Tag des… Kaffee – das schwarze Gold

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Tag des… Kaffee – das schwarze Gold

Guten Morgäääääähn! Für viele Lebenselixier und nahezu eine Sucht: Kaffee. Nicht selten beginnt der Arbeitstag mit dem obligatorischen Gang zum Kaffeeautomaten. Egal ob Cappuccino, Cafe Latte oder klassisch schwarz – viele von uns brauchen ihre tägliche Dosis Koffein um überhaupt in die Gänge zu kommen oder das Nachmittagstief zu überwinden.

Laut einer britischen Umfrage sagen 70% der Arbeitnehmer/innen, dass ohne Kaffee ihre Arbeitsleistung und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt wäre. Und das ist gar nicht so weit hergeholt, denn die Studie fand auch heraus, dass Kaffee unter gewissen Umständen tatsächlich die Gedächtnisleistung des Menschen verbessern kann. Und in welchen Berufen wird am meisten Kaffee getrunken? Auch das haben die Forscher herausgefunden. Hier sind die Top 10 der „Coffeeholics“ – findet ihr euch darin wieder?

  1. Journalisten und andere Medienschaffende
  2. Polizisten
  3. Lehrer
  4. Klempner und andere Handwerker
  5. Krankenschwestern und anderes medizinisches Personal
  6. Führungskräfte
  7. Mitarbeiter im Telefonverkauf
  8. IT-Experten/Technischer Support
  9. Arbeitnehmer im Einzelhandel
  10. Taxifahrer

Übrigens: Bis zu 5 Tassen schwarzer Kaffee pro Tag sollen völlig okay sein, vorausgesetzt, man ist gesund und nimmt in Verbindung mit Koffein weder Drogen noch Medikamente ein. Kaffee in moderaten Mengen ist sogar gesund! Koffein weckt die Lebensgeister und hilft, Leistungstiefs zu überwinden. Es bremst den Müdigkeit auslösenden körpereigenen Botenstoff Adenosin und verbessert die Konzentration. Außerdem wird der Kreislauf stimuliert und das Herz schlägt häufiger. Dadurch erhöhen sich auch der Puls sowie der Blutdruck. Aber auch bei Kaffee gilt „die Dosis macht das Gift“ als nicht übertreiben und lieber genießen 🙂

Ihr schafft es trotz Kaffee kaum durch den Arbeitstag? Dann haben wir HIER auch noch ein paar Tipps für euch, um im Arbeitsalltag leistungsfähiger und konzentrierter zu werden.

Die neue Welt der digitalen Nomaden

Mehr als ein Laptop und eine stabile Internetverbindung wird nicht benötigt: als digitaler Nomade wird jemand bezeichnet, der eine Internet basierte Tätigkeit ausübt und dabei von verschiedenen Orten weltweit arbeiten kann. Aus diesem Grund werden digitale Nomaden auch als Internet Nomaden bezeichnet. Es geht also um das ortsunabhängige Arbeiten, welches das Leben der digitalen Nomaden kennzeichnet.

Das ist der Traum, den heutzutage viele anstreben. Keine Abhängigkeit von Ort und Arbeitgeber, freie Zeiteinteilung und viel Freizeit. Wir haben diese Arbeitsform mal genauer unter die Lupe genommen und uns angeschaut, was es mit den digitalen Nomaden auf sich hat.

Die Fakten

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um als digitaler Nomade zu arbeiten. Als Selbstständiger, Freelancer oder als fester Angestellter sind die Häufigsten. Als Selbstständiger und quasi eigener Chef kannst du – wenn es dein Business zulässt – selbst entscheiden, von wo aus und wie du dein Unternehmen führst. Als Freelancer kannst du die deine Arbeit großteils selbst einteilen und aussuchen, wann und wie viele Stunden du arbeitest. Mittlerweile bieten auch schon Firmen die Möglichkeit, angestellt im Unternehmen ortsunabhängig zu arbeiten. Das hängt allerdings stark von der Branche, dem Job und auch dem Gutwillen des Arbeitgebers ab.

Die Vorteile

Diese liegen auf der Hand – dir stehen alle Möglichkeiten offen, wo du deinen Arbeitsplatz wählst. Und du kannst deinen Arbeitsort immer wieder wechseln und die Welt bereisen. Egal ob in einem Co-Working-Space auf Bali oder ganz woanders, du bist unabhängig. Und so lernst du auf jeden Fall schnell ein neues Land und neue Leute kennen. Wenn du mehr Zeit in einem fremden Land verbringst und dort arbeitest, bekommst du auch mehr Eindrücke als während eines einwöchigen Urlaubes. Apropos Urlaub: Während du in deinem 40-Stunden Job den Urlaub wahrscheinlich lediglich zur Erholung von der Arbeit brauchst, ist die Balance wischen Urlaub und Arbeit beim digitalen Arbeiten viel größer. Kurzum: deine Work-Life-Balance ist deutlich besser.

Die Nachteile

Viel Freiheit und Selbstbestimmung bringt auch viel Verantwortung mit. Vor allem Verantwortung für dich selbst, denn als digitaler Nomade hast du kein Sicherheitsnetz des Arbeitgebers unter dir, solltest du beispielsweise krank werden. Zudem hast du in den meisten Fällen kein geregeltes Einkommen, dieses hängt rein davon ab wieviel Zeit du tatsächlich mit Arbeiten verbringst. Du benötigst also viel Selbstdisziplin. Und was man natürlich auch nicht vergessen darf: Als digitaler Nomade bist du weit weg von deinen Liebsten und deinem zu Hause.

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So viele Vorteile es gibt, als digitaler Nomade zu arbeiten und zu leben, so viele Nachteile gibt es bestimmt auch. Ob du so unabhängig arbeiten möchtest hängt ganz davon ab, wo deine Prioritäten liegen. Dir ist Sicherheit und ein geregeltes Einkommen sehr wichtig? Dann bist du als Angestellter sicher besser aufgehoben. Du liebst es zu reisen, bist flexibel und hast keine Probleme damit, dir deine Arbeit selbstständig einzuteilen? Dann könnte dir das Leben als digitaler Nomade gefallen. Weitere Infos dazu bekommst du hier oder auch hier. Aber Achtung! Nicht alles was glänzt ist Gold. Hier kannst du von den Mythen über digitale Nomaden lesen.

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Home Office – Segen oder Fluch?

„Bewerbungsgespräche sind das schlechteste Instrument, um gute Mitarbeiter zu finden“

– Lies hier Ausschnitte eines Interviews mit Iris Bohnet, das ursprünglich auf EDITION F erschienen ist – 

 

Wie schaffen wir gerechte Verhältnisse am Arbeitsmarkt? Iris Bohnet ist Professorin an der Harvard Universität und forscht zu der Frage, wie die Gleichstellung in Unternehmen gelingt.

Ein Vorhang für mehr Gerechtigkeit

Für viele Jahre lag der Frauenanteil bei den fünf besten Orchestern Amerikas insgesamt bei etwa fünf Prozent. Um zu überprüfen, ob Frauen wirklich die schlechteren Musikerinnen seien, ließ eine Jury die Bewerberinnen und Bewerber hinter einem Vorhang vorspielen. Und siehe da – der Frauenanteil ging steil nach oben.

Iris Bohnet mag Vorhänge. Die Verhaltensökonomin und Harvard-Professorin forscht zu der Frage, wie man es ohne Quote schafft, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Außerdem berät sie internationale Unternehmen bezüglich fairer Bewerbungsverfahren. Die Ergebnisse ihrer Forschung hat sie in ihrem Buch „What works. Wie Verhaltensdesign die Gleichstellung revolutionieren kann“ veröffentlicht. Wir haben mit ihr über das optimale Bewerbungsverfahren, den Abbau von Rollenbildern und ihre Abneigung gegen Bewerbungsgespräche gesprochen.

Warum ist die Art, wie Unternehmen aktuell neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auswählen, nicht optimal?

„Das größte Problem besteht darin, dass immer noch viele Unternehmen Menschen aus ihren Netzwerken einstellen. Also bekommen Freunde von Freunden von Freunden die Jobs. Außerdem beobachten wir, dass die Menschen, die neue Stellen besetzen, sich gerne selbst reproduzieren. Man stellt jemanden ein, der einem ähnlich ist. Dadurch wirft man das Netz nicht weit genug und schließt Menschen aus dem Pool der Bewerberinnen und Bewerbern aus. Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es aber Unternehmen die aktiv gegen unbewusste Vorurteile angehen. Sie setzten ihre Stellenanzeigen sehr viel bewusster auf und analysieren diese darauf, ob geschlechtsneutrale Sprache verwendet wird. Aktuell gibt es die ganze Bandbreite dazwischen.“

Sie sprechen von geschlechtsneutralen Stellenausschreibungen. Was genau bedeutet das?

„Am einfachsten lässt sich das an der Wortwahl erklären. Es gibt inzwischen Algorithmen, die analysieren können, wie wahrscheinlich es ist, dass sich eine Frau oder ein Mann auf eine bestimmte Stelle bewirbt. Wenn wir das Verhältnis in dieser Gruppe konstant halten wollen, müssen wir unsere Wortwahl überprüfen. Studien zeigen, dass mehr Frauen auf eine Stellenausschreibung reagieren, wenn in dieser Wörter wie ‚kooperativ‘ oder ‚Teamarbeit‘ verwendet werden. Männer werden eher von Begriffen wie ‚Führungswillen‘ oder ‚wettbewerbsorientiert‘ angesprochen. Ein interessantes Beispiel, dass das verdeutlicht, ist eine Grundschule in Amerika, die mehr Männer anstellen wollte. In ihrer Anzeige verwendeten sie Worte wie ‚kollaborativ‘ und ‚warmherzig‘, was die sowieso schon unterrepräsentierten Männer noch weniger anzog. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass diese Eigenschaften Männern fremd sind. Aber in unseren Köpfen sind solche Stereotypen fest verhaftet. Darum assoziieren die meisten Menschen bestimmte Begriffe eher mit Männern oder eben eher mit Frauen. Schon in unseren Stellenaussschreibungen begrenzen wir also unseren Talentpool.“

Bei vielen Firmen folgt auf die Ausschreibung die Evaluation des Lebenslaufs. Wenn man  in diesem Schritt wieder überdurchschnittlich viele Frauen verliert, muss man sich fragen, ob das daran liegt, dass die Namen auf den Lebensläufen ersichtlich waren. Forschung zeigt, dass Frauen bessere Chancen haben, eine Runde weiter zu kommen, wenn die Bewerbungen anonymisiert sind.

Und danach?

„Meistens folgt dann leider noch immer ein Bewerbungsgespräch. Man muss sagen: Unstrukturierte Bewerbungsgespräche sind das schlechteste Prognose-Instrument überhaupt. Es ist nicht so, dass nichts Sinnvolles passiert in so einem persönlichen Gespräch, allerdings spielen uns unsere unbewussten Vorurteile und Sympathien einen Streich und beeinflussen unsere Meinung über unser Gegenüber, ohne dass wir etwas dagegen tun können. Das ist der sogenannte Halo-Effekt: Dinge, die eigentlich irrelevant sind, spielen eine Rolle in der Evaluation von Menschen.“

„Das beste Prognose-Instrument ist – und das sollte niemanden überraschen – eine Arbeitsprobe der Person.“

„Für uns ist es schwierig, dieses ‚Rauschen‘ von den ‚sauberen‘ Informationen zu trennen. Nun ist die Frage, wie können Unternehmen das besser lösen? Am effektivsten ginge das, wenn wir uns nur auf die empirische Evidenz bezüglich Effektivität verlassen, mit der Abschaffung der Interviews, allerdings weiß ich selbst, dass das nicht besonders realistisch ist. Aber was man zumindest tun sollte, ist der Übergang von einem unstrukturierten zu einem strukturierten Interview. Das heißt, dass wir feste Fragen haben und allen Bewerbern und Bewerberinnen die selben Fragen stellen. Im Nachhinein stellt man die Antworten der jeweiligen Fragen dann tabellarisch nebeneinander und vergleicht die Antworten.“

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Das ganze Interview könnt ihr hier nachlesen: Harvard-Professorin: „Bewerbungsgespräche sind das schlechteste Instrument, um gute Mitarbeiter*innen zu finden“

Sommerloch? Zeit für deine Bewerbung!

Im Sommer arbeiten kann manchmal ganz schön nerven. Während Freunde und Arbeitskollegen ihre Urlaubsfotos auf Facebook, Instagram und Co. teilen, sitzt du gelangweilt im Büro und wartest auf den eigenen Urlaub. Warum nicht die Zeit nutzen und die Bewerbung auffrischen?

Das sogenannte Sommerloch eignet sich nämlich besser als gedacht für Bewerbungen. Egal ob Job- bzw. Unternehmenswechsel oder Berufseinstieg nach dem Studium – im Sommer habt ihr Zeit und die Ruhe, eure nächsten Schritte zu planen. Während viele Unternehmen mit der Personalplanung im ersten Teil des Jahres eher zurückhaltend sind und weniger Stellen ausschreiben, wollen sie zum Ende des Jahres hin ihr Budget noch ausnutzen. So sind die Herbstmonate die besten, um sich zu bewerben. Aber bevor es soweit ist, habt ihr den Sommer noch Zeit, eure Bewerbung vorzubereiten und eure Social-Media Kanäle auf Vordermann zu bringen. Denn auch wenn ihr glaubt, bis September oder Oktober habt ihr noch massiv Zeit, täuscht ihr euch. Der Sommer ist schneller vorbei als erwartet und wenn erstmal Oktober ist dauert es gefühlt nicht mehr lange und das Jahr ist schon wieder rum. Also: nutzt die Zeit!

Besser, ihr fängt ganz in Ruhe während des Sommerlochs mit der Neuorientierung an und könnt euch ganz ohne Zeitdruck nach neuen Möglichkeiten umschauen. Denn in eurem Sommerurlaub könnt ihr euch endlich entspannen und eure nächsten Schritte in Ruhe und mit guter Überlegung planen. Endlich habt ihr die Zeit, zu reflektieren und recherchieren, welche Möglichkeiten es für euch gibt am Arbeitsmarkt. Im Urlaub, fernab von lästigen Kollegen und viel zu langen Meetings habt ihr die Zeit, die derzeitige Situation distanziert zu betrachten und euch die Frage zu stellen, ob euch euer derzeitiger Job wirklich glücklich macht. So könntet ihr euch z.B. auch eine Liste mit den Dingen anlegen, die ihr euch von einem Arbeitgeber wünscht. Dem gegenüber stellt ihr die Punkte, die euch euer derzeitiger Arbeitgeber bietet. Es fehlen ein paar wichtige Dinge, die für euch extrem wichtig sind? Dann wisst ihr, worauf ihr bei der Jobsuche achten müsst.

Für eine Veränderung ist es nie zu spät! Du bist bereit für den nächsten Schritt? Dann bekommst du hier Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen, oder nutze unseren Service von Jobweiser!

Du kannst dir alle Tipps zum Thema Jobsuche in einem Videotraining auf video2brain oder LinkedIn Learning ansehen!

Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch bekommst du hier oder hier!

 

Moderne Arbeitswelt? Freier Dienstvertrag & co.

Unsere Arbeitswelt wird moderner und flexibler, und damit ändern sich auch die typischen und altbekannten Formen der Beschäftigung. Wo früher ein Leben lang der Vollzeitvertrag üblich war, sind heute Teilzeitbeschäftigung, Nebenjobs und Praktika am Vormarsch.

Wir erklären, was es mit dem freien Dienstvertrag auf sich hat, was man bei mehreren Beschäftigungen gleichzeitig beachten muss und vieles mehr.

DER FREIE DIENSTVERTRAG

Der freie Dienstvertrag unterscheidet sich vom „normalen“ Arbeitsvertrag dadurch, dass die persönliche Abhängigkeit nicht gegeben ist. Das bedeutet, der Arbeitnehmer ist nicht an die Weisungen oder an bestimmte Arbeitszeiten gebunden und es fehlt die Einordnung in die betriebliche Ablauforganisation.

BEISPIEL: ein Rechtsanwalt hält neben seiner Angestelltentätigkeit Fachvorträge an einer Fachhochschule. Seine Arbeitszeiten sind individuell vereinbar und im Falle eines Verhinderungsgrundes kann er einen passenden Ersatz schicken.

Für freie Dienstnehmer gilt die Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70 monatlich). Verdient der freie Dienstnehmer unter dieser Grenze, entsteht nur eine Teilversicherung in der Unfallversicherung, für die der Arbeitgeber Beiträge leisten muss. Verdient man als freier Dienstnehmer über dieser Grenze, entsteht hingegen Vollversicherungspflicht. Das bedeutet, man ist kranken-, unfall- und pensionsversichert und muss Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

HINWEIS: Verdient man als freier Dienstnehmer über längere Zeit hinweg unter der Geringfügigkeitsgrenze (z.B. als Student neben der Ausbildung), so kann man eine freiwillige Selbstversicherung bei der Gebietskrankenkasse abschließen. Diese führt zu einer Versicherung in der Pensions- und Krankenversicherung. Der Vorteil dabei ist, dass hierbei keine Versicherungszeiten für die spätere Pension „verloren“ gehen. Diese nachzukaufen kann nämlich sehr teuer werden!

SOZIALVERSICHERUNGSBEITRÄGE

Wenn die Einnahmen aus einem freien Dienstverhältnis über der Geringfügigkeitsgrenze liegen, zieht der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge ab. Angenommen, Sie sind angestellt und arbeiten zusätzlich als freier Dienstnehmer: In diesem Fall ist die Summe aller Einnahmen entscheidend. Wenn das Entgelt aus dem freien Dienstverhältnis unter der Geringfügigkeitsgrenze liegt, die Summe Ihrer Einnahmen aber darüber, werden die Sozialversicherungsbeiträge erst nachträglich von der Gebietskrankenkasse vorgeschrieben. Sie müssen sich also nicht bei der Gebietskrankenkasse melden.

BEISPIEL: Der Rechtsanwalt erhält für die Fachvorträge an der FH im Monat 365 Euro. Für diesen Zuverdienst bekommt er nachträglich von der Sozialversicherung Beiträge in Höhe von 14,12 % der jährlichen Beitragsgrundlage der geringfügigen Beschäftigung vorgeschrieben.

MEHRERE BESCHÄFTIGUNGEN

Mit dem Konkurrenzverbot ist geregelt, ob eine Nebenbeschäftigung erlaubt ist oder nicht. Dieses Verbot gilt während des aufrechten Dienstverhältnis; im Gegensatz zur Konkurrenzklausel, welche erst NACH Beendigung des Dienstverhältnisses wirkt. Das gesetzliche Konkurrenzverbot untersagt gewisse Nebentätigkeiten. Zusätzlich können vertragliche Nebenbeschäftigungsverbote vereinbart werden. Diese sind im Einzelfall zu überprüfen.
In jedem Fall ist es für Angestellt untersagt, im selben Geschäftszweig des Arbeitgebers auf eigene oder fremde Rechnung Handelsgeschäfte abzuschließen. Darüber hinaus ist es verboten, zusätzlich ein selbstständiges kaufmännisches Unternehmen zu betreiben, auch wenn es sich dabei um einen anderen Geschäftszweig handelt.

AUSNAHME: der Arbeitgeber stimmt ausdrücklich zu. In dem Fall empfiehlt es sich, diese Zustimmung schriftlich einzuholen, um späteren Missverständnissen oder Streitigkeiten vorzubeugen. Hat man kein Einverständnis und der Arbeitgeber erfährt von dem unzulässigen Nebenjob ist das Grund für eine Entlassung. (Am Rande erwähnt: Die sogenannte „Schwarzarbeit“ ist natürlich auch verboten. Man spricht von einem „abträglichen Nebengeschäft“.)

STEUERLICHE AUSWIRKUNGEN

Hat man mehr als nur ein Arbeitsverhältnis, gibt es einige Dinge hinsichtlich Steuer und Sozialversicherung zu beachten. Wenn alle Arbeitsverhältnisse unter Geringfügigkeitsgrenze liegen, wird die Sozialversicherung gleich von den laufenden Bezügen abgezogen. Wenn nicht kommt es zu einer Nachverrechnung.

GUT ZU WISSEN: Die geringfügige Beschäftigung ist ein Begriff, den es nur im Sozialversicherungsrecht, nicht aber im Steuerrecht gibt. Für die Berechnung der Steuer ist deshalb auch nur wichtig, ob es sich bei einer geringfügigen Beschäftigung um ein Arbeitsverhältnis oder um einen freien Dienstvertrag handelt.
Arbeitnehmer mit mehr als einem Arbeitsverhältnis und einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von insgesamt über 12.000 € sind verpflichtet, bis zum 30.9. des folgenden Jahres eine ArbeitnehmerInnenveranlagung beim Finanzamt einzureichen (=Pflichtveranlagung).

ACHTUNG: Sie bekommen Pension und möchten etwas dazuverdienen? Je nachdem, welche Pension Sie beziehen (Witwenpension, Berufsunfähigkeitspension etc.) gibt es unterschiedliche steuerliche Auswirkungen. Informieren Sie sich daher vorab ausreichend, um spätere teure Nachzahlungen zu vermeiden!

 

Informationen dazu und weitere Beispiele können Sie hier und auf der Seite der österreichischen Arbeiterkammer nachlesen.

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All-In-Vereinbarungen & was es zu beachten gilt

Die bestbezahlten Branchen Österreichs

Wieviel man als Arbeitnehmer verdient hängt nicht nur von der Qualifikation und dem Verhandlungsgeschick ab. Die Branche spielt eine entscheidende Rolle. Dieselben Aufgaben werden in verschiedenen Wirtschaftszweigen oft so unterschiedlich bezahlt, dass die Differenz durch keine Fortbildung der Welt ausgeglichen werden kann.

Aber schauen wir uns das mal genauer an. In Österreich werden die einzelnen Wirtschaftszweige in Branchen unterteilt. Diese wiederum sind in den Kollektivverträgen geregelt, welche regelmäßig von den Sozialpartnern verhandelt werden. Mehr zum Thema Kollektivvertrag könnt ihr HIER nachlesen. In jedem Kollektivvertrag gibt es Gehaltstabellen, die zeigen wieviel ein Arbeitnehmer – abhängig von Berufserfahrung, Ausbildung und der jeweiligen Position – mindestens verdienen muss. Und genau diese Gehaltstabellen und auch Mindestgehälter bzw. -löhne unterscheiden sich von Branche zu Branche.

Laut dem Branchenindex hat man in der Pharmaindustrie die besten Chancen auf ein hohes Gehalt. Auch Spitzenreiter in Sachen Gehalt sind Chemie und Verfahrenstechnik, die Metallindustrie sowie Banken und Versicherungen. Der starke Einfluss von diesen Branchen liegt am hohen Ausbildungsstand der Beschäftigten und dem Wettbewerb um Spezialisten auf dem Markt. Das wirkt sich auch positiv auf die Gehälter von Arbeitnehmern ohne Spezialisierung aus, zum Beispiel im Sekretariat.

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Am unteren Ende dieser Liste, also Branchen wo man vergleichsweise wenig verdient, sind z.B. Callcenter, Hotel und Gaststätten sowie soziale Einrichtungen. Hier sind die Chancen auf ein Top-Gehalt in Österreich eher gering. In Österreich gibt es auch keinen gesetzlich geregelten Mindestlohn (wie z.B. in Deutschland), alle Mindestlöhne sind in den einzelnen Kollektivverträgen geregelt. Im vergangenen Jahr wurde allerdings ein Mindestlohn von brutto € 1.500 beschlossen, an die sich künftig alle Branchen in Österreich halten müssen.

Hier haben wir einen Vergleich, der zeigt wie unterschiedlich die Gehälter für die gleichen Positionen, aber in einer anderen Branche sein können:

  • Kollektivvertrag für Handelsangestellte: Einfache Tätigkeiten: von € 1.533,– (FerialarbeitnehmerInnen) bis € 2.004,–; qualifizierte Tätigkeiten: von € 1.738,– bis € 3.169,–; hochqualifizierte Tätigkeiten: von € 2.658,– bis € 4.497,–
  • Kollektivvertrag für Metallgewerbe: Einfache Tätigkeiten: von € 1393,15,– bis € 21.593,56-; qualifizierte Tätigkeiten: von € 1.992,91,– bis € 2.499,98,–; hochqualifizierte Tätigkeiten: von € 3.157,75,– bis € 4.459,54,–
  • Kollektivvertrag für Metallindustrie: Einfache Tätigkeiten: € 1.848,08; qualifizierte Tätigkeiten: von € 2.159,25 bis 2.785,54; hochqualifizierte Tätigkeiten: € 3.192,58 bis € 6.206,88.

Alle Branchen-Kollektivverträge findet ihr auf der Seite der Wirtschaftskammer Österreich.

 

Die Frage nach dem Gehalt: wieviel bin ich wert?

Es ist oft ein unangenehmer, gleichzeitig aber auch entscheidender Teil des Jobinterviews: die Frage nach dem Gehaltswunsch. Besonders für Berufseinsteiger ist die Antwort auf diese Frage oft nicht einfach. Einerseits will man sich nicht ausnutzen lassen, andererseits möchte man sich auch nicht durch zu hohe Vorstellungen selbst aus dem Rennen kicken. Wir haben daher ein paar Tipps für Euch, um diese Frage in Zukunft zu meistern.

Eines gleich mal vorab: wenn im Stelleninserat nicht ausdrücklich danach gefragt wird, ist es nicht nötig, die Gehaltsvorstellung bereits in der Bewerbung anzuführen. Da es in Österreich für den Arbeitgeber verpflichtend ist, das Mindestgehalt im Stelleninserat anzugeben, habt ihr hier schon mal einen ersten Vorteil. Bedenkt aber, dass es sich hier nur um das Mindestgehalt laut Kollektivvertrag handelt! Lasst Euch also nicht von zu niedrigen Beträgen abschrecken. Die Mindestgehälter unterscheiden sich von Branche zu Branche, auch wenn es sich vielleicht um die gleiche Position handelt. So kann es schon sein, dass eine Büroangestellte die in der Metall-Branche tätig ist, weit mehr verdient als ein Büroangestellter im Einzelhandel.

Welche Branchen in Österreich am lukrativsten sind, erfährt ihr in einem unserer nächsten Artikel!

Wenn die Gehaltsvorstellungen bereits in der Bewerbung erwünscht werden, dann führt diese ganz zum Schluss an. Formulierungen wie z. B. „Meine Gehaltsvorstellung bewegt sich zwischen 26.000 und 30.000 Euro jährlich“ sind passend. So erkennt der Arbeitgeber gleich, ob die Gehaltsvorstellungen dem tatsächlichen späteren Gehalt entsprechen. Wichtig dabei ist, dass Du dir im Vorhinein Gedanken dazu machst, spätestens im Jobinterview wird diese Frage nämlich auf Dich zukommen. Sei Dir also sicher, wieviel Du Wert bist und wo Deine Untergrenze liegt. Wenn Du Deinen Gehaltswunsch ordentlich begründen kannst, sollte dieses Thema kein Hindernis für Dich werden.

Und nun das Wichtigste zum Schluss: woher weiß ich denn, wieviel ich wert bin? Nach einigen Jahren Berufserfahrung ist einem im Regelfall bewusst, auf welchem Niveau sich das eigene Gehalt bewegt und wie die Aussichten bei einem Jobwechsel stehen. Für Berufseinsteiger empfehlen wir den Gehaltsrechner von karriere.at. Damit kannst du gut vergleichen, wie hoch das Gehalt in deiner Branche bzw. Position durchschnittlich ist und hast somit schon mal einen Richtwert. Auch wenn du keinen Jobwechsel planst kannst du mit dem Gehaltsrechner prüfen, ob du unter- oder sogar überbezahlt bist.

Tipps für Deine Gehaltsverhandlung kannst Du auch hier finden:

 

Du bist unterbezahlt und bereit für einen Unternehmenswechsel? Dann bekommst du hier Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen, oder nutze unseren Service von Jobweiser!

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Wie du den Wochenalltag lebst und nicht nur überlebst

Aus der Sicht eines Bewerbers – ein Gastbeitrag unseres tollen Praktikanten Niklas!

 

Endlich Feierabend. Wieder ein Tag hinübergebogen. Gestresst, müde und hungrig.

Verlässt Du nach der gefühlt hundertsten Überstunde das Büro, lange nachdem die Sonne schon untergegangen ist und sollst jetzt noch die Energie für Sport und danach Nerven für gesunde Ernährung haben?

‚Sicher Nicht!‘ denken sich an dieser Stelle viele Menschen, die eigentlich einen gesunden Lebensstil bevorzugen würden, diesen dann aber aufgrund der Strapazen ihres Alltags immer wieder auf „morgen“ verschieben.

Doch wann ist morgen? Hast Du es satt darauf zu warten, endlich leben zu dürfen?

Dann haben wir hier drei einfache Tipps für deinen Arbeitsalltag, die aus deinem ‚morgen‚ ein ‚jetzt‚ machen.

 

Nummer 1: Genügend Schlaf.

Jeder weiß Bescheid, niemand nimmt es ernst. Jeden Abend die gleiche Frage „…eine Folge meiner Serie noch, ein paar wenige Stunden Schlaf reichen doch, oder?“

Schön wär’s. Der Unterschied zwischen ausschlafen und zu kurz schlafen ist größer als man denkt. Wer ausschläft, muss sich morgens nicht vom nervigen Wecker quälen lassen oder beim Verlassen des Betts tausend Qualen leiden. Sowohl Körper als auch Geist sind ausgeruht und bereit für den Tag.

