40 Stunden Arbeitswoche – ein Auslaufmodell?
15 Apr 2018

40 Stunden Arbeitswoche – ein Auslaufmodell?

In den 70er Jahren wurde in Österreich

15 Apr 2018

In den 70er Jahren wurde in Österreich die 40-Stunden-Arbeitswoche eingeführt. Im 19. Jahrhundert mussten die Menschen noch doppelt soviel arbeiten, bis Mitte des 20. Jahrhundert wurden die Arbeitsstunden dann sukzessiv reduziert. Zuletzt wurden in den 80ern in einigen Kollektivverträgen 38,5 Stunden festgelegt. Seitdem gab es mehr keine Reduzierung der Arbeitszeit, eher im Gegenteil. Entwickelt sich das herkömmliche Arbeitszeitmodell in die falsche Richtung?

Konkret will der Gesetzgeber es möglich machen, die tägliche Höchstarbeitszeit von 10 auf 12 Stunden zu erweitern. Diese höchst umstrittene Arbeitszeitflexibilisierung wird mit dem Wunsch nach mehr Freizeit begründet, also dass man an manchen Tagen bis zu 12 Stunden arbeiten kann und an anderen Tagen dafür mehr Freizeit hat. Fraglich ist, ob sich dieser wohlwollende Gedanke in der Praxis tatsächlich in dieser Form umsetzen lässt. Denn das würde bedeuten, dass Arbeitnehmer immer mitbestimmen können, wann und wie oft sie länger arbeiten. Das dieses Mitbestimmungsrecht in jedem Unternehmen vorhanden ist, ist sehr zweifelhaft.

Eine weitere Frage die in dem Zusammenhang aufkommt ist, ob der Mensch überhaupt 12 Stunden lang produktiv arbeiten kann – Mediziner sagen nein. Menschen können nur eine wenige Stunden lang am Stück konzentriert arbeiten, spätestens ab der zehnten Tagesarbeitsstunde, meistens aber schon ab der siebten bzw. achten Arbeitsstunde, entsteht bei jedem Menschen ein deutlicher Leistungsknick, inklusive erhöhter Unfallgefahr. Experten sind der Ansicht, dass es in Betrieben, die nun den 12-Stunden-Arbeitstag zur Regel machen wollen, zu höherer Fluktuation und vermehrten Krankenständen kommen wird.

Aber was ist denn nun die ideale tägliche Arbeitszeit? Das versuchen derzeit viele herauszufinden. Einige mutige Unternehmen wagen das Experiment der Arbeitszeitkürzung, auch am heimischen Arbeitsmarkt. Ein oberösterreichisches Unternehmen führt nach einer erfolgreichen Testphase ab Oktober 2018 die 30-Stunden-Arbeitswoche ein, und das bei vollem Gehalt für ihre Mitarbeiter. Was ist der Ansporn für das Unternehmen? Ganz einfach:

„Geht’s dem Mitarbeiter gut, geht’s dem Unternehmen gut!“

 

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