahreszielen gefragt oder auch, welche persönlichen Erfolge oder Highlights bis jetzt im Leben passiert sind. Als Recruiter sollte man mit diesen Fragen ausweichen, als Bewerber diese Fragen mit beruflichen Informationen beantworten.

  • Welche Krankheiten haben Sie?

Auch Fragen nach der körperlichen Verfassung sind verboten. Stattdessen sollte man als Recruiter den Job beschreiben und nachfragen, ob diese Tätigkeiten für den Bewerber möglich sind. Eine Ausnahme, wo man nach gewissen Krankheiten stellen darf, sind Jobs im Gesundheits- oder Essensbereich.

  • Welcher Partei haben Sie bei den letzten Wahlen Ihre Stimme gegeben?
  • Welche Religionszugehörigkeit haben Sie?
  • Haben Sie Schulden?

Hier stellt sich die Frage, welche Relevanz die Antworten auf eine Anstellung haben. Daher ist weder die Beantwortung noch das Stellen dieser Fragen sinnvoll. Eine Ausnahme stellen lediglich Organisationen dar, die eine gewisse politische oder Glaubensrichtung vertreten und sicherstellen wollen, dass ein Bewerber auch in die Organisationskultur passt.

Grundsätzlich gilt: Während eines Bewerbungsgespräches geht es darum herauszufinden, wie qualifiziert und motiviert der Bewerber für den zu vergebenden Job ist. Als Bewerber darf man bei Fragen, aufgrund derer man diskriminiert werden könnte, bei jeder Antwort ohne Angst vor Konsequenzen lügen.

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All-In-Vereinbarungen & was es zu beachten gilt

Viele Bewerber wissen nicht, was sie sich unter einem All-In-Vertrag vorstellen können, wenn das Unternehmen bei der Gehaltsverhandlung einen anbietet. Lesen Sie hier, was Sie erwartet.

Unter einem All-In-Vertrag („All Inclusive“ Arbeitsvertrag) versteht man eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die für sämtliche Arbeitsleistungen ein Gesamtentgelt vorsieht. All-In-Vereinbarungen sind gesetzlich kaum geregelt. Daher kann die Vertragsgestaltung individuell vereinbart werden und lässt vor allem für Unternehmen viel Freiraum offen.

Dennoch müssen anhand der bestehenden Rechtsprechung des Obersten Gerichtshof und der mit 1.1.2016 in Kraft getretenen Gesetzesnovelle einige Mindestanforderungen eingehalten werden:

  • Eine All-In-Vereinbarung ist eine Vereinbarung zwischen individuellen Arbeitnehmern und dem Unternehmen. Für Mitarbeiter muss klar erkennbar sein, dass mit dem vereinbarten Entgelt auch die Überstunden und eventuell andere zusätzliche Arbeitsleistungen abgegolten sind.
  • Bei einer wirksamen All-In-Vereinbarung muss für den Mitarbeiter einfach erkennbar sein, in welcher Höhe das Entgelt für die Normalarbeitszeit und in welcher Höhe die Überzahlung für die Überstundenleistung gewährt wird. Zwischen diesen beiden Entgeltbestandteilen muss eine klare und erkennbare Abgrenzung bestehen.
  • Bei All-In-Vereinbarungen darf der Arbeitnehmer nicht schlechter gestellt werden als bei einer Einzelabrechnung der Überstunden. Natürlich darf auch das kollektivvertragliche Mindestgehalt nicht unterschritten werden. Um die vom pauschalen Entgelt abgedeckten Überstunden feststellen zu können ist es erforderlich, die Differenz zwischen dem tatsächlichen Ist-Bezug und dem kollektivvertraglichen Mindestgehalt zu ermitteln. Überstunden, die darüber hinaus geleistet werden, müssen vom Arbeitgeber gesondert vergütet werden. Notieren Sie sich immer Ihre tatsächliche Arbeitszeit, auch wenn Sie von der firma nicht dazu aufgefordert werden, eine Zeitaufzeichnung zu führen.
  • Für allfällige Nachforderungen müssen kollektivvertragliche oder einzelvertragliche Verfallsbestimmungen beachtet werden. Da der OGH auch einer All-In-Vereinbarungen von einer Überstundenpauschale ausgeht, beginnen dieses Fristen erst nach Ablauf des Kalenderjahres mit 1.1. zu laufen.

 

Hinweis: Im Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung ist eine Transparenz bei All-In-Verträgen mit einer ziffernmäßigen Ausweisung des Grundlohnes vorgesehen. Ein Hinweis auf das Mindestgehalt im anzuwenden Kollektivvertrag ist demnach nicht mehr ausreichend. Widrigenfalls soll ein dem persönlichen Tätigkeitsniveau angemessener Ist-Grundlohn (einschließlich der branchen- und ortsüblichen KV-Überzahlung) gelten. Diese Novelle ist mit 1.1.2016 in Kraft getreten.

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5 Tricks, die das LinkedIn Profil optimieren

Was sind die besten Tricks für ein optimales LinkedIn Profil?

LinkedIn ist neben XING das beliebteste Online-Netzwerk, wenn es um berufliche Kontakte geht. Das Prinzip ist gleich wie bei anderen Social Media Kanälen: LinkedIn Profil erstellen, Foto hochladen, Informationen über die eigene Person hinzufügen und Kontakte knüpfen.

Ein LinkedIn Profil ist jedoch Ihre Visitenkarte in der Arbeitswelt, ein elektronischer Lebenslauf. Daher ist es wichtig, ein optimiertes Profil zu gestalten um sich so von der besten Seite zu präsentieren.

Es gibt es ein paar Tricks, die man beachten sollte, wenn man von Unternehmen gefunden werden möchte.

  • „Zusammenfassung“ hinzufügen:

Fügen Sie im Feld „Zusammenfassung“ Ihre Karriere-Eckdaten und Kompetenzen entweder als Fließtext oder in Stichworten ein. Am besten so kurz und prägnant wie möglich, dafür aber alle wichtigen Infos anführen. Damit hat der Profilbesucher gleich einen guten Überblick über Ihre Person.

  • URL für das öffentliche Profil anpassen:

Man kann seine eigene URL (Web-Adresse) hinzufügen, damit das öffentliche Profil schneller gefunden wird. Voreingestellt ist meistens eine Kombination des Namens mit verschiedenen Zahlen.

  • „Kenntnisse und Fähigkeiten“ anführen

Im Bereich „Kenntnisse und Fähigkeiten“ können Sie viele verschiedene Kompetenzen anführen, die Sie ausmachen. Umso mehr Sie wählen, desto höher sind Ihre Chancen, mit diesen Schlüsselwörtern gefunden zu werden. LinkedIn kategorisiert die Keywords automatisch und mithilfe des Pins auf der linken Seite können Sie Ihre drei Top-Fähigkeiten bestimmen.

  • Keywords verwenden:

Egal ob bei den Kenntnissen oder den Tätigkeiten bei den Jobs – verwenden Sie viele Schlüsselwörter, denn auch das hilft dabei, dass schneller gefunden zu werden.

  • Und zum Schluss noch ein absoluter Insider-Tipp:

Recruiter haben auf LinkedIn einen eigenen Zugang, mit welchem sie gezielt nach den passenden Kandidaten suchen können. LinkedIn findet bei der Suche allerdings keine weiblichen Formen, d.h. bei der Suche nach „Manager“ werden tatsächlich nur die Manager und nicht die Managerinnen angezeigt. Verwendet also immer den Überbegriff!

 

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