Ich brauche meistens schon 2 Stunden um einzuschlafen, vor Mitternacht werde ich nicht müde“ – Wenn das auch Deine Ausrede ist, wäre es einmal einen Versuch wert ohne Handy oder Fernseher als Gutenachtgeschichte und stattdessen mit einem echten Buch ins Bett zu gehen. Lesen entspannt und reizt im Gegensatz zu digitalen Medien nicht unnötig. Zusätzlich ist von Koffein und zuckerhaltigen Lebensmitteln vor dem Schlaf abzuraten.

 

Zum zweiten: Gesunde Ernährung.

Stopp! Bei „gesunder Ernährung“ scrollen wir sehr schnell weiter oder verschließen die Ohren, allerdings stellt sie einen der wichtigsten Stützpfeiler für Zufriedenheit dar.

Sahneschnitten, Steaks und andere Völlereien sind zwar verführerisch lecker und definitiv ab und an eine Sünde wert, jedoch sollten sie nicht zum täglich Brot gehören und aus ‚ab und an‘ sollte nicht ‚ab jetzt immer‘ werden.

Vielleicht sollten wir unseren Leitsatz hier umdrehen und das Süße von heute auf „morgen“ schieben.

Auf die Ernährung achten ist nämlich nicht nur super für die Figur, sondern schlägt auch auf das Gemüt. Wer sich vernünftig ernährt ist glücklicher. Zudem schmecken kleine schokoladige Sünden in Maßen besser als in Massen. Die Dosis macht das Gift.

Idealerweise achtet man darauf, was der Körper braucht und wirft einen kurzen Blick auf die Inhalte seines Essens, Vollkornbrot, Salate und ausreichend Obst geben einem die Energie für jeden noch so zehrenden Tag. Auch Wasser sollte ausreichend im täglichen Leben vorkommen.

Tipp fürs Büro: Stylische Glasflaschen bekommt man schon für kleines Geld. Setzt euch dann das Ziel, diese 2-4x täglich wieder aufzufüllen.

 

Und Nummer 3: Bewegung.

Sport ist ja wirklich eine schwierige Sache: einmal ist das Wetter zu schlecht, dann tut einem etwas weh, dann geht auch schon die Sonne unter und man plant für „morgen“ weiter.

Doch Bewegung muss nicht gleich einen Dauerlauf durch die Innenstadt oder das In-Schutt-und-Asche-Legen des örtlichen Fitnesstempels bedeuten; bereits eine Stunde normales Gehen verbrennt je nach Strecke und Tempo zwischen 180 und 270 Kalorien. Gehen schüttet zudem Glückshormone aus und wirkt wie ein leichtes Antidepressivum. Ebenso kann sich bei intensivem Nachdenken eine leicht meditative Wirkung einstellen, viele Gute Ideen wurden bei einem Spaziergang in der Natur geboren.

Auch die üblichen Wehwehchen wie Kreuz- oder Gelenkschmerzen kann man mit der richtigen Bewegung behandeln und durch richtiges Dehnen vor dem Sport vermeiden.

Im Büro bieten sich kleine Übungen an um auch während des Arbeitsalltages nicht einzurosten. Eine ausführliche Infografik zu Fitness am Arbeitsplatz findet ihr in einem unserer früheren Blogbeiträge „Fit am Schreibtisch“

Fit am Schreibtisch: mit diesen Übungen bleiben Sie entspannt!

 

Fazit

Diese drei Tipps sind nicht nur simpel zu merken, sondern auch leicht in den stressigen Berufsalltag einzubauen. Lass uns doch auf LinkedIn oder Facebook an Deinen Erfolgen teilhaben!

Ich wünsche euch allen viel Spaß mit der neuen Motivation und Energie. Ich hoffe, Ihr macht was draus! 

 

Wenn Du Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen benötigst, findet Du diese hier, oder nutze unseren Service von Jobweiser!

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Tabuthema psychische Erkrankung

Liest man in diversen Schlagzeilen vom Suizid berühmter Persönlichkeiten aufgrund psychischer Krankheiten, gibt sich die Allgemeinheit sehr betroffen. „Oh nein, hätte die Person doch etwas gesagt, man hätte ihr sicher helfen können!“ sind Standardreaktionen. Wie kommt es dann, dass psychische Krankheiten im privaten Bekanntenkreis schnell mal als übertrieben abgetan werden, oft verbunden mit der Aussage „der soll sich mal zusammen reißen und nicht so anstellen“? Leider ist dieses Thema nach wie vor ein Tabu. Gerade heutzutage sollten Betroffene aber mit Verständnis und Akzeptanz – auch und vor allem am Arbeitsmarkt – begegnet werden.

In Österreich leidet jede*r Zehnte unter psychischen Problemen. Die Anzahl dieser Erkrankungen wird immer mehr und ist mittlerweile ein sehr häufiger Grund für Arbeitsunfähigkeitspensionen. Das bedeutet, Handlungsbedarf ist auf jeden Fall gegeben. Die Arbeiterkammer rechnet vor, dass in Österreich bereits mehr als ein Drittel aller vorzeitigen Pensionen wegen Berufsunfähigkeit auf psychische Krankheiten zurückzuführen sind. Besonders drastisch sei die Lage bei Frauen. Hier werde sogar jede zweite Zuerkennung einer Invaliditätspension mit einer psychischen Erkrankung begründet, heißt es. Genauere Gründe hierfür werden nicht genannt. In Studien zu geschlechtsspezifischen Aspekten von Burnout ist allerdings häufig die Mehrfachbelastung, der viele Frauen ausgesetzt sind, angeführt.

Die Wahrscheinlichkeit, jemanden mit psychischen Problemen in seinem näheren Umfeld zu kennen, ist also sehr hoch. Sogar die Wahrscheinlichkeit, in seinem Leben selbst mindestens einmal psychisch zu erkranken, ist sehr hoch. Zum Beispiel ist jeder Fünfte mindestens einmal in seinem Leben von Depressionen betroffen. Depressionen zählen neben dem oben genannten Burnout zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Das Schwierige bei psychischen Erkrankungen ist, dass man sie nicht auf Anhieb erkennt. Eine gebrochene Seele ist nicht vergleichbar mit einem gebrochenen Bein. Das ist einerseits ein Problem für Betroffene – sie fühlen sich oft hilflos, unverstanden bzw. versuchen ihre Krankheit so lange wie möglich zu verbergen. Anderseits kann es auch für die Umgebung zum Problem werden, und zwar dann wenn nicht erkannt wird, dass es sich bei psychischen Problemen um ein ernstes Thema handelt, welches man mit Charakterschwäche keinesfalls abtun sollte.

„Reiß dich mal zusammen!“

Denn genau das ist der Kern des Problems: in unserer Gesellschaft ist die vorkehrende Meinung von psychisch Erkrankten nach wie vor, dass es sich hier um schwache und übertrieben sensible Personen handle, die sich mal nicht so anstellen sollen. Genau diese Art von Aussagen machen es für Betroffene aber noch schlimmer. Oft kann man dem Unverständnis der Gesellschaft aber auch gar nichts vorwerfen. Denn wie soll man als Außenstehender ein so komplexes Thema nachvollziehen können, wenn sogar Betroffene nicht verstehen können warum sie so antriebslos sind, ständig müde, schlecht gelaunt und – im schlimmsten Fall – sogar von suizidalen Gedanken geplagt werden.

Eine Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass Beschäftigte ohne arbeitsbedingte Belastungen nur 0,8 Krankenstandstage aufweisen. 3,3 Tage sind es bei arbeitsbedingten psychische Belastungen und knapp 6 Ausfallstage beim Zusammentreffen psychischer und physischer Belastungen. Dass Präventivmaßnahmen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer helfen könnten zeigen diese Zahlen. Ein schönes Beispiel, wie es in der Zukunft aussehen könnte ging im vergangenen Jahr durch die sozialen Medien:

Veröffentlicht wurde eine Email einer Mitarbeiterin eines US-Unternehmens, die sich 2 Tage für ihre psychische Gesundheit freinehmen wollte.

Die Reaktion ihres Chefs wurde im Internet gefeiert. Bleibt nur zu hoffen, dass solch ein Umgang mit psychischen Krankheiten bald keine Zukunftsmusik mehr ist!

Auch ein interessanter Artikel zum Weiterlesen (inkl. Anlaufstellen am Ende des Artikels): Du solltest in Österreich besser nicht psychisch krank werden, wenn du deinen Job behalten willst.

 

Bewerbung bei Google: Wie Sie sich vorbereiten können!

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir für Euch die wichtigsten Ansätze von Googles Personalstrategie unter Laszlo Bock zusammen gefasst. Aufgrund der unzähligen Interviews mit dem ehemaligen HR-Chef und des augenscheinlichen Erfolgs des Unternehmens gibt es nun einen zweiten Teil. Dieses Mal erfährt ihr das Erfolgsrezept von Laszlo Bock, um seinen Traumjob zu bekommen.

 

How to build out a standout resume? /

Wie erstelle ich einen herausragenden Lebenslauf?

Fast 11 Jahre lang war Laszlo Bock als HR-Chef bei Google tätig. Zu seinen Verantwortungsbereich zählten die Auswahl, Entwicklung, Förderung von Mitarbeitern und insbesondere die Bindung derer an das Unternehmen. Seiner Ansicht nach folgen die besten Lebensläufe immer demselben Prinzip:

1. Was habe ich erreicht?

2. Wie habe ich das erreicht?

3. Wie habe ich das gemessen, was ich erreicht habe?

Diese „Geheimformel“ macht den Kandidaten greifbar und vergleichbar mit anderen Kandidaten. So kann man sich auch von den anderen unterscheiden und abheben.

 

How to find the right fit? /

Wie finde ich die richtige Position?

Nach den Unternehmenswerten oder der Kultur zu fragen reicht schon lange nicht mehr. Das gleiche gilt für die Informationen auf der Website. Will man als Kandidat wissen, ob man in das Unternehmen passt oder nicht, dann fragt man im Interview am besten, wofür man in dem Unternehmen belohnt wird oder wofür man befördert wird. Die Antwort auf diese Frage zeigt am besten, was dem Unternehmen wirklich wichtig ist und vor allem ob diese Werte auch zu einem selbst passen.

 

How to make the right impression? /

Wie macht man den richtigen Eindruck?

Die Information, dass jeder Mensch innerhalb nur weniger Sekunden eine Entscheidung bezüglich seines Gegenübers trifft, ist nichts Neues. Der erste Eindruck, also wie jemand den Raum betritt, wie er die Hand schüttelt oder sich hinsetzt sind oft entscheidend. Geht es nach Laszlo Bock, sollten Interviewer diese Körpersprache völlig ignorieren. Es gibt zu viele kulturelle Unterschiede und man erhält ein verzerrtes Bild eines Menschen. Denn achtet man zu sehr auf solche Dinge dann wählt man jene Kandidaten die einem selbst am ähnlichsten sind und übersieht vielleicht große Talente. Für Kandidaten hingegen gilt, das Spiel quasi mitzuspielen und den üblichen Regeln zu folgen. Sprich: aufrechte Haltung, lächeln, aufmerksam zuhören, selbstbewusste Ausstrahlung etc.

 

„You have to play the game, until the game is fixed“ 

 

How to handle interview curveballs? /

Wie gehe ich mit unerwarteten Schwierigkeiten um?

Unnötige Interview-Fragen im Vorstellungsgespräch sind solche, die den Bewerber dumm erscheinen lassen, während der Interviewer als besonders smart dasteht. Als Beispiel nennt Laszlo Bock diese Frage: „wieviele Golfbälle passen in ein Flugzeug?“. Augenscheinlich sind solche Fragen und deren Beantwortung überhaupt nicht aussagekräftig, sie dienen nur zum Vergnügen des Interviewers. Für den Kandidaten gilt hier wiederum das Spiel mitzuspielen. Das Gute ist, es gibt keine richtigen oder falschen Anworten, hauptsache selbstbewusst reagieren und am besten auf das Unerwartete – wie genau solche Fragen – vorbereitet sein. Der Trick ist: „play the game better than they do“, also spielt einfach besser als euer Gegenüber und ihr werdet überzeugen!

 

Wenn ihr mehr über Laszlo Bock und seine Erfahrungen lesen wollt, dann schaut in eines seiner Bücher rein:
Work Rules!: Wie Google die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, verändert

 

 

 

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Bewerbung bei Google? Tipps vom ehemaligen Google HR-Chef

“If you’re achieving all your goals, you’re not setting them aggressively enough.” 

Laszlo Bock war bis 2016 der Senior Vice President People Operations bei Google. Kurzum: er war der Personalchef. Es gibt unzählige Interviews von ihm, auch Bücher hat er über seine Erfahrungen geschrieben. Wir haben uns einiger seiner Interviews angehört und interessante Ansätze für Euch zusammengefasst.

 

Google bekommt jedes Jahr zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Bewerbungen. Eigentlich kein Wunder wenn man bedenkt, dass es das Unternehmen jedes Jahr auf die Liste der beliebstesten Arbeitgeber schafft. Laszlo Bock hat über die Prinzipen des Auswahlverfahrens neuer MitarbeiterInnen von Google gesprochen, und zählt dabei 3 wichtige Dinge auf:

  1. Google stellt Potenzial und Lernbereitschaft über Expertise. Das bedeutet Google stellt lieber neugierige, kluge Köpfe ein als Leute, die bereits Experten auf einem bestimmten Gebiet sind. Der Grund ist, dass lernwillige Menschen zu 90% mit einer innovativen Idee trumpfen, während Experten, die schon lange dasselbe machen, bereits Gelerntes gerne wiederholen. Laszlo Bock spricht von einem guten Mix dieser beiden Charaktere, allerdings werden bevorzugt MitarbeiterInnen gesucht, die für neue Ideen kreativ und offen sind.
  2. Bei Google gibt es hinsichtlich ihres Recruiting-Prozesses keine Kompromisse. Es dauert oftmals länger einen offenen Job zu besetzten als bei anderen Organisationen. Der Grund dafür lautet wie man so schön sagt “man muss erst viele Frösche küssen um den Prinz bzw. die Prinzessin zu finden”. Ergebnis dieses Ansatzes ist es, dass das Risiko von falschen Besetzungen deutlich reduziert wird. Google sucht vielleicht länger, dafür aber präziser.
  3. Auch eines der wichtigsten Ansätze beim Google-Auswahlprozess ist, diesen so objektiv wie möglich zu gestalten. Neben den typischen Datenerhebungen sind bei Neueinstellungen viele Meinungen und Entscheidungsträger involviert. Die Meinung des Recruiting Managers ist dabei nur eine Meinung von vielen. Pozenzielle Kandidaten werden neben dem Gespräch mit einem Recruiting Manager möglicherweise auch von einem ausgewählten Komitee, oft sogar vom CEO persönlich nochmals überprüft, bevor ein entsprechendes Angebot gemacht wird.

 

In unserem nächsten Artikel werden wir für euch ein paar Tipps von Laszlo Bock sammeln, wie man den Job bekommt, den man möchte.

