Nicht nur Fähigkeiten zählen: Richtiges Verhalten beim Jobinterview
15 Mrz 2018

Nicht nur Fähigkeiten zählen: Richtiges Verhalten beim Jobinterview

Aus der Sicht einer Bewerberin – ein

15 Mrz 2018

Aus der Sicht einer Bewerberin – ein weiterer Gastbeitrag unserer tollen Praktikantin Kristina

Es ist ratsam, in einem langersehnten Vorstellungsgespräch zu seinem Traumjob nicht nur bewusst seine besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten herauszuheben, sondern auch bestimmten Benimm-Regeln zu folgen. Neben den klassischen Knigge-Regeln zu Business Etikette gibt es einfache Dinge, die jeder Bewerber beachten sollte.

Kleider machen Leute

Bevor Ihr überhaupt mit dem Personalchef ins Gespräch kommt, hat sich dieser bereits einen ersten Eindruck verschafft.

Dieser Eindruck entsteht durch Eure Mimik, Gestik und Körpersprache. Doch das sind nicht die einzigen Faktoren, auch Euer Aussehen im Sinne von Kleidung, Frisur oder gepflegte Hände ist entscheidend,

Denkt daran, dass Ihr Euch von Eurer besten Seite zeigen wollt; deshalb heißt es: besser overdressed als underdressed.

Die Wahl der Kleidung ist auch abhängig von der Branche, in welcher Ihr arbeiten wollt.

Meist reichen für die Herren ein einfarbiges Hemd oder Polo-Shirt, eine Jeans (jedoch ohne Risse, Löcher und mit langen Beinen) und schlichte Schuhe. Dasselbe gilt auch für Frauen: Schlichte Jeans, Rock oder Kleid mit einer einfachen Bluse sind oft passend. Die Schuhe sollten keinen Absatz über 3 cm aufweisen geschlossen sein. Vermeide zudem zu viel Make-Up und zu viel Schmuck.

Tipp: Die Kleidung solltet Ihr auf alle Fälle schon öfters getragen haben, um nicht die böse Überraschung zu erleben, dass die Bluse oder die Hose auf einmal zwickt.

Solltet Ihr bei Eurem Bewerbungsgespräch erfolgreich sein und Euren ersten Tag in der neuen Firma beschreiten, ist es wichtig, dass Ihr Euch gleich formell anzieht wie bei Eurem Bewerbungsgespräch.

Jetzt geht es ans Eingemachte: Das Aufeinandertreffen

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was man alles falsch machen kann, wenn es um die Kommunikation in einem Bewerbungsgespräch geht!

Dabei ist sowohl die direkte als auch die indirekte Kommunikation wichtig.

Stellt Euch folgende Situation vor:

Ihr habt ein Bewerbungsgespräch und kommt eine halbe Stunde zu früh. Ihr denkt Euch „Na, bevor ich warte ist sicher besser, wenn ich gleich reingehe und es hinter mich bringe.“

So, Ihr schreitet also zielstrebig auf die Tür zu, klopft an und zieht sie auf. Im Büro sitzt der Personalchef, vertieft in ein Dokument auf seinem Computer. Ihr räuspert Euch, weil er Euch anscheinend nicht bemerkt hat, und sagt höflich: „Entschuldigen Sie, ich hätte um 9 ein Gespräch bei Ihnen…“

Der Zuständige blickt auf und es dauert einen Moment, bis er versteht, was hier passiert. „Natürlich“, antwortet er. „Kommen Sie bitte herein.“

Ihr folgt seiner Anweisung, kommt herein, setzt Euch auf den freien Stuhl vor seinem Tisch und legt Eure Jacke über die Stuhllehne.

Als er aufsteht und Euch fragt, ob Ihr was zu trinken möchtet und ob Ihr gut zur Firma gefunden habt, antwortet Ihr mit einem Lächeln: „Nein danke und ja, es war echt schlimm hierher zu finden – der Parkplatz ist schon sehr versteckt…“

 

Na, lief doch ganz gut, oder? Ihr wart höflich, Ihr habt brav gelächelt und man hat nichts von Eurer Nervosität mitbekommen.

Und trotzdem gibt es viele Fehler, die Ihr allein schon in den ersten 5 Minuten des Vorstellungsgespräches gemacht habt.

Es fängt bei der Zeit an, in der Ihr ankommt: kommt niemals früher als 10 Minuten vor dem Termin, optimal sind 5 Minuten. Wenn Ihr zu früh da seid, heißt es also warten.

