Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (3)
08 Aug 2017

Schwangerschaft, Karenz und Elternteilzeit (3)

Nach den beiden ersten Teilen, in denen

08 Aug 2017

Nach den beiden ersten Teilen, in denen wir zusammengefasst haben was während der Schwangerschaft und in weiterer Folge nach der Geburt eines Kindes zu beachten ist, kommen wir nun zum letzten Teil der Serie. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie als Elternteil haben, um während bzw. nach der Karenzzeit wieder ins Berufsleben einzusteigen.

 

ARBEITEN IN DER KARENZ

Während der Karenzzeit können Sie beim selben Arbeitgeber eine Tätigkeit unter der Geringfügigkeittsgrenze (2017: € 425,70 monatlich) ausüben. Das heißt zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld dürfen Sie pro Kalendermonat bis zu dieser Geringfügigkeitsgrenze dazu verdienen. Sie können neben dem karenzierten Dienstverhältnis mit dem Arbeitgeber für längstens 13 Wochen im Kalenderjahr auch eine Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze vereinbaren. Während dieser Beschäftigung bleibt der Kündigungs- und Entlassungsschutz aufrecht.

ACHTUNG: Arbeiten Sie länger als 13 Wochen über der Geringfügigkeitsgrenze, geht der Kündigungs- und Entlassungsschutz verloren!

Wenn Sie eine geringfügige Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber aufnehmen, müssen Sie das Ihrem Arbeitgeber melden, bei dem Sie karenziert sind, sofern ein Nebenbeschäftigungsverbot besteht (z.B. Konkurrenzverbot, Konkurrenzklausel, vertragliche Vereinbarung).

 

ELTERNTEILZEIT

Elternteilzeit bedeutet, dass die bisherige Arbeitszeit reduziert oder die Lage der bisherigen Arbeitszeit verändert wird. Ein gesetzlicher Anspruch auf Elternteilzeit besteht bis zum 7. Geburtstag des Kindes für Arbeitnehmer und -innen, die

  • in einem Betrieb mit mehr als 20 Arbeitnehmern beschäftigt sind und
  • deren Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber bereits 3 Jahre ununterbrochen gedauert hat und
  • die mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben (oder die Obsorge für das Kind haben).

Sind diese Voraussetzungen gegeben, gilt nur eine Informationspflicht gegenüber dem Arbeitgeber. Wenn aber nicht alle Voraussetzungen erfüllt sind, so muss er Arbeitgeber der Elternteilzeit zustimmen, d.h. es gibt keinen gesetzlichen Anspruch. Bezüglich der Reduktion der Arbeitszeit sind außerdem bestimmte Regelungen zu beachten und einzuhalten (§15h MSchG).

HINWEIS: Während der Elternteilzeitbeschäftigung und max. 4 Monaten vor deren Antritt besteht ein Kündigungs- und Entlassungsschutz nach den Bestimmungen des Mutterschutz- oder des Väterkarenzgesetzes (VKG). Dieser endet 4 Wochen nach Ende der Elternteilzeit, spätestens aber 4 Wochen nach Vollendung des 4. Lebensjahres des Kindes.

 

Zum Nachlesen: Teil 1 der Serie zum Thema Schwangerschaft und Kündigungsschutz sowie Teil 2 über Karenz und Mutterschutz.

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