Wenn ihr mehr über Laszlo Bock und seine Erfahrungen lesen wollt, dann schaut in eines seiner Bücher rein:
Work Rules!: Wie Google die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, verändert

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Das bedingungslose Grundeinkommen

Kaum ein Thema ist so umstritten wie jenes um das bedingungslose Grundeinkommen. Schon öfters wurde es über einen begrenzten Zeitraum – durchaus erfolgreich – getestet, dennoch wirft dieses System große Fragen auf.

Die wichtigste Frage in dem Zusammenhang ist mit Sicherheit, was die Menschen tun würden, wenn sie monatlich ein fixes Einkommen hätten, egal ob sie arbeiten oder nicht. Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens befürchten, dass die Menschheit faul wird. Das ist aber nicht der Fall, was bereits in mehreren Studien bewiesen wurde. In einer aktuellen Studie etwa beobachten US-Ökonomen  wie sich eine allgemeine Geldleistung auf den Arbeitsmarkt in Alaska auswirkt. Seit 1982 zahlt der erdölreiche US-Bundesstaat eine jährliche Dividende von circa 2.000 Dollar an jeden Einwohner aus, und zwar ohne Bedingungen. Seit der Auszahlung hat sich der Anteil der arbeitenden Bevölkerung in Alaska insgesamt jedoch nicht verändert, fanden die Ökonomen heraus. In einigen Sektoren habe es mehr Menschen, die Teilzeit arbeiten. Die Beschäftigungseffekte in anderen Sektoren blieben gleich. Ähnliche Ergebnisse zeigen auch andere Langzeitstudien.

Aufgrund der vorschreitenden Automatisierung werden künftig viele Arbeitsplätze wegfallen, da diese durch Maschinen ersetzt werden können. Da stellt sich ohnehin die Frage, wie eine Gesellschaft und vor allem der „Otto-Normal-Verbraucher“ langfristig überhaupt ohne ein Grundeinkommen überleben kann. Genau gesagt haben 50% der derzeitigen Arbeitsabläufe das Potenzial, bis 2030 durch Maschinen ersetzt zu werden. In einer neuen Studie von McKinsey wurde ermittelt, dass im Durchschnitt 15% aller Jobs global wegfallen könnten. Dem steht dagegen, dass sich bis 2030 zwischen 75 Millionen bis 375 Millionen Menschen (3-14% der globalen Arbeitskraft) eine neue Qualifikation aneignen müssen. Gäbe es ein bedingungsloses Grundeinkommen, könnten die Menschen ihre Zeit vielmehr in Bildung investieren, um sich genau jene Qualifikationen anzueignen, die für die künftige Arbeitswelt immer mehr benötigt werden. Die Menschen wären kreativer und hätten auch mehr Zeit, sich sozial zu engagieren. Zeit könnte generell viel sinnvoller genutzt werden.

Doch wie würde so ein System in der Realität aussehen? Die uns jetzt bekannten Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe, Mindestsicherung und Pension gibt es dann nicht mehr. All diese Leistungen werden durch das Grundeinkommen ersetzt. Tatsache ist also, dass das bedingungslose Grundeinkommen nicht von heute auf morgen eingeführt werden kann. Der erste Schritt in Richtung bedingungsloses Grundeinkommen ist vielleicht schon gesetzt wenn wir uns die Frage stellen „Was würde ich tun, wenn ich nicht mehr arbeiten müsste?“

Wenn Sie sich für das Thema interessieren, empfehlen wir folgendes Buch:
Utopien für Realisten: Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen.

Einen Artikel zum Thema „Zukunft der Arbeit“ können Sie hier nachlesen. Übrigens, vernetzen Sie sich doch mit uns auf LinkedIn!

 

Letzte Vorbereitungen fürs Praktikum!

Das Semester / Schuljahr ist bald um und die Ferien beginnen, und somit auch die Saison der Ferialpraktika! Wenn Ihr bereits in der glücklichen Position seid, euer Wunsch-Praktikum ergattert zu haben, sind hier noch ein paar Tipps damit Ihr einen guten Start hinlegt:

Die künftige Kollegen

Wahrscheinlich wirst Du gleich am ersten Tag Dein neues Team kennen lernen. Am besten Du verschaffst dir einen Startvorteil und informierst Dich bereits auf der Firmenwebsite über das Team (sofern es einer „Über uns“ Rubrik gibt). Somit kannst Du Dir schon ein paar Namen und Gesichter einprägen. Wichtige Namen, wie Geschäftsführer*in und Leiter*in Deiner Abteilung solltest Du auf jeden Fall wissen!

Das Outfit

Nachdem Du beim Vorstellungsgespräch sicher schon einen ersten Eindruck vom Team gewinnen konntest, wird es keine große Hürde sein, Dich passend zu kleiden. Dennoch: am ersten Tag lieber etwas zu schick als underdressed – und bitte in jedem Fall sauber und gepflegt!

Der Arbeitsweg

Falls Du noch nicht persönlich vor Ort warst, informiere Dich früh genug über den Standort und hole alle relevanten Infos ein. Gibt es einen Parkplatz? Kann man mit den Öffis anreisen? In welchem Stockwerk befindet sich das Unternehmen? Somit sparst Du Dir ein paar, vielleicht wichtige, Minuten an deinem ersten Arbeitstag.

Pro Tipp: Wenn Euch das Unternehmen gefallen hat und ihr Euch vorstellen könnt, später in dieser Firma zu arbeiten dann bleibt in Kontakt mit einem „Insider“. Diese Kontaktperson kann Euch nämlich über offene Positionen informieren, noch bevor sie ausgeschrieben werden. Vielleicht ist die Person auf LinkedIn oder XING, dann könnt Ihr Euch dort vernetzen. Klarer Vorteil!

Und zum Schluss bleibt nur noch eines: alles Gute und viel Spaß bei Deinem Praktikum!

Hier noch ein cooles Video, wie das Unternehmen Heinecken einen Praktikant für Fussballspiele gefunden hat:

Und falls du noch auf der Suche nach deinem Praktikum bist, dann bekommst du hier Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagenoder nutze unseren Service von Jobweiser!

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Arbeiten im Ausland

Im Zeitalter der „digitalen Nomaden“ war es noch nie so einfach, von überall aus der Welt aus zu arbeiten. Es gibt unzählige Möglichkeiten, aus dem Büro-Alltag auszubrechen und sich an neue Ufer zu wagen. Und selbst wenn’s einem dort gefällt wo man gerade ist – ein Blick über den Tellerrand hat noch nie jemandem geschadet, sei es auch nur für eine begrenzte Zeit. Es gibt viele Gründe, warum jeder Mal ein bisschen Zeit im Ausland verbringen sollte.

Neugier & persönliche Entwicklung

Grund Nr. 1 sollte natürlich immer das persönliche Interesse und die Neugier nach etwas Neuem sein. Eine andere Kultur, interessante Menschen kennen lernen, all das kann z.B. schon ein Praktikum oder Auslandssemester bringen. In einem fremden Land wirst du automatisch gezwungen, deine Komfortzone zu verlassen, neue Dinge kennen zu lernen und vor allem wirst du lernen dich anzupassen. Eine Auslandserfahrung kann auch schon alleine dazu gut sein, um zu erkennen, was einem wichtig ist und was man braucht. Oft lernt man erst weit weg von zu Hause zu schätzen, wie gut es einem in der Heimat eigentlich geht.

Karriere

Obwohl wir an dieser Stelle nicht empfehlen, nur des Lebenslaufes wegen Zeit im Ausland zu verbringen, ist es zweifelsohne ein großer Vorteil bei der künftigen Jobsuche wenn man Auslandserfahrung vorweisen kann. Man zeigt damit Anpassungsfähigkeit, Weltoffenheit, Abenteuerlust und Flexibilität. Diese Fähigkeiten sind wichtig in der heutigen Arbeitswelt. Aber wie gesagt: Der Lebenslauf sollte nicht der Hauptgrund sein sich für einen Auslandsaufenthalt zu entscheiden, betrachte es eher als positiven Nebeneffekt und zusätzlichen Vorteil.

Kombination aus Urlaub und Arbeit

Was gibt es schöneres, als zu dem Klang von Meeresrauschen aufzuwachen? Oder sich nach getaner Arbeit am Strand zu sonnen? Vor allem im Winter bräuchte man öfters mal eine Vitamin-D Ladung, inklusive Strand und Meer. Was sich nach dem absoluten Paradies anhört, kann aber auch zum Problem werden: Wer unter Palmen arbeiten möchte braucht viel Selbstdisziplin und Eigenmotivation, denn die Versuchungen die Arbeit mal liegen zu lassen sind groß. Aber wenn man die Möglichkeiten hat seinen Arbeitsplatz zu verlegen: why not?

Und wer jetzt schon auf den Geschmack gekommen ist und nach Flugtickets sucht, dem sei dieses Ranking noch ans Herz gelegt: „Die 12 besten Länder zum Leben und Arbeiten“, allen voran mit Ecuador, Mexiko und Malta.

 

Arbeitslos ist nicht gleich Arbeitslos (Teil 2)

 

Ein paar Fakten und Zahlen zum Thema Arbeitslosigkeit in der EU und speziell Österreich haben wir für euch in diesem Artikel zusammen gefasst.

Was genau mit Arbeitslosigkeit überhaupt gemeint ist, konnten wir im ersten Teil dieser Serie hoffentlich für euch aufklären. Im EU-Vergleich liegt Österreich mit der Arbeitslosenquote unter dem Durchschnitt. Das bedeutet, Österreich zählt zu den Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosenquote, verglichen mit anderen EU-Staaten. Die niedrigsten Arbeitslosenquote (gemessen im Februar 2018) konnte Tschechien verzeichnen (2.4%), gefolgt von Deutschland und Malta (beide 3.5%). Die meisten Arbeitslosen EU-weit gibt es in Griechenland (rund 21%) und Spanien (16%).

Jugendarbeitslosigkeit

Ein großes Problem in vielen Ländern ist nach wie vor die Jugendarbeitslosigkeit. Im Februar 2018 waren 3.589 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren innerhalb der europäischen Union arbeitslos. Am höchsten ist die Jugendarbeitslosigkeit wieder in jenen EU-Staaten, die am schwersten von der Wirtschaftskrise betroffen waren und sind – vor allem Griechenland und Spanien. Einer Eurostat-Erhebung zufolge sind die Hälfte aller arbeitslosen 20-34 Jährigen EU-Bürger bereit, für einen Job in ein anderes Land innerhalb der EU zu ziehen. Rund 21% sind generell bereit für einen Job umzuziehen, allerdings nur im eigenen Land. 12% ziehen in Betracht das Heimatland für einen Arbeitsplatz zu verlassen (innerhalb der EU) und 17% können sich sogar vorstellen, außerhalb der europäischen Union einen Job anzunehmen. Der Wille, für die Arbeit in ein anderes Land zu ziehen hängt sehr stark mit dem Ausbildungsniveau der jungen Menschen zusammen. Junge Menschen mit einem höheren Ausbildungsniveau sind tendenziell eher dazu geneigt das Land zu verlassen als junge Menschen mit mittlerem bzw. niedrigerem Ausbildungsniveau.

Verdienst

Wer nicht nur in einem anderen EU-Land arbeiten, sondern dabei auch gut verdienen möchte, dem ist Dänemark besonders zu empfehlen. Dort ist der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst im EU-Vergleich am höchsten, gefolgt von Luxemburg, Irland und Schweden. Schlusslicht – also dort wo man am wenigsten verdient – bildet Bulgarien, hinter Rumänien, Litatuen und Ungarn. Österreich liegt im oberen Mittelfeld, knapp über dem EU-Gesamtdurchschnitt.

 

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Arbeitslos ist nicht gleich Arbeitslos (Teil 1)

Wenn man auf Google nach der Definition von Arbeitslosigkeit fragt, bekommt man folgendes Ergebnis vorgeschlagen: „der Zustand, dass jmd. keinen Arbeitsplatz hat.“. Warum aber so einfach, wenn es auch viel komplizierter geht? Denn tatsächlich gibt es unterschiedliche Definitionen von Arbeitslosigkeit. Dieser Artikel gibt euch einen Überblick darüber.

Österreich

Nach der nationalen Definition gelten all jene Personen als arbeitslos, die beim Arbeitsmarktservice (AMS) am Ende des Monats als arbeitslos vorgemerkt sind (=Registerarbeitslosigkeit). Schulungsteilnehmer gelten nicht als arbeitslos. Die in Österreich im EU-Vergleich recht hohe Anzahl an AMS-Schulungsteilnehmern fließt deshalb nicht in die Berechnung der Arbeitslosenquote ein, da diese Personen für den Arbeitsmarkt nicht sofort verfügbar sind.

Eurostat

Im Gegensatz zu den Daten des AMS Österreich beruht die vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) erhobene Arbeitslosenquote auf Umfragedaten der Arbeitskräfteerhebung (AKE). Hier gelten jene Personen als arbeitslos, die während einer bestimmten, abgefragten Woche nicht erwerbstätig waren, aktiv einen Arbeitsplatz suchen und innerhalb von zwei Wochen für eine neue Erwerbstätigkeit verfügbar wären. Mit dieser Definition gelten also selbst jene Personen als erwerbstätig, die nur eine einzige Stunde in der Woche gearbeitet haben.

PRO-TIPP: Aufpassen wenn ihr Statistiken zur Arbeitslosenquote seht. Hinterfragt immer die Definitionen und Art der Erhebung!

 

Die Arbeitslosenquote des Eurostat ist der Anteil der arbeitslosen Personen an ALLEN Erwerbspersonen. Darunter fallen auch Selbstständige und geringfügig Beschäftigte. Bei der Berechnung des AMS werden diese Personen nicht in die Berechnung miteinbezogen. Dadurch ist die von Eurostat berechnete Arbeitslosenquote immer niedriger als die Registerarbeitslosenquote des AMS Österreich:

(Quelle: Arbeitslosenquote in Österreich von März 2017 bis März 2018)

 

Die gute Nachricht: wie auch schon anhand der Grafik erkennbar ist im vergangenen Monat die Arbeitslosigkeit in Österreich deutlich gesunken. Nach nationaler Definition lag sie bei ca. 8%, nach internationaler Definition bei 5,4%. Weitere Hintergründe und interessante Fakten zum Thema Arbeitslosigkeit gibt es in unserem nächsten Artikel.

 

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Arbeiten für den Lebenslauf?

Ein Leben lang im selben Job arbeiten – das war früher mal. Heutzutage ist die Arbeitswelt viel abwechslungsreicher, es gibt viel mehr Möglichkeiten. Das spiegelt sich auch in den Lebensläufen wieder, oder sollte es zumindest. Warum es völlig okay ist und unsere Mitarbeiterin Judith es sogar gut findet, regelmäßig den Arbeitsplatz zu wechseln.