Klopft ruhig an die Bürotür, wartet aber, bis eine Antwort kommt. Es ist selten, dass der Personalchef Euch nur hereinbittet. Viel öfter kommt es vor, dass er zur Tür geht und sie Euch aufhält – schließlich erwartet er Euch schon.

Mit aufrechter Haltung und einem ehrlichen Lächeln (Selbstbewusstsein ist gefragt!) solltet Ihr ihm dann die Hand geben, wenn er sie Euch zum Gruß hinhält – nie umgekehrt. Dabei solltet Ihr Euch nicht anfühlen wie ein Fisch, der gerade aus der See aufs Land geworfen wurde: er sollte fest, aber nicht zu fest sein, und nicht zu lang anhalten. Haltet Augenkontakt.

Als nächstes wird er Euch wahrscheinlich ein Getränk, sowie einen Ablageort für Eure Jacke anbieten. Niemals solltet Ihr ein Getränk verneinen. Wenn Ihr kein Kaffeetrinker seid oder keinen Durst habt, solltet Ihr trotz allem ein Glas Wasser annehmen – Ihr müsst auch nicht alles austrinken; ein oder zwei Mal nippen ist vollkommen okay. Ich muss hoffentlich nicht extra erwähnen, dass Alkohol ein No-Go ist.

Wenn Euch der Personalchef einen Stuhl anbietet, wartet trotzdem ab, bis er sich ebenfalls hingesetzt hat.

Und auch wenn keinen Parkplatz gibt und man das Unternehmen nicht einmal Mithilfe von Google Maps findet: wenn er mit Euch Smalltalk betreibt und fragt, ob Ihr gut hingefunden habt, sagt Ihr mit einem Lächeln, dass es absolut kein Problem war, das Unternehmen zu finden.

Lügen haben kurze Beine

Klar, wer tut es nicht: wenn man eine Position unbedingt haben möchte, wird der Lebenslauf schnell mal optimiert.

Dabei wird das Praktikum auf einmal zur ersten Arbeitserfahrung oder aus den mäßigen Kenntnissen in Excel werden sehr gute Kenntnisse.

Es ist natürlich erlaubt, den Lebenslauf auf eine Stelle anzupassen und gewisse Tätigkeiten hervorzuheben, aber hütet Euch vor falschen Angaben im Lebenslauf und Eurem Bewerbungsgespräch.

Verwandelt beispielsweise nie die zwei Ferialjobs im Sommer zu einer durchgehenden zweijährigen Berufstätigkeit, wenn das nicht stimmt!

Personalchefs sind nicht umsonst Personalchefs. Sie haben eine sehr gute Menschenkenntnis und sind zuverlässig wie die Spürhunde der Polizei. Zudem können Unternehmen in Österreich einen Auszug der Sozialversicherung von Euch fordern, der genau auflistet, wann Ihr wo gearbeitet hast.

Wenn Ihr lügt, drückt Ihr Eurer Bewerbung praktisch einen Absagestempel auf.

Das Parkticket läuft ab

Auch wenn es sich absurd anhört, kommt es öfters vor als man sich vorstellen kann: das fiese Parkticket läuft ab und Ihr riskiert eine Strafe.

Bezahlt vorsorglich das Parkticket eine Stunde länger als geplant, bittet einen Freund, dass er Euch hinfährt oder fährt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln.
Nichts ist schlimmer, wenn Ihr während des Gesprächs immer wieder nervös auf die Uhr seht oder gar abgelenkt seid und gar nichts mehr mitbekommt.

Wer dann auch noch aufsteht mit der Begründung, dass er schnell ein neues Parkticket kaufen müsste, kann gleich nach Hause fahren.

Es hört sich vielleicht nach vielen Regeln an, bei welchem man schnell den Überblick verlieren kann. Es ist allerdings alles ein Ding der Übung und mit diesen Regeln könnt Ihr Euch sicher sein, dass Ihr den richtigen Start bei Eurem Vorstellungsgespräch hinlegt.

Eure Chancen stehen dadurch besser als die derer, die sich danebenbenommen haben!

 

Hie gibt’s weitere Artikel von Kristina:

Bewerbungslust statt Bewerbungsfrust – Teil 1

Bewerbungslust statt Bewerbungsfrust – Teil 2

Wenn Sie Informationen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen benötigen, finden Sie diese hierLebenslaufvorlagen finden Sie hier oder nutzen Sie unser Service von Jobweiser!

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