Wenn man als Personalerin regelmäßig vor einem Stapel neuer Bewerbungen sitzt und nur einige davon für ein Vorstellungsgespräch auswählen kann, muss man ein System entwickeln um schnell „aussortieren“ zu können. Man lernt schnell, auf gewisse Punkte im Lebenslauf zu achten, allen voran natürlich die Aufbereitung der Unterlagen, Rechtschreibfehler etc. Ein weiterer Punkt ist die Anzahl und Dauer der vergangenen Jobs (natürlich auch abhängig vom Alter des Bewerbers). Ist die Anzahl zu hoch, wird die Bewerbung schnell mal mit dem Argument „So viele Jobwechsel in der Vergangenheit, der/die kann sich anscheinend nicht festlegen“ auf den nein-danke-Stapel verschoben. Was ist die Konsequenz vieler Bewerber? Aus Angst zu viele Jobwechsel im Lebenslauf zu haben bleibt man lieber in einem Job, der einem nicht glücklich macht, aber zumindest im Lebenslauf dann gut aussieht.

Aber was ist so schlimm daran, wenn man öfters mal den Job wechselt, sich für andere Bereiche interessiert, sich weiterentwickelt, vielleicht später mal keinen Bezug mehr zu dem hat was man mal studiert hat? Meine Meinung: gar nichts! Ich finde es sogar gut, wenn man Dinge ausprobiert, selbst wenn man dabei nur feststellt, dass diese doch nichts für einen sind. Denn im Endeffekt ist es doch immer so, dass wir nur die Dinge bereuen, die wir NICHT gemacht haben und nicht die wir gemacht haben. Erst so findet man doch überhaupt erst heraus, wo die eigene Leidenschaft liegt, welche Stärken und Schwächen man hat wo man etwas bewirken kann. Und das wiederum kommt dann auch dem Unternehmen zugute. Denn auf lange Sicht gesehen möchte man doch auch als Arbeitgeber niemanden bezahlen, der nur seine Zeit bis zur Pension absitzt.

PRO TIPP: Solange ihr euren Jobwechsel nachvollziehbar argumentieren könnt, solltet ihr keine Angst haben etwas Neues zu wagen.

Für mich persönlich ist es schwierig längerfristig einer Tätigkeit nachzugehen, in der ich keinen Sinn sehe. Aber auch ich habe früher nach Jobs und Unternehmen gesucht, die sich gut in meinem Lebenslauf machen. Ob ich das jetzt bereue: nein. Ich konnte viel Erfahrungen sammeln und habe viel über mich selbst und die Arbeitswelt gelernt. Ob ich einen einwandfreien Lebenslauf nochmal über meine eigenen Wünsche stellen werde? Sicher nicht. Denn 40 Stunden Lebenszeit pro Woche für einen ungeliebten Job ist mir ein zu hoher Preis den meiner Meinung nach niemand – der die Möglichkeiten hat – bereit sein sollte zu zahlen.

Na, bereit für Veränderung? Wenn ihr Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen benötigt, findet ihr diese hier, oder nutzt unseren Service von Jobweiser!

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40 Stunden Arbeitswoche – ein Auslaufmodell?

In den 70er Jahren wurde in Österreich die 40-Stunden-Arbeitswoche eingeführt. Im 19. Jahrhundert mussten die Menschen noch doppelt soviel arbeiten, bis Mitte des 20. Jahrhundert wurden die Arbeitsstunden dann sukzessiv reduziert. Zuletzt wurden in den 80ern in einigen Kollektivverträgen 38,5 Stunden festgelegt. Seitdem gab es mehr keine Reduzierung der Arbeitszeit, eher im Gegenteil. Entwickelt sich das herkömmliche Arbeitszeitmodell in die falsche Richtung?

Konkret will der Gesetzgeber es möglich machen, die tägliche Höchstarbeitszeit von 10 auf 12 Stunden zu erweitern. Diese höchst umstrittene Arbeitszeitflexibilisierung wird mit dem Wunsch nach mehr Freizeit begründet, also dass man an manchen Tagen bis zu 12 Stunden arbeiten kann und an anderen Tagen dafür mehr Freizeit hat. Fraglich ist, ob sich dieser wohlwollende Gedanke in der Praxis tatsächlich in dieser Form umsetzen lässt. Denn das würde bedeuten, dass Arbeitnehmer immer mitbestimmen können, wann und wie oft sie länger arbeiten. Das dieses Mitbestimmungsrecht in jedem Unternehmen vorhanden ist, ist sehr zweifelhaft.

Eine weitere Frage die in dem Zusammenhang aufkommt ist, ob der Mensch überhaupt 12 Stunden lang produktiv arbeiten kann – Mediziner sagen nein. Menschen können nur eine wenige Stunden lang am Stück konzentriert arbeiten, spätestens ab der zehnten Tagesarbeitsstunde, meistens aber schon ab der siebten bzw. achten Arbeitsstunde, entsteht bei jedem Menschen ein deutlicher Leistungsknick, inklusive erhöhter Unfallgefahr. Experten sind der Ansicht, dass es in Betrieben, die nun den 12-Stunden-Arbeitstag zur Regel machen wollen, zu höherer Fluktuation und vermehrten Krankenständen kommen wird.

Aber was ist denn nun die ideale tägliche Arbeitszeit? Das versuchen derzeit viele herauszufinden. Einige mutige Unternehmen wagen das Experiment der Arbeitszeitkürzung, auch am heimischen Arbeitsmarkt. Ein oberösterreichisches Unternehmen führt nach einer erfolgreichen Testphase ab Oktober 2018 die 30-Stunden-Arbeitswoche ein, und das bei vollem Gehalt für ihre Mitarbeiter. Was ist der Ansporn für das Unternehmen? Ganz einfach:

„Geht’s dem Mitarbeiter gut, geht’s dem Unternehmen gut!“

 

Weiterführende Links zum Thema:

Kein gesetzlicher Anspruch auf 13. und 14. Monatsgehalt in Österreich?

Beim 13. und 14. Monatsgehalt (auch Urlaubsgeld und Weihnachtsremuneration genannt) handelt es sich um Sonderzahlungen, die in Österreich mehr oder weniger als „normal“ angesehen werden. Doch tatsächlich besteht kein gesetzlicher Anspruch auf diese Sonderzahlungen.

Den Anspruch auf das 13. und 14. Monatsgehalt regelt der Kollektivvertrag der jeweiligen Branche. Die meisten Branchen in Österreich unterliegen einem Kollektivvertrag. Bei den wenigen Arbeitnehmern, deren Arbeitsverhältnis keinem Kollektivvertrag unterliegt, besteht kein Anspruch auf diese Sonderzahlungen, es sei denn diese werden einzelvertraglich vereinbart. Das gleiche gilt auch für freie Dienstnehmer. Diese Personen müssen also auch die Großzügigkeit des Chefs bzw. der Chefin hoffen. Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte haben übrigens genauso Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld wie Vollzeit Arbeitende. Die Höhe der Sonderzahlungen orientieren sich immer am Grundgehalt.

Eine weitere Besonderheit: das 15. Monatsgehalt. In einigen Branchen – z.B. der Medienbranche – sehen manche Kollektivverträge ein 15. Monatsgehalt vor, wobei diese nicht ganz unumstritten sind. Auch manche Banken zahlen noch ein 15. Monatsgehalt aus, dies wurde als Geld für Arbeitskleidung (im Kundenkontakt) begründet. Schließlich wird erwartet, dass Mitarbeiter einer Bank gehobene Businesskleidung tragen.

Tatsache ist: Egal ob 12 oder 15 Monatsgehälter, am Ende kommt es immer auf das BruttoJAHRESgehalt an. Mit diesem Wert könnt ihr am besten Vergleiche ziehen.

In diesem Artikel könnt ihr nochmals nachlesen, was ein Kollektivvertrag ist und was dieser sonst noch regelt: Was ist eigentlich ein Kollektivvertrag?

Fit am Schreibtisch: mit diesen Übungen bleiben Sie entspannt!

Wir tun unserem Körper nichts Gutes, wenn wir täglich mehrere Stunden vor einem Computer sitzen.

Um dabei nicht Gefahr zu laufen, Kreuzschmerzen oder sogar Übergewicht zu bekommen, gibt es hier ein paar einfache Tipps zur Bürofitness. Zudem können Sie Ihre Pausen sinnvoll nutzen und etwas für Ihr Wohlbefinden tun. Motivieren Sie auch Ihre Kollegen, mitzumachen! Wenn Ihre Kollegen auch partizipieren ist die Wahrscheinlichkeit höher, diese Übungen regelmäßig auszuführen. Also nichts wie los und viel Spass bei den Übungen!

Quelle: https://www.northwestpharmacy.com/healthperch/desk-stretches/

Onboarding bei neuen Mitarbeitern 2/2

Dass Onboarding bereits VOR dem ersten Arbeitstag wichtig ist wissen wir nun schon vom ersten Teil dieser Serie. Doch wie schon gesagt ist das Onboarding ein längerer Prozess, deshalb erfahren Sie hier, was in der ersten Arbeitswoche passieren sollte:

 

  • Programmvorschau: Erklären Sie dem neuen Mitarbeiter die Mechanismen des Einschulungsprogramms. Damit weiß dieser, was ihn oder sie in den kommenden Tagen oder Wochen erwartet.
  • Vorstellrunde: Alle Mitarbeiter, die mit dem oder der Neuen zumindest in der Abteilung zusammenarbeiten, sollen sich vorstellen. Im Idealfall bekommt der neue Mitarbeiter einen „Buddy“ oder „Paten“ zugeteilt der durch das Unternehmen führt und die künftigen Kollegen vorstellt. Das erleichtert die Kontaktaufnahme und senkt die Hemmschwelle.
  • Unternehmensführung: Besuchen Sie bei der Unternehmensführung alle Abteilungen, um dem neuen Mitarbeiter ein klares Bild zu vermitteln, was wo passiert.
  • Erste Aufgaben: Binden Sie neue Mitarbeiter von Beginn an in Aufgaben ein um auch möglichst bald produktiven Output produzieren zu können. Klären Sie vorab außerdem nochmals ab, was vom Mitarbeiter genau erwartet wird und was er oder sie sich wiederum vom Unternehmen bzw. Vorgesetzten erwartet. So können allfällige Missverständnisse gleich im Vorfeld vermieden werden.
  • “Kultur”: Gar nicht geht, wenn der neue Mitarbeiter als einziger “Sie” zu seinen Kollegen sagen muss, alle anderen aber per “Du” sind. Werte müssen für alle gleichermaßen gelten. Vermitteln Sie, wie man im Unternehmen miteinander umgeht, wann wohin zur Kaffeepause und zum Rauchen gegangen wird und ob es die Kultur des gemeinsamen Mittagessens gibt oder nicht. Dazu empfiehlt es sich besonders an die neuen Kollegen, den neuen Mitarbeiter einfach mal in die gemeinsame Mittagspause mitnehmen. So kommt man auch über andere, vielleicht private Themen zu sprechen und man lernt sich besser kennen.

 

Und nach einem gewissen Zeitraum muss auf jeden Fall der Nutzen des Onboading-Prozesses geklärt werden (wie war die Einschulungsphase? Macht das Buddy-Programm Sinn? Gibt es Verbesserungsvorschläge? etc.). Denn die beste Einarbeitungsphase hat keinen Sinn, wenn danach kein Feedback eingeholt wird.

Onboarding bei neuen Mitarbeitern 1/2

Onboarding hat mehr als einer genauen Einschulung in das Aufgabengebiet und das Festsetzen von Zielen zu tun. Onboarding ist vielmehr ein monatelanger Prozess, der darauf abzielen sollte neue Mitarbeiter in das Unternehmen zu integrieren und somit langfristig die Produktivität zu heben und zu erhalten.

Damit sollen auch Enttäuschungen und unerfüllte Erwartungen mit Wissen und Sicherheit ausgebremst werden. Professionelle Unternehmen haben die Wichtigkeit dieses Prozesses schon erkannt und das „An-Bord-Nehmen“ neuer Mitarbeiter längst in ihr Repertoire aufgenommen. Im Idealfall beginnt das Onboarding bereits vor dem ersten Arbeitstag. Damit dieser an seinem ersten Tag nicht in ein tiefes Loch fällt, sollten folgende Dinge per Checkliste schon geklärt sein:

  • Formalitäten: Formale Dinge wie das Unterzeichnen des Dienstvertrages sollten bereits an einem gesonderten Termin passiert sein. Auch sollten wichtige Utensilien, wie diverse Zutritts-, Essens- und Zeiterfassungskarten bereits vorbereitet sein.
  • To-Dos:Alle Mitarbeiter, die am Onboarding-Prozess beteiligt sind, sollten im Vorfeld wissen, welche Aufgaben sie haben und was sie dem oder der “Neuen” näherbringen sollten. Vor allem, wenn ein Buddy- bzw. Patensystem besteht.
  • Schreibtisch, Rechner, Arbeitsmittel: Klingt banal, ist aber bei weitem nicht selbstverständlich. Wenn jemand Neues beginnt, sollte er oder sie einen vollständigen Arbeitsplatz mit allen notwendigen Arbeitsmitteln vorfinden – inklusive E-Mail-Adresse, Telefon(durchwahl), Visitenkarten, Papier und Stiften.
  • Informationen zugänglich machen: Sämtliche relevanten Unterlagen müssen zur Verfügung stehen (z. B. Geschäftsberichte, Unternehmensleitbild, etc.). Alles, woraus ein neuer Mitarbeiter Wissen zum Unternehmen nachlesen kann.

 

Und danach ist es dann endlich soweit und der neue Mitarbeiter startet im Unternehmen. Wie das Onboarding in der ersten Woche im Idealfall weitergehen sollte, erfahren Sie in unserem nächsten Artikel.

Das könnte Sie auch interessieren: Warum gute Bewerber vorzeitig abspringen

Kollege Vierbeiner: Hunde im Büro senken den Stresslevel

Verschiedenen Studien zufolge kann man den Anstieg von psychischen Erkrankungen, z.B. Burn-Out, im Arbeitsleben mithilfe von Hunden am Arbeitsplatz entgegenwirken. Denn Hunde wirken sich positiv auf den Menschen aus, das Wohlbefinden steigt und gleichzeitig sinkt der Stresslevel.

Klar muss es im Vorhinein Regeln geben, z.B. wo sich die Tiere während des Arbeitstages aufhalten und welche und wie viele überhaupt erlaubt sind. Zudem muss natürlich abgeklärt werden, ob es Personen im Büro gibt, die Angst vor Hunden haben oder sogar allergisch auf Hunde reagieren. Das könnte ein Grund sein, warum keine Tiere im Büro möglich sind. Die Hunde müssen selbstverständlich auch sozialisiert sein, denn andauerndes Bellen führt auf Dauer sicher nicht zu weniger Stress.

Unterbrechungen durch den Hund machen aber gar nichts – im Gegenteil sind sie sogar erwünscht!

Denn genau das führt ja dazu, dass der Stress sinkt. Studien zeigen, dass kleinere Unterbrechungen die Produktivität steigern und die Konzentration wiederbeleben. Darum sind bei der Arbeit auch Pausen so wichtig. Ein Bürohund ist somit eine positive und angenehme Abwechslung. Außerdem regt der Umgang mit Hunden beim Menschen – ähnlich wie bei Babys – die Produktion des Glückshormons Oxytocin an. Das hat zur Wirkung, dass wir zufriedener und ruhiger werden. Generell haben Beschäftigte natürlich keinen Rechtsanspruch, ihr Haustier mit zur Arbeit zu bringen. Erlaubt der Arbeitgeber, dass die Hunde mitkommen, tragen die Halter die Verantwortung für ihr Tier. Wenn also alle Voraussetzungen – sowohl für Mensch als auch für Tier – erfüllt sind, sollten sich Arbeitgeber also durchaus überlegen, künftig neben ihren Mitarbeitern auch deren vierbeinige Begleiter willkommen zu heißen. Und mal ehrlich: es gibt schlechtere Arten seine Mittagspause zu verbringen, als mit dem Bürohund (egal ob es der eigene oder der des Kollegen/der Kollegin ist) Gassi zu gehen, oder?

 

Das Thema Burn-Out haben wir übrigens in einem unserer letzten Artikeln behandelt: Arbeiten bis zum Umfallen, oder: Burn Out

Arbeiten bis zum Umfallen, oder: Burn Out

Eine Hauptursache für Burn Out ist mit Sicherheit der immer größer werdende Druck in unserer heutigen Gesellschaft. Trotz der Nebenwirkungen, die mit Schlafstörungen beginnen und in schweren Depressionen enden können, geht oft lange alles gut und niemand merkt etwas – meist nicht mal der Betroffene selbst. Doch irgendwann reicht schon ein kleiner Auslöser und der Damm bricht. Man ist „ausgebrannt“ und nix geht mehr.

Burn Out kann jeden treffen. Tatsächlich wird angenommen, dass bis zu zehn Prozent aller Erwerbstätigen daran leiden, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch höher. Damit es erst gar nicht zu einer quasi kompletten Entleerung der Akkus kommt, sollte jeder und jede auf sich und seine individuellen Bedürfnisse achten und darum bemühen, nicht in die Burn Out – Falle zu tappen. Denn das kann oft schneller gehen als gedacht. Neben äußeren Faktoren wie der Arbeit spielt auch immer die Persönlichkeit eines Menschen eine große Rolle, wie hoch das Risiko für Burn Out ist. Denn wir sind nicht alle gleich und nicht jeder fühlt sich mit gleichen Arbeitspensum wohl. Regelmäßige Entspannung ist eine der grundlegendsten Maßnahmen, um der psychischen und physischen Erschöpfung vorzubeugen.

Lesen Sie hier nach, wie sich eine Arbeitnehmerin aus den USA 2 Tage für ihre psychische Gesundheit frei nahm und von ihrem Chef dafür gelobt wurde.

Ausgleich findet jeder Mensch woanders, meistens jedoch während der Freizeit. Für diese sollte man sich auch genügend Zeit nehmen. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass jede Überstunde oder das abendliche Checken der Firmenmails hin und wieder schon zwangsläufig ins Burn Out führen. Wichtig ist es aber, sich auf sich selbst zu konzentrieren und frühzeitig zu erkennen wenn es zu viel wird, um noch rechtzeitig die Notbremse ziehen zu können. Folgend Symptome sind typisch:

  • Verstärkter Arbeitseinsatz & Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  • Verdrängung von Konflikten, Bedürfnissen & Problemen
  • Sozialer Rückzug & Verhaltensänderungen (z.B. ungewöhnlich starke Gereiztheit)
  • Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit
  • Innere Leere
  • Depression und Verzweiflung

Wer sich nicht sicher ist, ob er oder sie an Burn Out leidet, sollte sich Rat vom Experten (Hausarzt, Betriebsarzt) holen. Auf der Burn Out Plattform gibt es außerdem weitere Informationen zum Thema Hilfe und Prävention.

More than Money: warum das Gehalt alleine nicht aussagekräftig ist

Da findet man eine Stellenanzeige mit einem Anforderungsprofil, das perfekt auf einen passt und die Aufgaben hören sich absolut interessant an. Am liebsten möchte man sofort die Bewerbung abschicken, doch dann fällt der Blick am Ende des Inserats auf die Information bzgl. Gehalt, woraufhin die große Enttäuschung folgt.

Wem ist das bei der Jobsuche auch schon mal passiert? Der auf den ersten Blick vermeintliche Traumjob verliert schnell an Attraktivität, wenn das Gehalt nicht passt. Seit Unternehmen dazu verpflichtet sind, die Mindestgehälter bzw. Mindestlöhne in Stelleninseraten anzugeben ist es so leicht wie nie, ähnliche Positionen in verschiedenen Unternehmen und Branchen zu vergleichen. Einige Faktoren werden dabei aber oft nicht bedacht!

  1. Unternehmen geben meist das kollektivvertragliche Mindestgehalt an, was aber nicht bedeutet, dass dies der tatsächliche Betrag ist den man bekommt. Meistens wird auf eine Bereitschaft zur Überzahlung deutlich hingewiesen.
  2. Immer mehr Unternehmen bieten zusätzlich zum Gehalt zahlreiche attraktive Benefits an, abgestimmt auf verschiedene Zielgruppen, wie z.B. Essensgutscheine, unternehmenseigenes Fitnessstudio, Betriebskindergarten usw. Diese Dinge sind keinesfalls zu verachten, denn auch wenn immer mehr – vor allem größere – Unternehmen ihren Katalog an freiwilligen Benefits für ihre Mitarbeiter ausweiten heißt das nicht, dass diese selbstverständlich sind. Dafür werden dann aber auch Abstriche beim (Einstiegs-) Gehalt gemacht. Also informieren Sie sich zuerst ausreichend, ob solche Benefits angeboten werden!
  3. Vergessen Sie nicht: Geld ist nicht alles. Was bringt der bestbezahlteste Job der Welt, wenn man mit den Kollegen und Führungskräften nicht auskommt und sich Tag für Tag ins Büro quälen muss weil die Arbeit nur noch stressig und nervig ist? Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, welche Faktoren für ihn und sie am Wichtigsten ist. Lassen Sie aber ein in Ihren Augen zu niedriges Gehalt kein Grund sein, sich nicht zu bewerben. Spätestens im persönlichen Gespräch wird das Thema höchstwahrscheinlich sowieso zur Sprache kommen und dann können Sie Ihre Bedenken noch immer zum Ausdruck bringen. Und wer weiß: vielleicht sind Sie so überzeugend, dass das Unternehmen gerne bereit ist, deutlich mehr zu bezahlen!

Auch gut zu wissen: Lücken im Lebenslauf und wie Sie damit umgehen.

Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (3)

Nach den beiden ersten Teilen, in denen wir zusammengefasst haben was während der Schwangerschaft und in weiterer Folge nach der Geburt eines Kindes zu beachten ist, kommen wir nun zum letzten Teil der Serie. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie als Elternteil haben, um während bzw. nach der Karenzzeit wieder ins Berufsleben einzusteigen.

 

ARBEITEN IN DER KARENZ

Während der Karenzzeit können Sie beim selben Arbeitgeber eine Tätigkeit unter der Geringfügigkeittsgrenze (2017: € 425,70 monatlich) ausüben. Das heißt zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld dürfen Sie pro Kalendermonat bis zu dieser Geringfügigkeitsgrenze dazu verdienen. Sie können neben dem karenzierten Dienstverhältnis mit dem Arbeitgeber für längstens 13 Wochen im Kalenderjahr auch eine Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze vereinbaren. Während dieser Beschäftigung bleibt der Kündigungs- und Entlassungsschutz aufrecht.

ACHTUNG: Arbeiten Sie länger als 13 Wochen über der Geringfügigkeitsgrenze, geht der Kündigungs- und Entlassungsschutz verloren!

Wenn Sie eine geringfügige Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber aufnehmen, müssen Sie das Ihrem Arbeitgeber melden, bei dem Sie karenziert sind, sofern ein Nebenbeschäftigungsverbot besteht (z.B. Konkurrenzverbot, Konkurrenzklausel, vertragliche Vereinbarung).

 

ELTERNTEILZEIT

Elternteilzeit bedeutet, dass die bisherige Arbeitszeit reduziert oder die Lage der bisherigen Arbeitszeit verändert wird. Ein gesetzlicher Anspruch auf Elternteilzeit besteht bis zum 7. Geburtstag des Kindes für Arbeitnehmer und -innen, die

  • in einem Betrieb mit mehr als 20 Arbeitnehmern beschäftigt sind und
  • deren Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber bereits 3 Jahre ununterbrochen gedauert hat und
  • die mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben (oder die Obsorge für das Kind haben).

Sind diese Voraussetzungen gegeben, gilt nur eine Informationspflicht gegenüber dem Arbeitgeber. Wenn aber nicht alle Voraussetzungen erfüllt sind, so muss er Arbeitgeber der Elternteilzeit zustimmen, d.h. es gibt keinen gesetzlichen Anspruch. Bezüglich der Reduktion der Arbeitszeit sind außerdem bestimmte Regelungen zu beachten und einzuhalten (§15h MSchG).

HINWEIS: Während der Elternteilzeitbeschäftigung und max. 4 Monaten vor deren Antritt besteht ein Kündigungs- und Entlassungsschutz nach den Bestimmungen des Mutterschutz- oder des Väterkarenzgesetzes (VKG). Dieser endet 4 Wochen nach Ende der Elternteilzeit, spätestens aber 4 Wochen nach Vollendung des 4. Lebensjahres des Kindes.

 

Zum Nachlesen: Teil 1 der Serie zum Thema Schwangerschaft und Kündigungsschutz sowie Teil 2 über Karenz und Mutterschutz.

Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (2)

Nach dem ersten Artikel zum Thema Schwangerschaft und Kündigungsschutz widmet sich dieser Teil nun den gesetzlichen Grundlagen bezüglich Mutterschutz und Karenz.

 

MUTTERSCHUTZ

Der Mutterschutz gilt für jede Arbeitnehmerin, unabhängig von der Staatsbürgerschaft, der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Art der Beschäftigung. Also auch wenn Sie erst seit wenigen Wochen im Unternehmen arbeiten, sind die Regelungen im Mutterschutzgesetz (MSchG) zwingend einzuhalten. Als werdende Mutter dürfen Sie in den letzten 8 Wochen VOR dem Entbindungstermin und 8 Wochen NACH der Entbindung nicht arbeiten. Für diesen Zeitraum gilt ein absolutes Beschäftigungsverbot. Wenn Sie ihr Kind vor oder nach dem errechneten Geburtstermin bekommen, verkürzt bzw. verlängert das die Schutzfrist vor der Geburt entsprechend. Bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Kaiserschnitt beträgt die Schutzfrist nach der Entbindung mindestens 12 Wochen. Während des Mutterschutzes erhalten Sie von der Krankenkasse Wochengeld. Ihr Arbeitgeber zahlt in diesem Zeitraum kein Gehalt.

KARENZ

Nach Ende des Mutterschutzes beginnt die Elternkarenz. In dieser Zeit erhalten Sie kein Gehalt vom Arbeitgeber, sondern Kinderbetreuungsgeld. Die Karenz kann max. zweimal zwischen den Eltern geteilt werden und muss jeweils mindestens 2 Monate dauern. Die Karenzdauer muss dem Arbeitgeber schriftlich bekannt gegeben werden. Die arbeitsrechtlich durch Kündigungs- und Entlassungsschutz abgesicherte Karenz dauert maximal bis zum Tag vor dem 2. Geburtstag des Kindes (§10 MSchG). Wollen Sie darüber hinaus in Karenz gehen, ist eine schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber unbedingt erforderlich. Bei Geburten am dem 1. März 2017 können Sie zwischen dem einkommensabhängigen und dem neuen Kinderbetreuungsgeldkonto wählen. Beim neuen Modell können die Eltern selbst bestimmen, wie lange sie das Kinderbetreuungsgeld innerhalb eines Zeitrahmens beziehen möchten. Zum Beispiel können Sie die Bezugsdauer an die arbeitsrechtliche Karenzdauer anpassen. Wird die Karenz zum Beispiel bis zum vollendeten 2. Lebensjahr in Anspruch genommen, wären dies 730 Tage ab dem Tag der Geburt.

PRAXISTIPP: Welches Modell am besten für Sie und Ihre Familie passt, können Sie hier selbst errechnen.

NEU: „PAPAMONAT“

Bei Geburten ab dem 1. März 2017 gibt es für Väter die Möglichkeit, sich direkt nach der Geburt der Familie zu widmen. Dieser Familienzeitbonus, auch Papamonat genannt, muss beantragt und vom Arbeitgeber bewilligt werden (kein gesetzlicher Anspruch!). Ist der Arbeitgeber einverstanden, kann der Vater für 28, 29, 30 oder 31 Tage innerhalb von 91 Tagen nach der Geburt den Familienzeitbonus in Anspruch nehmen. Dieser beträgt ca. 700 Euro für den gewählten Zeitraum.

ACHTUNG: Wenn der Vater später Kinderbetreuungsgeld bezieht, wird dieser Familienzeitbonus darauf angerechnet, d.h. dass sich dann das Kinderbetreuungsgeld entsprechend reduziert. Unser Tipp daher: Überlegen Sie mit Ihrem Partner schon früh genug, ob Sie sich die Karenz aufteilen möchten. In dem Fall sollten Sie auf den „Papamonat“ verzichten.

Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (1)

Der österreichische Paragraphendschungel macht es einem oft schwer, die passenden Informationen zu finden. Besonders das Arbeitsrecht ist ein sehr komplexes Rechtsgebiet, gleichzeitig für jeden Arbeitnehmer aber relevant.

Wir haben diesmal alle arbeitsrechtlich relevanten Aspekte zu den Themen Karenz, Mutterschutz und Elternteilzeit zusammengefasst. Im ersten Teil erklären wir Ihnen was Sie tun, wenn Sie in einem aufrechten Dienstverhältnis stehen und schwanger werden. In zwei weiteren Artikel folgen dann alle Informationen bezüglich Mutterschutz und Karenz sowie der Elternteilzeit.

An dieser Stelle weisen wir auch gerne darauf hin, dass so manche Informationen nicht nur für Frauen und Mütter, sondern auf für (werdende) Papas interessant sein können 😊

SCHWANGERSCHAFT

Wenn Sie in einem aufrechten Dienstverhältnis stehen – unabhängig davon in welchem Stundenausmaß – und erfahren, dass Sie schwanger sind, müssen Sie ihren Arbeitgeber darüber informieren. Diese Informationspflicht dient vor allem Ihrem Schutz, denn ab Bekanntgabe Ihrer Schwangerschaft hat der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass die gesetzlichen Mutterschutzbestimmungen eingehalten werden. Diese sind im Mutterschutzgesetz (MSchG) geregelt. So besagt §8 des MSchG beispielsweise, dass werdende und stillende Mütter keine Überstunden leisten dürfen. Die tägliche Arbeitszeit darf 9 Stunden und die wöchentliche Arbeitszeit 40 Stunden keinesfalls überschreiten. Ab einem gewissen Zeitpunkt der Schwangerschaft sind gewisse Tätigkeiten (vor allem schwere körperliche Arbeiten) nur mehr beschränkt erlaubt oder sogar verboten. Deshalb müssen Sie Ihren Arbeitgeber auch über den voraussichtlichen Geburtstermin informieren.

Unser Praxistipp: sobald Ihre Schwangerschaft durch einen Arzt bestätigt wurde, informieren Sie Ihren Arbeitgeber darüber. Halten Sie ihn danach über den errechneten Geburtstermin und die geplante Dauer der Karenz am Laufenden.

BESONDERER KÜNDIGUNGSSCHUTZ

Für werdende Mütter gilt ein besonderer Kündigungsschutz, welcher in §10 des MSchG geregelt ist. Dieser besagt, dass Arbeitnehmerinnen während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung nicht rechtswirksam gekündigt werden können. Ausnahme: Der Arbeitgeber wusste nichts von der Schwangerschaft. Ist dies der Fall, so können Sie innerhalb einer 5-Tages-Frist die Bekanntgabe der Schwangerschaft nachholen, um die Unwirksamkeit der Kündigung zu erreichen. Wie schon erwähnt, empfiehlt es sich daher also immer, dem Arbeitgeber die Schwangerschaft so früh wie möglich mitzuteilen.

ACHTUNG: Werdende Papas genießen während der Schwangerschaft ihrer Partnerin keinen besonderen Kündigungsschutz. Allerdings können private Umstände dieser Art im Falle einer Kündigungsanfechtung vom Arbeits- und Sozialgericht besonders berücksichtigt werden (Kündigungsanfechtung wegen Sozialwidrigkeit; §105 Arbeitsverfassungsgesetz).

 

Den nächste Beitrag zu diesem Thema können Sie in wenigen Tagen auf unserer Seite nachlesen. Weitere Themen zum Arbeitsrecht finden Sie hier und hier.

It’s getting hot in here – Hitze im Büro

Der Sommer ist bereits voll im Gang und während sich viele auf die Sonne, Urlaub und Nachmittage im Freibad freuen, gibt es auch die weniger Glücklichen unter uns, die den Großteil des Sommers im Büro in einer gefühlten Sauna verbringen müssen.

 

Die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nehmen bei steigenden Temperaturen zwar nachweislich ab, ein Recht auf Hitzefrei im Büro gibt es aber trotzdem nicht. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass im Büro max. 25 Grad Celsius herrschen. Es gibt aber auch zusätzlich noch einige wichtige Tipps um sich vor einem Hitzeschlag im Büro zu schützen:

  • Luftige Kleidung: Tragen Sie – soweit es eventuelle Kleidervorschriften möglich machen – luftige, helle Kleider oder Hemden. Insbesondere Kleidung, welche die Feuchtigkeit gut aufnimmt und nach außen abgibt. Das macht die Hitze erträglicher.
  • Leichtes für den Magen: Greifen Sie eher auf „leichte“ (leicht verdauliche) Speisen zurück, z.B. Salat, Obst. „Schwere“ Speisen belasten den Kreislauf.
  • Der Ventilator – neuer bester Freund: Wenn keine Klimaanlage vorhanden ist, verrichtet auch ein Ventilator recht gute Dienste und macht die Hitze zumindest erträglicher. Ventilatoren gibt es im Bauhaus, Fachhandel oder auch online bei Amazon.
  • Morgenstund hat Gold im Mund: Bei flexiblen Arbeitszeiten besonders empfehlenswert: einfach mal früher aufstehen und ins Büro. Je früher, desto angenehmer sind die Temperaturen. Noch dazu hat man dann am Nachmittag mehr Zeit fürs Freibad!
  • Ein kühlendes Fußbad – warum nicht? Ein etwas ungewöhnlicher Tipp, aber sehr wirkungsvoll gegen die Hitze im Büro: Wenn möglich, dann baden Sie Ihre Füße in einer kleinen Wanne mit kaltem Wasser. Das tut gut.

 

Und natürlich nicht vergessen: trinken, trinken, trinken! Und zwar Wasser oder ungesüßte Säfte (mit den Feierabend-Drinks sollten Sie sich momentan also lieber zurück halten ;))

Auf der Website der Arbeiterkammer finden Sie auch noch Informationen zu Regelungen, die für das Arbeiten bei Hitze gelten.

Die vielleicht lustigste Bewerbung der Welt

Auf der Suche nach neuen, ungewöhnlichen Bewerbungen haben wir eine SEHR ungewöhnliche – dafür aber umso lustigere – Bewerbung gefunden. Ob der Verfasser damit Erfolg hatte wissen wir leider nicht, allerdings ist es auf jeden Fall mal etwas anderes und sehr  unterhaltsam beim Lesen:

 

Und hier noch eine etwas andere Reaktion auf eine Jobabsage:

absageschreiben

 

Quelle Bild 1: Edition F
Quelle Bild 2: zroadster.com

 

 

Gute Bewerber springen vorzeitig ab? Teil 2

In Teil 1 dieser Serie konnten Sie die Gründe für ein vorzeitiges Abspringen von Bewerbern bereits nachlesen. Ein optimaler Bewerbungsprozess macht also durchaus Sinn. Hier finden Sie Tipps, wie Sie zu lange Verzögerungen künftig vermeiden können:

 

  • Vorbereitung ist alles: Vorab sollten Sie immer klären, wen man eigentlich sucht bzw. braucht. Voll- oder Teilzeitstelle? Unbefristeter Vertrag oder eine Arbeitsstelle auf Zeit? Diese Fragen sollten Sie schon vor Ausschreibung der offenen Position klären. Zudem sollten alle Personen, die am Bewerbungsprozess beteiligt sind (z.B. künftige Führungskraft und Kollegen, HR Manager, Kollegen) informiert und „ins Boot geholt“ werden. Somit können offene Fragen und Unklarheiten schon im Vorfeld geklärt werden, z.B. in welchem Rahmen das Gehalt liegt, wo man Kompromisse eingehen kann oder welche Benefits Sie dem Bewerber zusätzlich anbieten können.
  • Stellen Sie sicher, dass beim Vorstellungsgespräch alle beteiligten Personen und Entscheidungsträger dabei sind. Unmittelbar nach dem Gespräch gilt es dann, gleich Feedback einzuholen. So können unmittelbar nach dem letzten Jobinterview Ihre jeweiligen Präferenzen schnell abgesteckt werden. Dabei sollten Sie natürlich auch nicht vergessen, Feedback vom Bewerber einzuholen. Meist reicht schon ein kurzer Anruf um zu abzuklären, ob auf beiden Seiten weiterhin Interesse vorhanden ist.
  • Den Bewerber immer am Laufenden halten. Informieren Sie den Kandidaten bei jedem Gespräch, wie viel Zeit bis zur nächsten Rückmeldung vergehen wird. Auch bei Zwischenergebnissen oder kurzfristigen Verzögerungen immer Bescheid geben. Oft reicht schon eine kurze E-Mail, damit sich der Bewerber nicht vergessen fühlt und vorzeitig abspringt.
  • Wenn es eine Entscheidung gibt, dann sagen Sie dem Bewerber so schnell wie möglich telefonisch zu und vereinbaren einen Termin zur Vertragsunterzeichnung. Noch offenen Fragen oder Verhandlungsbedarf sollten so bald als möglich abgeklärt werden.

 

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Das 1×1 der Absageschreiben – Teil 2: Verwaltung und Erstellung

Als Recruiter erhält man tagtäglich viele Bewerbungen. Leider hat man selten ausreichend Zeit, um sich mit allen Bewerbungen und Bewerbern zu beschäftigen. Der Bewerber hingegen hat oft sehr viel Zeit in die Erstellung seiner Bewerbung investiert. Deshalb ist es umso wichtiger, jedem Bewerber in angemessener Weise Respekt und Dank für die Bewerbung entgegen zu bringen.

 

Da es im Arbeitsalltag nicht möglich sein wird, jedem Bewerber individuell abzusagen, empfiehlt es sich, mit Textbausteinen zu arbeiten. Diese können z.B. im MS Word notiert und dann zusammengesetzt werden. Somit haben Sie je nach Absageart bereits Vorlagen zur Verfügung. Jedes Absageschreiben sollte folgende Bestandteile enthalten:

  1. Dank für die Bewerbung
  2. Lobende Worte über die Qualifikation
  3. Begründung der Absage und Bitte um Verständnis
  4. Informationen über den weiteren Verlauf
  5. Gute Wünsche für den weiteren Berufsweg

Achten Sie bei jeder Absage darauf, wie weit der Bewerber bereits im Recruitingprozess fortgeschritten war und ob sich der Bewerber auf eine vakante Positionen im Ihrem Unternehmen beworben hat, oder ob es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Erstellen Sie dafür jeweils unterschiedliche Vorlagen und achten Sie auf die Wortwahl. Dem Bewerber steht es zu, die Gründe für die Absage zu erfahren. Diese müssen sich ausschließlich aus der Qualifikation ergeben. Absagen aufgrund des Geschlechts, Alters, der ethnischen Herkunft, der religiösen und politischen Gesinnung und weiteren Merkmalen, die als Diskriminierung gelten, sind verboten. Des Weiteren hat der Bewerber ein Recht zu erfahren, was mit seiner Bewerbung passiert. Geben Sie daher Informationen über den weiteren Verlauf, z.B. ob Sie die Bewerbungsunterlagen zurücksenden (bei Bewerbungen per Post), sie in Evidenz halten (das Einverständnis des Bewerbers vorausgesetzt) oder ob die Bewerbung gelöscht wird.

Hier sehen Sie ein konkretes Beispiel für ein Absageschreiben. Es handelt sich um eine Bewerberin, die sich auf eine vakante Position beworben hat und bereits zu einem persönlichen Vorstellungstermin im Unternehmen war:

 

„Sehr geehrte Frau XXX,

herzlichen Dank für Ihre Bewerbung und Ihre persönliche Vorstellung in unserem Hause (Schritt 1).

Unser interessantes und informatives Gespräch hat uns einen sehr positiven Eindruck von Ihnen und Ihrer Qualifikation vermittelt (Schritt 2).

Ihre Bewerbung ist in die engere Auswahl gekommen, aber nach eingehender Besprechung im Kollegenkreis haben wir uns für einen Bewerber entschieden, der fachlich tiefergehende Erfahrungen in unserer Branche verfügt. Bitte haben Sie hierfür Verständnis (Schritt 3).

Ihr Einverständnis vorausgesetzt behalten wir Ihre Unterlagen für die nächsten XX Monate in Evidenz und kontaktieren Sie erneut, wenn eine Ihren Qualifikationen entsprechende Position frei wird (Schritt 4).

Wir bedauern sehr, Ihnen keine positivere Nachricht übermitteln zu können und bedanken uns für das unserem Hause entgegengebrachte Interesse (Schritt 5).“

 

Den ersten Teil dieser Serie finden Sie hier.

 

Gute Bewerber springen vorzeitig ab? Teil 1: Die Gründe

Auf der Suche nach einem Job werden Kandidaten wieder aufs Neue auf eine Geduldsprobe gestellt, denn bewerben heißt auch immer warten. Aber nicht nur Bewerber sollten sich in Geduld üben, sondern auch Unternehmen, die auf der Suche nach den passenden Kandidat*innen sind. Denn nicht selten springen diese noch während des Bewerbungsprozesses ab und die Suche beginnt von vorne. Grund dafür ist häufig, dass der Bewerbungsprozess zu lange dauert.

Mehr als die Hälfte der österreichischen Personalverantwortlichen gibt an, dass das Einstellungsverfahren in ihrem Unternehmen von Jahr zu Jahr länger dauert. Die Gründe sind vielfältig: Nicht selten gibt es bei offenen Positionen zu wenig qualifizierte Bewerber. Die Suche nach dem Wunschmitarbeiter verzögert sich. Hat man diesen dann doch gefunden, spring er oder sie oftmals noch vor Vertragsunterzeichnung ab und nimmt ein anderes Angebot an. Grund dafür wiederum ist, dass Bewerber heutzutage viel anspruchsvoller gegenüber potenziellen Arbeitgebern sind als noch vor einigen Jahren. Und wenn man weiß, wie viel man auf dem Arbeitsmarkt wert ist, kann man sich oft das beste Angebot aussuchen. Viele Unternehmen führen zudem mehrere Gesprächsrunden durch, die den Bewerbungsprozess weiter verzögern.

Folgende Grafik zeigt die Ergebnisse einer Online-Umfrage von über 700 Arbeitnehmern. Demnach klagen knapp 70% der Befragten über sehr späte oder gar keine Reaktion auf ihre Bewerbungen:

Quelle: karriere.at

 

In Teil 2 erfahren Sie, wie Sie zu lange Verzögerungen vermeiden können, damit qualifizierte Bewerber künftig nicht mehr abspringen.

Und falls Sie den richtigen Kandidaten bereits gefunden und eingestellt haben, könnte Sie das auch interessieren: Mitarbeiter motivieren und binden

Brainfood für die Arbeit um Leistungstief zu überwinden

Damit wir im Arbeitsalltag leistungsfähig und voll konzentriert sind muss unser Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Unser Nährstoffspeicher sollte also permanent aufgefüllt sein, um richtig denken und arbeiten zu können. Die Begriffe „Brainfood“ oder „Superfood“ haben sich für Nahrungsmittel durchgesetzt, die neben Sättigung auch positive Effekte für unsere Gehirnleistung bringen.

Den Zusammenhang zwischen Ernährung, Leistungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Denkfähigkeit haben Studien längst belegt. 15 % des tagtäglichen Energieumsatzes werden allein durch das Gehirn erzielt. Kohlenhydrate sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Kleine Zwischenmahlzeiten helfen dabei, konzentriert und wach zu bleiben.

Allerdings sollte man von Schokoriegeln und Süßigkeiten die Finger lassen, denn die bewirken genau das Gegenteil. Besser geeignet sind Obst und Gemüse, Nüsse, Naturjoghurt oder auch Müsliriegel. Sie werden gerne als Brainfood, also Futter fürs Gehirn bezeichnet. Aufs Mittagessen sollte trotzdem nicht verzichtet werden: zum einen deswegen, weil man mal kurz vom Arbeitsplatz wegkommt und zum anderen weil der Körper nach ein paar Stunden Arbeit seine Energiespeicher wieder auffüllen muss. Viele Kantinen bieten leider noch immer viel zu fettige und unausgewogene Gerichte an, und auch wenn die Pizzeria um die Ecke die leckerste Salami-Pizza überhaupt anbietet liegt diese dann schlussendlich nur schwer im Magen. Besser ist es, sich zu Hause ein gesundes Essen vorzubereiten und mitzunehmen. Wer sich jetzt denkt „Dafür hab ich keine Zeit“ der sei eines besseren belehrt, denn viele gesunde Büro-Rezepte, wie z.B. der Wassermelonen- oder Champignonsalat, sind innerhalb weniger Minuten fertig vorbereitet!

 

Neben einer ausgewogenen Ernährung spielt natürlich auch Bewegung eine wichtige Rolle, um im Arbeitsalltag fit zu bleiben. Sehen Sie sich dazu auch diese Übungen an!

Sind 30 Stunden pro Woche genug?

In den letzten Jahren wird immer häufiger über eine Reduzierung der Normalarbeitszeit diskutiert. Derzeit liegt diese in Österreich bei 40 bzw. 38,5 Stunden in der Woche. Viele Arbeitnehmer/innen und auch Unternehmen plädieren allerdings für eine 30-Stunden-Woche.

 

Die Befürworter dieser Idee sind der Ansicht, dass die Arbeitsergebnisse oder die Produktivität an einer eingeschränkten Stundenzahl nicht leiden würden. Ganz im Gegenteil: Mit weniger Zeit wird viel fokussierter und konzentrierter gearbeitet, um die Zeit möglichst gut zu nutzen. Das Facebook-Surfen zwischendurch oder der schnelle Einkaufstrip auf Amazon sollen dann Geschichte sein, dafür gewinnt man als Arbeitnehmer/in aber auch zehn Stunden an Freizeit.

Vor allem die skandinavischen Länder sind Vorreiter beim Testen dieser „Experimente“. Hier haben wir einen Artikel über den Pilotversuch der 30-Stunden-Woche in einem schwedischen Altenheim: Sechs-Stunden-Arbeitstag in Schweden: Besser, gesünder, glücklicher

Es gibt es aber auch viele Kritiker der 30-Stunden-Woche: Vor allem Interessensvertreter der Unternehmen sind gegen eine Arbeitszeitverkürzung. Ihre Argumentation nach müsse die Arbeitszeit nicht kürzer, sondern vielmehr flexibler gestaltet werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern zu können. Kürzere Arbeitszeiten hingegen würden die Industrie aus Österreich vertreiben und in weiterer Folge den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze bedeuten. Dementsprechend gering sind die bisher erzielten Erfolge.

Trotzdem gibt es aber auch am heimischen Markt experimentierfreudige Unternehmer die aus alten Strukturen ausbrechen möchten. Paradebeispiel dafür ist der Grazer Unternehmer Daniel Kofler. Er führte in seinem Startup-Unternehmen Bike Citizens die 4-Tage-Woche ein, um seinen Mitarbeitern mehr Zeit für Freizeitaktivitäten zu gewähren. Die Hintergründe dazu, seine Motivation und was er sonst noch für die Zukunft geplant hat können Sie in einem seiner ersten Interviews nachlesen: Die vier Tage Woche bei Bike Citizens

Arbeitszeiten an Feiertagen in Österreich

An gesetzlichen Feiertagen gebührt Arbeitnehmer*innen grundsätzlich eine Ruhezeit von mindestens 24 Stunden, welche spätestens um 6 Uhr des Feiertages beginnen muss. Dennoch kommt es vor, dass Arbeitnehmer an einem gesetzlichen Feiertag arbeiten, weil dies z.B. im Kollektivvertrag der jeweiligen Branche erlaubt und geregelt ist. Die Feiertagsregelung für Arbeitszeiten kann man im FtrG nachlesen.

Das Feiertagsruhegesetz (FtrG) in Österreich kennt 13 Feiertage:

  • Neujahrsfeiertag (1. Jänner)
  • Heilige Drei Könige (6. Jänner)
  • Ostermontag
  • Staatsfeiertag (1. Mai)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Fronleichnam
  • Mariä Himmelfahrt (15. August)
  • Nationalfeiertag (26. Oktober)
  • Allerheiligen (1. November)
  • Mariä Empfängnis (8. Dezember)
  • Christtag (25. Dezember)
  • Stefanitag (26. Dezember)

Zwei dieser Feiertage sind nicht religiös, nämlich der 1. Mai und der 26. Oktober. Damit liegt Österreich knapp über dem EU-Durchschnitt von jährlich 12,2 Feiertagen (Zypern liegt mit 17 Tagen vorn, Spanien mit 8 hinten).

Für das Arbeiten an Feiertagen gebührt Arbeitnehmer*innen zusätzlich zum Entgelt ein Feiertagsarbeitsentgelt. Auch geleistete Überstunden neben der Normalarbeitszeit müssen als Überstunden abgegolten werden. Arbeiten an Feiertagen ist also durchwegs möglich, allerdings müssen Arbeitgeber immer die gesetzlichen und vertraglichen Normen – insbesondere den anzuwendenden Kollektivvertrag beachten, um keine rechtlichen Probleme zu riskieren.

Übrigens: vor einigen Wochen ist eine heftige Debatte darüber entstanden, ob der Karfreitag ein freier Tag für alle in Österreich werden solle (derzeit gilt dieses Karfreitagsregelung nur für evangelisch Gläubige). Grund für die Debatte war die Klage eines Arbeitnehmers, der sich von seinem Arbeitgeber gegenüber seinen evangelischen Kollegen diskriminiert gefühlt hat. Der Fall hat es sogar bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg geschafft.

Details dazu können Sie hier nachlesen: Die Presse: Karfreitag vorerst kein arbeitsfreier Feiertag für alle

Home Office – Segen oder Fluch?

Was bei uns in Österreich noch eher die Ausnahme ist zeigt sich in anderen Ländern, z.B. den Niederlanden, schon seit längerer Zeit als gelebte Praxis. Home Office – das bedeutet, von zu Hause aus zu arbeiten. Hört sich im ersten Moment toll an, aber wie bei allen Dingen im Leben gibt es natürlich auch hier Nachteile. Wir haben für Sie einen Überblick über die wichtigsten Facts gemacht:

PRO Home Office:

  • Keine Anfahrtszeiten: Sprit und Zeit werden also eingespart.
  • Das Büro zu Hause: kein Make-up, kein Businessoutfit. Und Ihre Telefonkunden und Mail-Konversationen wird’s wahrscheinlich kaum stören, wenn Sie auch noch um 14 Uhr in der Jogginghose rumlaufen 😉
  • Konzentration: keine nervigen Kollegen die andauernd was wollen und vor allem kein Chef – Sie können sich voll und ganz auf Ihre Arbeit konzentrieren.
  • Sie können Pakete annehmen: ein netter Vorteil, denn nichts ist lästiger als jedes Mal zur Post laufen zu müssen um die Online-Bestellung abholen zu müssen.

CONTRA Home Office:

  • Alleine daheim: anfangs sicher eine schöne Abwechslung, doch auf Dauer wird es sicher langweilig, wenn der Austausch mit den Kollegen fehlt.
  • Ablenkung garantiert: so wie man im Büro abgelenkt wird, passiert das sicher auch zu Hause – sei es vom Wäscheberg im Badezimmer oder anderen privaten Dingen, auf die man im Büro sonst keinen Gedanken verschwendet.
  • Mittagsmenü selber kochen? Die sonstige Mittagspause im Restaurant nebenan, wo neuester Klatsch & Tratsch unter den Kollegen ausgetauscht wird fällt leider aus. Mal schauen was der Kühlschrank daheim hergibt.

So verlockend sich Home Office auch anhören mag, sollten sich die Tage zu Hause und im Büro doch die Waage halten. Hin und wieder ein Tag Home Office ist sicher eine willkommene Abwechslung, aber zu viel davon wird langweilig und man verliert den Anschluss im Unternehmen.

 

Beachten Sie also folgende Tipps, wenn Sie sich für die Variante entscheiden, von zu Hause aus zu arbeiten:

  • Nehmen Sie sich vor, an fixen Zeiten zu arbeiten, idealer Weise gleich nach dem Aufstehen.
  • Machen Sie sich frisch und kleiden Sie sich! Sie müssen natürlich nicht im ungemütlichen Business-Outfit am Küchentisch sitzen, aber es sollte auch eine optische Trennung von Arbeit und Freizeit stattfinden.
  • Richten Sie sich einen Platz ein, an dem Sie ungestört arbeiten können. Ihr Arbeitsplatz sollte als solcher erkennbar sein.
  • Wenn Sie akustisch nicht abgelenkt werden wollen, verwenden Sie Kopfhörer und hören Musik, einen Radiosender oder vielleicht auch Naturgeräusche.  Wenn das auch eine Ablenkung darstellt, gibt es ausgezeichnete „Noise-Cancelling“ Kopfhörer, die im Nu alle Hintergrundgeräusche verschwinden lassen und Sie in angenehme Stille hüllen.
  • Bleiben Sin in Kontakt mit Ihren Kollegen und Kolleginnen. Nutzen Sie die Tools, die Ihr Unternehmen zur Verfügung stellt, wie Telefon, E-Mails sowie Online-Telefonie und Chat-Programme wie Skype.

 

Work-Life-Balance, ein Mythos?

Schon lange ist die Generation Y in aller Munde, vor allem in der Arbeitswelt. Diese Generation (geboren zwischen 1980 und 1999) stellt ganz andere Ansprüche an die Arbeitswelt und künftige Jobs als ihre Vorgänger. Eines der wichtigsten Aspekte dabei ist die Vereinbarkeit bzw. der Ausgleich von Privatem und Berufsleben, die sogenannte „Work-Life-Balance“. Flexibilität und Erfahrungen sammeln, das ist es was die Generation Y verlangt. Oder?

Tatsächlich haben es Berufseinsteiger heutzutage schwerer, fixe Jobs zu ergattern. Leihpositionen, befristete Verträge und unter- oder sogar unbezahlte Praktika sind mittlerweile gang und gäbe. Doch will das die Generation Y wirklich? Experten sagen NEIN. Das Problem ist, Arbeitgeber verlangen oft ein Maximum an Flexibilität bei gleichzeitigem Minimum an Sicherheit. Doch auch die junge Generation sehnt sich nach Sicherheit, tatsächlich ist der unbefristete Job oft das Ziel. Der Unterschied zu früheren Generationen liegt eher daran, dass junge Mitarbeiter*innen heute viel mehr nach dem Sinn in der Arbeit suchen. Also nach einer Arbeit, die sie gewissermaßen erfüllt und bei dir nicht das hohe Gehalt und der tolle Firmenwagen im Vordergrund stehen. Vielleicht hat die Generation Y andere Erwartungen an die Arbeitswelt als frühere Generationen, ob der Ausdruck „Work-Life-Balance“ der richtige dafür ist oder schon wieder überholt ist sei aber dahingestellt.

Der Better Life Index der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) hat u.a. den Indikator der Work-Life-Balance verschiedener Länder miteinander verglichen. Eines gleich vorweggenommen: Österreich schneidet bei der Bewertung der Lebensqualität im Vergleich zu anderen Ländern im Index gut ab.

Arbeitsverhältnis auf Probe

In der Praxis ist es üblich und auch per Gesetz vorgeschrieben, beim Abschluss von Dienstverträgen ein Probemonat zu vereinbaren. Dies soll einerseits dem Arbeitgeber dienen, Sie als neuen Mitarbeiter kennenzulernen. So werden Ihre Leistungen, Ihre Kompetenzen, Ihre Interaktion mit Kolleg*innen etc. geprüft bevor sich das Unternehmen endgültig entscheidet, Sie fix in das Dienstverhältnis aufzunehmen. Andererseits soll natürlich auch Ihnen als Arbeitnehmer*in die Möglichkeit gegeben werden, die Verhältnisse im Unternehmen, Ihre Aufgaben etc. kennen zu lernen.

Dieses von höchstens einem Monat zulässige Probearbeitsverhältnis, also das sog. Probemonat, kann nach §1158 Abs. 2 ABGB (Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch Österreich) von beiden Vertragsparteien ohne Einhaltung von Fristen und Terminen sowie ohne Vorliegen von Gründen jederzeit durch einseitige Erklärung gelöst werden.

In Deutschland wird die Probezeit  im § 622 Abs. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Demnach beträgt die Kündigungsfrist bei einer vereinbarten Probezeit von maximal sechs Monaten zwei Wochen. Eine längere Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit ist ebenfalls möglich und kann einzelvertraglich oder durch Tarifvertrag vereinbart werden. Das ergibt sich aus dem § 622 Abs. 4 Satz 1 und Abs 5 Satz 2 des BGB.

Während der Probezeit fallen Mitarbeiter nicht unter den allgemeinen Kündigungsschutz

Konkret geht es hier um § 1 KSchG. Das bedeutet, dass die zwei Wochen Kündigungsfrist in den ersten sechs Monaten des Beschäftigungsverhälnisses für beide Seiten, also Unternehmen und Mitarbeiter*in, gelten.

Das bedeutet: ist der Arbeitgeber mit Ihrer Leistung nicht zufrieden oder hat er das Gefühl, dass Sie sich nicht ins Team eingliedern können, kann er das Dienstverhältnis ohne Grund und Einhaltung von Fristen lösen. Den gleichen Vorteil haben aber auch Sie: Wenn Sie in der ersten Zeit merken, dass sich Ihr vermeintlicher Traumjob etwas anders zeigt, können auch Sie ohne Angabe von Gründen das Dienstverhältnis wieder lösen.

Aber Achtung: Klauseln in österreichischen Dienstverträgen, die eine längere Probezeit als einen Monat beinhalten sind gesetzlich unzulässig! Denn dann spricht man nicht mehr vom Probemonat, sondern vom einem befristeten Dienstverhältnis. Wenn Sie sich also vor dem Unterschreiben Ihres neuen Dienstvertrages nicht sicher sind, was genau vereinbart wird dann fragen Sie lieber nochmal in der Personalabteilung nach und lassen Sie sich alles genau erklären.

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Feierabend-Drink mit Chef und Kollegen? Why not!

Endlich Freitag, die Arbeitswoche ist geschafft und das Wochenende steht vor der Tür. Aber wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Vorgesetzter Sie nach der Arbeit noch auf ein Feierabendbier einlädt? Auch wenn es im ersten Moment etwas seltsam wirken mag, gibt es durchaus Gründe weshalb Sie das Angebot annehmen sollten.

Der erste Grund wirkt ganz logisch und ist legitim: ein kühles Getränk in entspannter Atmosphäre nach einem anstrengenden Arbeitstag baut Stress ab und macht den Kopf wieder frei. Wenn der oder die Chefin das ganze Team einlädt, macht es auch Sinn das Angebot nicht auszuschlagen. Eine fadenscheinige Ausrede wirkt, als hätten Sie kein Interesse und als wären Sie kein Teamplayer der an seinen KollegInnen interessiert ist. Eine Ausnahme ist natürlich, wenn Sie einen nachvollziehbaren und triftigen Grund haben, nicht mitzukommen.

Ein gemeinsames Feierabendbier bietet eine gute Gelegenheit, um sich in gemütlicher Runde mit den KollegenInnen und auch dem Vorgesetzten zu unterhalten und diese besser – vielleicht auch auf privater Ebene – kennenzulernen. Das wirkt sich auch positiv auf die Arbeitsatmosphäre aus. Arbeit in einem Team, das sich gut versteht, macht gleich doppelt so viel Spaß. Zudem hat man bei informellen Treffen, also weg vom Arbeitsalltag und in lockerer Unterhaltung mit anderen, oft die besten Ideen.

Wie bei jeder betrieblichen Feier gilt auch hier, den Alkoholkonsum nicht zu übertreiben. Der nächste Arbeitstag könnte sonst etwas peinlich werden…